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Klien über wasserscheue Formel 1: "Jede Serie wäre gefahren"

Warum Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien trotz des Grosjean-Unfalls nicht versteht, dass das Monza-Qualifying wegen Regens zweieinhalb Stunden unterbrochen war

(Motorsport-Total.com) - Ganze zweieinhalb Stunden lang war das Qualifying von Monza wegen Regens unterbrochen. Auslöser dafür war der Aquaplaning-Abflug von Romain Grosjean auf der Start-Ziel-Geraden, der die Rennleitung zu besonderer Vorsicht und zu zahlreichen Verschiebungen veranlasste. Das kann Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien nicht nachvollziehen. "In der Formel 1 ist man übervorsichtig geworden", kritisiert der Österreicher gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "In jeder anderen Rennserie lässt man die Piloten fahren."

Valtteri Bottas

Klien findet, dass die Bedingungen in Monza absolut fahrbar waren Zoom

Für Klien macht es keinen Unterschied, dass der Haas-Pilot nach seinem Abflug in den Boxenfunk schimpfte: "Man hätte uns gar nie auf die Strecke schicken dürfen!" Dass es in "den ersten zehn, 15 Minuten" zu nass war, lässt der Österreicher gelten. "Aber danach hat sich ein Fenster aufgetan, wo es absolut möglich gewesen wäre, das Qualifying durchzuziehen. Auch die meisten Piloten wollten fahren."

Die Formel-1-Stars hätten ihren Fahrstil einfach auf die schwierigen Verhältnisse anpassen müssen: "Wenn's auf Start-Ziel mit dem neuen Asphalt Aquaplaning hat, dann musst du dort halt vom Gas gehen. Wenn der Grosjean abfliegt, hat halt der Grosjean einen Fehler gemacht. Der Nächste muss halt vom Gas gehen. Trotzdem kann man ein Qualifying durchführen."

Romain Grosjean

Romain Grosjean flog auf der Start-Ziel-Geraden wegen Aquaplanings ab Zoom

Zumal die Strecke ohnehin immer trockener werde, wenn ständig Autos unterwegs sind. "Wenn alle Autos auf der Strecke sind, verdrängen die das Wasser und es wird schnell besser", argumentiert Klien. "Diese Übervorsicht in der Formel 1 verstehe ich oft nicht. Wir reden von den besten Piloten der Welt. Denen kann man ruhig ein bisschen mehr Verantwortung zumuten."

Und noch ein weiteres Indiz, dass die Verhältnisse durchaus fahrbar waren, sorgt bei Klien für Verwunderung: "Sie fahren fünf Runden mit 'heavy Wets', und dann wechseln sie schon auf Intermediates. Da verstehe ich Charlie Whiting und die Formel 1 nicht ganz."

Trotz allem ist Klien aber der Meinung, dass die Fahrer trotz aller Vorsicht der Verantwortlichen am Ende ihr Talent zeigen konnten. "Die letzte Quali-Runde von Hamilton, als es wieder zu regnen begonnen hat, war überragend", lobt der ehemalige Red-Bull-Pilot den nunmehrigen WM-Leader. "Und da waren die Bedingungen nicht schlechter als zu Beginn um 14:00 Uhr."
 

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