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Sergio Marchionne in Hinwil: Zwei Ferrari-Junioren bei Sauber?

Ferrari würde am liebsten Charles Leclerc und Antonio Giovinazzi 2018 im Sauber sehen, Teamchef Frederic Vasseur muss davon aber erst überzeugt werden

(Motorsport-Total.com) - Nach wie vor steht nicht fest, mit welcher Fahrerpaarung das Sauber-Team in die Formel-1-Saison 2018 starten wird. Geht es nach Ferrari-Präsident Sergio Marchionne, dann würden mit Charles Leclerc (Formel-2-Gesamtführender 2017) und Antonio Giovinazzi (GP2-Vizemeister 2016) zwei Ferrari-Junioren die Plätze von Pascal Wehrlein und Marcus Ericsson übernehmen.

Charles Leclerc

Junior Charles Leclerc gilt als heißes Ferrari-Eisen für die Zukunft Zoom

"Wir brauchen Cockpits, denn wir haben ein paar junge Fahrer, die außergewöhnlich sind", sagt Marchionne. "Wir müssen einen Ort finden, an dem wir den Grundstein für die Scuderia Ferrari von morgen legen können." Und da hat Ferrari mit den Kundenteams Sauber und Haas derzeit eineinhalb Optionen. Eineinhalb deshalb, weil Haas für die Saison 2018 bereits Romain Grosjean und Kevin Magnussen bestätigt hat.

Marchionne und Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene waren laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' am Dienstag zu Kooperationsgesprächen in Hinwil. Die beiden zeigten sich beeindruckt von der Ausstattung der Sauber-Fabrik und meldeten großes Interesse daran an, den Schweizer Rennstall zu einem Ferrari-Juniorteam zu machen. Mittelfristig sogar mit Ferrari-Motoren, die als Alfa Romeo gebrandet werden könnten.

Doch eine solche Konstellation ist kein Selbstläufer. Der neue Teamchef Frederic Vasseur möchte Sauber sportlich voranbringen, und dafür ist ihm das Risiko mit zwei Formel-1-Rookies zu groß. In Hinwil würde man es lieber sehen, bei einem Fahrer freie Wahl zu haben und nur ein Cockpit an einen Ferrari-Junior zu vergeben. Für den hätte man dann auch eine bekannte Größe als Referenz. Ein Argument, das für Pascal Wehrlein spricht.

Antonio Giovinazzi

Antonio Giovinazzi ist 2017 bereits für das Sauber-Team Rennen gefahren Zoom

Marcus Ericsson wiederum genießt bei den schwedischen Eigentümern des Sauber-Teams, allen voran Tetra-Pak-Erbe Finn Rausing, hohes Ansehen. Rausing möchte aus seinem Landsmann den neuen Ronnie Peterson der Formel 1 machen. Andere Gruppierungen bei Sauber glauben nicht, dass Ericsson das fahrerische Format hat, um diese Vision wahr werden zu lassen. Welches Argument sich durchsetzen wird, ist derzeit nicht abzusehen.

Vasseur ist ein cleverer Motorsportmanager und Geschäftsmann. Und er befindet sich in einer dankbaren Position: Ferrari würde gerne beide Junioren in die Formel 1 bringen, Haas will aber weder Leclerc noch Giovinazzi - und mit den Ferrari-Kundenmotoren hat sich Sauber nur verpflichtet, einen Ferrari-Junior auszubilden. Möglich, dass Ferrari für ein zweites Cockpit zusätzlich zahlen müsste - und Vasseur genau darauf spekuliert.

Während Leclerc bei Sauber als gesetzt gilt, muss Giovinazzi den Ausgang des Pokers zwischen Marchionne und Vasseur abwarten: "Ich konzentriere mich darauf, in den letzten vier Trainings dieser Saison bei Haas gute Arbeit zu leisten. Danach liegt alles in der Hand von Ferrari", sagte er nach seinem 16. Platz, drei Zehntelsekunden hinter Grosjean, am Freitag in Singapur. "Natürlich ist mein Ziel, nächstes Jahr in der Startaufstellung zu stehen. Wir werden sehen."

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