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Andretti über Austin: "Endlich eine Basis für die Formel 1"

US-Rennlegende und CoTA-Botschafter Mario Andretti sieht im neuen Tilke-Kurs in Texas eine längst überfällige Bereicherung des Formel-1-Kalenders

(Motorsport-Total.com) - Mario Andretti hat in seiner langen und erfolgreichen Rennfahrerkarriere so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Einzig ein Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans blieb dem mittlerweile 72-jährigen US-Amerikaner verwehrt. Die großen US-Klassiker Indy 500 und Daytona 500 konnte das in Italien geborene Allroundtalent ebenso gewinnen wie die IndyCar-Serie und die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Mario Andretti

Mario Andretti kann die Formel-1-Premiere in Austin kaum erwarten

Vor wenigen Tagen wurde die US-Rennlegende als Botschafter des Circuit of The Americas in Austin - der neuen US-Heimat der Formel 1 - vorgestellt. Für Andretti ist der derzeit noch im Bau befindliche 5,516 Kilometer lange Kurs aber weit mehr als nur eine Paradestrecke für die Königsklasse auf vier Rädern. "Der Kurs ist ein Gewinn für den Motorsport, nicht nur für die Formel 1. Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat. Das Wichtigste ist aber, dass es diesen Kurs nun gibt und hier bald etwas passieren wird, so Andretti gegenüber 'Formula1.com'.

Als Grund für das jahrzehntelange Scheitern der Formel 1 in den USA sieht Andretti vor allem die mangelnde Beständigkeit der bisherigen Austragungsorte. "Wir hatten Watkins Glen, wir hatten Phoenix, wir hatten Long Beach. Unterm Strich gab es viele verschiedene Orte, aber keine Stabilität", so der Formel-1-Weltmeister von 1978. "Ohne Stabilität kannst du keine Pläne von Jahr zu Jahr schmieden. Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum das Fan-Interesse an der Formel 1 zurückging. Jetzt gibt es diese Stabilität endlich", so der CoTA-Botschafter mit Blick auf die Berg- und Talbahn vor den Toren der texanischen Hauptstadt Austin.

Strecke mit eigenem Charakter

Die auf einer Anhöhe gelegene erste Kurve hat es Andretti besonders angetan

Das Layout der von Hermann Tilke entworfenen Strecke hat es Andretti schwer angetan. "Es gibt Passagen aus Silverstone und es gibt Passagen aus Hockenheim. Letztlich hat aber jeder Kurs seinen eigenen Charakter", findet der 72-Jährige und stellt ein nicht zu unterschätzendes Merkmal des CoTA heraus. "Wichtig in puncto Charakter einer Rennstrecke sind vor allem die Höhenunterschiede. Hinzu kommen gute Überholmöglichkeiten. Beides ist hier vorhanden", sagt er offenbart seine in diesem Zusammenhang wenig überraschende Lieblingskurve: die auf einem Hügel gelegene Haarnadel am Ende der Start/Ziel-Geraden.

Doch nicht nur das Gelände sprechen laut Andretti für Austin, sondern auch die Nähe zum lateinamerikanischen Markt. "Texas ist von Südamerika und der riesigen Formel-1-Fangemeinde von dort sehr gut erreichbar", so der Italo-Amerikaner, der seine Hoffnungen in diesem Zusammenhang nicht zuletzt in Sauber-Pilot Sergio Perez setzt. "Sergio macht einen guten Job und Mexiko ist zu Recht stolz auf ihn."

US-Youngster dürfen wieder von der Formel 1 träumen

Alexander Rossi

Alexander Rossi gilt derzeit als größte Formel-1-Hoffnung aus den USA

Ein ähnlicher Effekt könnte nach Meinung Andrettis auf absehbare Zeit auch in den USA eintreten. In Person von Alexander Rossi und Conor Daly gibt es zwei hoffnungsvolle US-Nachwuchstalente, die sich ihre Sporen derzeit in Europa verdienen. Beide saßen bereits im Formel-1-Cockpit, wenn auch (noch) nicht als Teilnehmer eines Grand Prix. "Das Talent ist ohne Frage vorhanden. Woran es bisher fehlte, war eine Möglichkeit, dies auch zu zeigen", ist Andretti überzeugt.

Dank Austin gibt es seit dieser Saison wieder einen US-Grand-Prix, auf den sich die Youngster aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten freuen können. In der kommenden Saison kommt in Form des Stadtrennens gegenüber der Skyline von New York gar ein zweites USA-Gastspiel der Königsklasse hinzu.

"Die jungen Piloten können wieder von der Formel 1 träumen. Alles, was es jetzt noch braucht, sind Sponsoren, die einen Platz in einem der Topteams ermöglichen, um dem Sport dank guter Ergebnisse eines einheimischen Piloten eine ernsthafte Chance zu geben, sich zu etablieren", so Andretti abschließend.

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