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So bereitet Ferrari seine Talente auf die Formel 1 vor

In der Ferrari-Driver-Academy sollen junge Talente auf die Formel 1 vorbereitet werden - In der Schweiz haben die Teilnehmer eine wichtige Lektion gelernt

(Motorsport-Total.com) - Die Ferrari-Driver-Academy (FDA) hat das Ziel, Ferrari-Junioren auf den Einsatz in der Formel 1 vorzubereiten. Antonio Fuoco, Guiliano Alesi, Callum Ilott, Enzo Fittipaldi und Gianluca Petecof reisten im Winter in die Schweiz, um an einem gemeinsamen Training teilzunehmen. Robert Schwartzman, Marcus Armstrong und Guan Yu Zhou waren hingegen verhindert.

Antonio Fuoco

Schon im Jahr 2015 absolvierte Antonio Fuoco seinen ersten Ferrari-Test Zoom

Organisiert wurde die Veranstaltung von FDA-Manager Massimo Rivola. Er und andere hochrangige Ferrari-Experten waren ebenfalls vor Ort, um die jungen Rennfahrer zu unterrichten. Für die Youngsters war es sehr wichtig, den Worten der erfahrenen Formel-1-Profis zu lauschen. Immerhin sollten sie den Talenten helfen, sich weiterzuentwickeln und ihre Leistungsfähigkeit auf der Strecke zu steigern.

"In den Bergen zu sein, weit weg von Zuhause, hat unsere Jungs vor eine ganz neue Herausforderung gestellt", so Rivola. "Athleten üben die Aktivitäten aus, in denen sie gut sind. Das ist normal. Hier mussten alle aber dasselbe Programm abspulen." Die FDA hat eine Art Wettkampfsimulation durchgeführt, um die Reaktionen der Piloten bei Siegen und Niederlagen zu evaluieren.

Im Motorsport gilt meist, dass der Teamkollege der erste Rivale ist - so ist es auch in der FDA. Mit seinen direkten Konkurrenten zusammenzuleben, soll helfen, die Professionalität der Fahrer zu entwickeln. "Der Wettkampf ist stressig", sagt Rivola. "Die Vergleiche zu Beginn der drei Wochen helfen ihnen dabei, zu lernen, mit dieser Situation umzugehen."

Esteban Gutierrez, Mario Rivola

Aus dem Archiv: Mario Rivola (re.) im Gespräch mit Esteban Gutierrez (li.) Zoom

Das Verhalten der Fahrer beim Training im Studio oder auf Skiern würde eine Menge über sie aussagen, erklärt der FDA-Manager. Charles Leclerc habe beispielsweise nach seiner Aufnahme in die FDA in jeder Konfrontation eine Rolle gespielt. "Für seine frühen Bemühungen hat er oft den Preis bezahlt", so Rivoli. "Bei ihm haben wir gute Arbeit geleistet. Der Ingenieur eines Fahrers zu sein, ähnelt der Aufgabe eines Mentaltrainers, denn er muss nicht nur technisch sondern auch psychisch mit dem Piloten umgehen können."

Erfahrung ist nicht alles

Die Piloten der FDA sind auf unterschiedliche Levels und haben im Motorsport verschiedene Erfahrungen gesammelt. Während Fuoco schon in seinem zweiten Formel-2-Jahr ist, haben andere junge Piloten gerade erst den Sprung aus dem Kartsport geschafft. Trotzdem würden auch erfahrene Fahrer von den jüngsten Teammitgliedern lernen können, so Rivola. Deshalb würde Ferrari sie zusammen trainieren lassen.

Ein großer Unterschied zwischen erfahrenen und jüngeren FDA-Fahrern sei, dass die neusten Anwärter immer ihre Fähigkeiten beweisen wollen. Deshalb würden sie aber zu viele Fehler machen. Sie würden meist vergessen, die Konstanz in den Vordergrund zu stellen, denn diese zähle in der Evaluation der Fahrer am meisten.


Fotostrecke: Ferrari & Marlboro: Legendäres Sponsoring

Während der Trainingswochen steht aber nicht nur harte Arbeit auf dem Plan. Die Fahrer sollen auch Spaß haben, weshalb es zwischen den Programmen genügend Zeit gibt, damit sie zusammen etwas unternehmen können. Natürlich artet das auch manchmal aus: Eine Gruppe versteckte beispielsweise das Mobiltelefon eines Kollegen, um diesen reinzulegen. Natürlich wurde dieser Streich anschließend gerächt.

Aber selbst diese Situationen nutzt die FDA, um das Verhalten der Piloten genau zu beobachten. In der FDA geht es nicht nur darum, einen schnellen, talentierten Fahrer zu finden. Er muss auch sozial kompatibel sein und ins Team passen. Veranstaltungen wie in der Schweiz würden helfen, genau diese Kompatibilität zu überprüfen.

Prema als Benchmark

Das Team Prema gilt für die FDA als Messlatte im Motorsport. Der Rennstall ist von der Formel 4 bis zur Formel 2 in allen Klassen vertreten. "Wir versuchen immer, direktes Feedback aus einem Wettbewerb zu erhalten", so Rivola. "Es gibt so viele Variablen, die entscheiden, ob es ein gutes oder schlechtes Wochenende wird."

Wie wichtig die FDA für junge Rennfahrer ist, beweist der Aufstieg von Leclerc in die Königsklasse bei Sauber. Seit dem Einstieg von Alfa Romeo in das Traditionsteam hat die FDA mehr Möglichkeiten, um ihre Piloten eines Tages in die Formel 1 aufsteigen zu lassen. "Als wir gehört haben, dass Charles von der FDA direkt in die Formel 1 wechseln wird, war es eine große Befriedigung für uns", so Rivola. "Das ist der Bewies. Wir arbeiten in die richtige Richtung."

Charles Leclerc

Das Prema-Team ist in der Formel 2 zur Referenz aufgestiegen Zoom

Neben den Möglichkeiten der FDA hat sich noch ein weiterer Punkt in den vergangenen Jahren verändert: das Alter. Früher galt ein Pilot im Alter von 18 Jahren als jung. Nun sind die jüngsten Talente im Programm erst 14 Jahre alt. Auf den Schultern dieser Teenager lastet bei Ferrari natürlich eine Menge Druck.

Sollte die Karriere eines Rennfahrers zu scheitern drohen, hat Ferrari aber die Möglichkeit, einen Platz für die Talente zu finden. "Es gibt diejenigen, die selbstständig entscheiden, wohin die Reise geht", erklärt Rivola. "Sehen wir aber, dass ein Fahrer die Bedingungen erfüllt, um beispielsweise im GT-Sport anzutreten, helfen wir. Das ist eine Kategorie, in der Ferrari prominent vertreten ist."

"Es ist eine sehr professionelle Alternative", stellt Rivola klar. "Viele Fahrer sind froh, diesen Weg gegangen zu sein." Trotzdem sei das Ziel der FDA weiterhin, die Fahrer zu sichten, die das Potenzial haben, in die Topkategorie des Motorsports zu gelangen. Sowohl das Auto als auch der Fahrer müssen in der Formel 1perfekt sein. In der FDA hallen noch immer die Worte von Enzo Ferrari nach: "Ferrari kann genauso gut Fahrer aufbauen wie Autos."

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