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Formel-1-Comic: Adam Parr bricht sein Schweigen

Der ehemalige Williams-Vorstandsvorsitzende Adam Parr bricht sein Schweigen und veröffentlicht einen 80 Seiten starken Formel-1-Comic

(Motorsport-Total.com) - Seit seiner Trennung von Williams, die am 26. März dieses Jahres bekannt gegeben wurde, hat sich Adam Parr nicht mehr öffentlich geäußert. Dennoch stand von Anfang an der Verdacht im Raum, Williams habe auf diese Weise Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone ein "Bauernopfer" erbracht, um einen neuen Concorde-Deal zu erhalten. Von derartigen Verhandlungen hatte Ecclestone Williams bis dahin ausgeschlossen.

Adam Parr

Adam Parr meldet sich mit einem Comic erstmals seit März öffentlich zu Wort Zoom

Nun hat Parr einen 80 Seiten starken Comic über die Vorgänge hinter den Kulissen der Formel 1 veröffentlicht, unter dem vielsagenden Titel "Die Kunst des Krieges: Fünf Jahre in der Formel 1". Zwar zeigt sich Parr darin bemüht, selbst frühere Kontrahenten wie Ecclestone oder auch Flavio Briatore nicht unseriös durch den Kakao zu ziehen, aber er nutzt die Plattform sehr wohl, um die Vermutungen rund um seinen Abschied von Williams zu bestätigen.

"Ich war in jener Woche zurückgetreten, richtiger- oder fälschlicherweise glaubend, dass Ecclestone meinem Vorstand gesagt hatte, dass sie kein Concorde-Angebot erhalten, solange ich Williams leite", schreibt der gelernte Jurist, der 2006 zu Williams kam und zuletzt sogar Vorstandsvorsitzender war. "Unter diesen Umständen entschied ich mich abzutreten, damit das Team den bestmöglichen Deal mit ihm machen konnte. Das Angebot traf einen Tag nach der Bekanntgabe meines Rücktritts ein."

In der Williams-Presseaussendung vom 26. März hatte Frank Williams noch ausrichten lassen, Parr habe das Team verlassen, "um in seinem Leben ein besseres Gleichgewicht zu schaffen". Doch in seiner Wahlheimat Frankreich plante der entmachtete Teammanager zunächst, diese Niederlage nicht auf sich sitzen zu lassen, und er zog sogar rechtliche Schritte gegen Ecclestone in Erwägung, wie aus Unterlagen der Formel-1-Gruppe hervorgeht.


Passiert ist seither jedoch nichts, und Parr scheint inzwischen auch seinen Frieden mit der Formel 1 gemacht zu haben: "Das letzte Ereignis meiner Zeit in der Formel 1 ist nicht das wichtigste", erklärt er gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters'. "Ich denke, dass die Dinge, für die ich gekämpft habe und für die das Team gekämpft hat, fundamental wichtig sind. Die werden auch nicht verschwinden, nur weil ich nicht mehr da bin."

Parr, ein cleverer Geschäftsmann, ist immer noch davon überzeugt, dass seine Ideen der Formel 1 geholfen hätten: "Ich bedaure sehr, dass ich nicht zu Ende bringen konnte, was ich vorhatte. Ich bin nicht gekränkt, denn ich habe selbst darin versagt, eine gesunde Strategie durchzusetzen, vernünftig nicht nur für Williams, sondern für den Sport insgesamt. Vielleicht glauben die Leute, dass sie gewonnen haben, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie das haben."

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