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Analyse: Wie schnell die Formel 1 2017 wirklich geworden ist

Reifenzulieferer Pirelli zeigt, was die Aerodynamik-Regeländerungen bewirkt haben und ob das Fünf-Sekunden-Ziel erreicht wurde - Kurvenspeeds sind explodiert

(Motorsport-Total.com) - Wie eine Analyse von Reifenzulieferer Pirelli unterstreicht, ist die Formel 1 in der Saison 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich schneller geworden. Die Italiener haben berechnet, wie sich die Pole-Position-Zeiten, die schnellsten Rennrunden und die Kurvengeschwindigkeiten in schnellen Passagen verändert haben. Das Ergebnis - eine Auswirkung der großen Aerodynamik-Regelnovelle im vergangenen Winter - nennt Mario Isola "sehr beeindruckend" und staunt über die Entwicklung.

Max Verstappen

Die Zeitenanalyse zeigt, dass die Formel 1 insbesondere in den Kurven zugelgt hat Zoom

Der Pirelli-Manager, dessen Techniker seit Saisonbeginn breitere Pneus für mehr Bodenhaftung liefern, sagt: "Der Grip, der von unseren Reifen kommt, ist gewaltig. Aber man muss den Gummi natürlich auch auf die Straße drücken." Und das beherrschen die Teams offenbar immer virtuoser.

Der gewaltigste Sprung bei den schnellsten Umläufen des Qualifyings war in Spa-Francorchamps zu verzeichnen - allerdings auf einer weicheren Reifenmischung, weil nach Belgien 2017 erstmals auch Ultrasoft geliefert wurde: Lewis Hamilton (Mercedes) toppte in 1:42.553 Minuten die Marke des Ex-Teamkollegen Nico Rosberg (auf Supersoft in 1:46.744 Minuten) um 4,191 Sekunden.


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Berechnet nach dem Unterschied pro Streckenkilometer gab es auf der als Mickey-Maus-Kurs verschrieenen Bahn in Ungarn den größten Knall: Sebastian Vettel (Ferrari) legte im Vergleich zu Rosberg 2016 um 0,831 Sekunden zu. Nur in Schanghai lag die Verbesserung ähnlich hoch. Es kristallisiert sich das Muster heraus, dass das Fallen der Zeiten umso heftiger ist, umso kurviger das Layout ist. Schließlich waren die Unterschiede längst nicht bei jedem Grand Prix so gewaltig.

Vergleich Pole-Position-Zeiten 2016 vs. 2017: Rundenzeit/Zeit pro Kilometer
Australien: Hamilton (1:23.837) vs. Hamilton (1:22.188): -1.649 Sekunden / -0.311*
Bahrain: Hamilton (1:29.493) vs. Bottas (1:28.769): -0,724 / -0,134
China: Rosberg (1:35.402) vs. Hamilton (1:31.678): -3,724 / -0,683
Russland: Rosberg (1:35.337) vs. Vettel (1:33.194): -2,143 / -0,366*
Spanien: Hamilton (1:22.000) vs. Hamilton (1:19.149): -2,851 / -0,621
Monaco: Ricciardo (1:13.622) vs. Räikkönen (1:12.178): -1,444 / -0,433
Kanada: Hamilton (1:12:812) vs. Hamilton (1:11.459): -1,353 / -0,310
Aserbaidschan: Rosberg (1:42.520) vs. Hamilton (1:40.593): -1,927 / -0,321
Österreich: Hamilton (1:06.228) vs. Bottas (1:04.251): -1,977 / -0,458
Großbritannien: Hamilton (1:29.243) vs. Hamilton (1:26.600): -2,643 / -0,449*
Ungarn: Rosberg (1:29.965) vs. Vettel (1:16.276): -3,689 / -0,831
Belgien: Rosberg (1:46.744) vs. Hamilton (1:42.553): -4,191 / -0,598*
Italien: Hamilton (1:21.135) vs. Hamilton (1:34.660): +13,525 /+2,335**
*2017 mit weicherer Reifenmischung
**Qualifying 2017 unter nassen Bedingungen

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn es um die schnellsten Rennrunden geht. Auch in diesem Fall war der Unterschied absolut gerechnet in Spa am größten - Vettel 2017 nämlich 5,006 Sekunden schneller als Hamilton im Vorjahr. Auf einen Kilometer gerechnet liegt jedoch Monaco vorne, wo die Werte von Hamilton respektive Sergio Perez (Force India) 0,935 Sekunden auseinanderlagen, knapp gefolgt von Schanghai und Silverstone. Nur geringe Unterschiede ergaben sich dagegen in Spielberg, Monza und Montreal - auf den Highspeed-Strecken mit weniger Aerodynamik-Einfluss.


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Australien: Riccardo (1:28.997) vs. Räikkönen (1:26.538):

Die Zeit gewinnt die Formel 1 allen voran in den Kurven, wie die Geschwindigkeiten in besonders anspruchsvollen Passagen zeigen: In Kurve 3 in Barcelona wurde das schnellste Auto mit 248 km/h gemessen, im Vorjahr waren es 212 km/h. Auch in Kurve 9 des Circuit de Catalunya stieg das Tempo von 215 auf 245 km/h. Durch Copse in Silverstone fegten die Boliden mit 290 statt 260 km/h und Puhon - die letzte Mutkurve in Spa-Francorchamps - passierten sie mit 289 statt 253 km/h.

Heißt unter dem Strich: Das Ziel, die Königsklasse um drei bis fünf Sekunden schneller zu machen, ist teilweise erreicht worden. Gemessen an den Qualifyingwerten weniger als gemessen an schnellsten Rennrunden, wobei die Werte mit Vorsicht zu genießen sind, weil sie teilweise stark vom Durchschnitt abweichen - und mit Autos erzielt wurden, die nicht das volle Potenzial der Technik widerspiegeln (etwa von Fernando Alonso im McLaren in Ungarn). Die Prognose, dass es sich bei den aktuellen Boliden um Kurvenmonster handeln würde, hat die Pirelli-Analyse dagegen bestätigt.

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