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Horner: Fernando Alonso wäre fast zu Red Bull gewechselt

Statt Sebastian Vettel? Red-Bull-Teamchef Christian Horner verrät, dass man 2008 kurz vor einer Verpflichtung des Spaniers stand - Woran der Deal scheiterte...

(Motorsport-Total.com) - Elf Jahre liegt der letzte Formel-1-Weltmeistertitel von Fernando Alonso zurück. Was nach seinem zweiten Triumph mit Renault folgte, war eine Reise mit vielen Wendungen - manche sprechen gar von Irrungen und Wirrungen. Auch wenn der Spanier in seinem ersten Versuch mit McLaren und anschließend mit Ferrari nochmals knapp am Titelgewinn dran war, blieb ihm der ganz große Triumph in der Folge verwehrt. Zwei Weltmeisterschaften wirken für einen Fahrer von seinem Kaliber zu wenig, mäkeln Kritiker und werfen ihm vor, zu oft falsche Karriereentscheidungen getroffen zu haben.

Mark Webber, Sebastian Vettel, Christian Horner, Fernando Alonso

2010 holte Vettel (l.) den ersten Titel für Red Bull vor Alonso (r.) im Ferrari Zoom

Dabei wäre fast alles ganz anders gekommen, wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner nun verrät. Denn sein Rennstall hatte vor neun Jahren für Alonso einen Platz im späteren Weltmeister-Auto vorgesehen. "Wir waren sehr nahe dran, ihn zu verpflichten. Helmut (Marko; Anm. d. Red) und ich haben Ende 2008 mit seinem Management Gespräche über 2009 und 2010 geführt und ihm einen Zweijahres-Vertrag angeboten", offenbart der Brite im Gespräch mit 'Motor Sport Magazine'. Doch der Deal sei geplatzt, weil Alonso sich nur für ein Jahr - also für die Saison 2009 - binden wollte. "Red Bulls Position war: Zwei Jahre oder nichts, aber er wollte sich darauf nicht einlassen", so Horner.

Der Rest ist Geschichte: Statt Alonso hievte Red Bull schließlich Supertalent Sebastian Vettel vom Schwester-Rennstall Toro Rosso zum aufstrebenden A-Team des Getränkeriesen. 2009 wurde der junge Deutsche Vizeweltmeister, 2010 entriss er dem jetzigen Ferrari-Piloten Alonso den schon sicher geglaubten WM-Titel im letzten Rennen und feierte mit Red Bull noch drei weitere Weltmeisterschaften. Keine Auskunft gibt Horner darüber, ob es im Falle einer Zusage Alonsos bei Red Bull zu einer Fahrerpaarung mit Vettel gekommen wäre. Dafür hätte sich der Rennstall von Mark Webber trennen müssen, der an der Seite Vettels schließlich weitere fünf Jahre im Team blieb.


Fotostrecke: Die Karriere von Fernando Alonso

Doch weil Alonso die Nachfolge von David Coulthard bei Red Bull ausschlug, sind solche Spekulationen müßig. Horner hinterfragt stattdessen die Rolle von Flavio Briatore, der in den Verhandlungen Alonsos Position vertrat und überdies sein Teamchef bei Renault war. "Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass Fernando für 2009 einen Ferrari-Vertrag in der Tasche hat. Flavio mischte überall mit, aber er versuchte auch, ihn für Renault zu bekommen und am Ende fuhr er für sie." Ein glückliches Händchen bewies der Spanier damit nicht, 2009 konnte Briatore-Team nicht an die vorigen Erfolge anknüpfen, nur ein Podiumsplatz und Gesamtrang neun in der Fahrerwertung sprangen heraus.

2010 erfüllte sich Asturier endgültig seinen Ferrari-Traum, auch wenn Red Bull zuvor nochmals die Fühler nach ihm ausstreckte, wie Horner verrät. "Zur Jahreshälfte 2009 unternahm ich einen Vorstoß, ob er zur Saisonmitte einsteigen könnte, denn man dachte, er könne mit diesem Auto die WM gewinnen - und dann gab es noch mal ein Gespräch auf dem Rücksitz eines Alfa Romeos am Flughafen in Spa ein paar Jahre später, 2011 oder 2012. Aber es kam nie zustande", setzt er einen Haken unter das Alonso-Kapitel.

"Die ernsthaftesten Gespräche waren die ersten, danach war die Chance eigentlich vorbei", so sein Resümee. Alonso fuhr ab 2010 fünf Jahre lang für die Scuderia Ferrari und wurde in dieser Zeit dreimal Vizeweltmeister. Geschlagen wurde er jeweils von - Ironie des Schicksals - Sebastian Vettel im Red Bull. 2015 wurde der Heppenheimer Alonsos Nachfolger bei den Roten, nachdem der glücklose Spanier zu McLaren zurückkehrte.

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