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Autosport Awards 2017: Das sind die Preisträger

Die "Motorsport-Oscars" sind vergeben: Alle Preisträger der Autosport Awards 2017 wie der "Fahrer des Jahres" und der "Rennwagen des Jahres" im Überblick

David Coulthard
Bei den Autosport Awards 2017 wurden wieder zahlreiche Branchengrößen geehrt
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Es ist die Nacht der Nächte im internationalen Motorsport: Bei den traditionellen Autosport Awards in London wurden verdiente Rennfahrer und Funktionäre für ihre Erfolge und Errungenschaften in der Rennsport-Saison 2017 und darüber hinaus mit Ehrungen versehen - allen voran Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, aber auch einige schnelle Nachwuchspiloten. Einen besonderen Preis gab es für den ehemaligen Rennfahrer Nelson Piquet, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Fahrer des Jahres: Lewis Hamilton

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton erhielt nach seinem bereits vierten WM-Titelgewinn gleich zwei Ehrungen: Er wurde zum internationalen "Fahrer des Jahres" bestimmt, aber auch zum besten britischen Rennfahrer - in Abwesenheit. Hamilton bedankte sich daher mit einer kurzen Videobotschaft für seine Auszeichnungen.

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In der Wahl zum "Fahrer des Jahres" ließ er unter anderem seine Formel-1-Rivalen Sebastian Vettel (Ferrari), Max Verstappen (Red Bull) und Fernando Alonso (McLaren) hinter sich.

Motorrad-Fahrer des Jahres: Marc Marquez

Zum vierten Mal in fünf Jahren gewann Marc Marquez aus dem Honda-Werksteam die MotoGP-WM - und den Titel "Motorrad-Fahrer des Jahres" bei den Autosport Awards 2017. Auch er war nicht persönlich anwesend, sondern wandte sich ebenfalls mit einem Videogruß an die Veranstaltungsbesucher. "Ich kann versprechen, dass ich genau so weiter mache: immer Vollgas", sagte Marquez.

Der Spanier hatte nach sechs der 18 MotoGP-Saisonrennen einen Rückstand von 37 Punkten auf die WM-Spitze gehabt, legte dann aber eine beeindruckende Aufholjagd hin und sicherte sich erneut den Titel.

Zur Wahl standen im Bereich Motorrad neben Marquez auch dessen WM-Rivale Andrea Dovizioso (Ducati), der wie Marquez sechs Saisonsiege erzielt hatte, sowie Maverick Vinales (Yamaha), Valentino Rossi (Yamaha) und Johan Zarco (Yamaha).

Rallye-Fahrer des Jahres: Sebastien Ogier

Bereits zum fünften Mal in Folge staubte WRC-Weltmeister Sebastien Ogier die Ehrung für den besten Rallye-Fahrer des Jahres ab. Und das hat auch einen Grund: Der Franzose siegte als Ford-Privatfahrer im Team M-Sport gegen seine Rivalen aus den Werksteams von Citroen, Hyundai und Toyota, nachdem er mit Volkswagen schon zum Serien-Weltmeister geworden war.

"Das ist definitiv etwas Besonderes", sagte Ogier. "Solche Geschichten schreibt der Motorsport nicht oft. Ich genieße diesen Moment sehr. Das bedeutet mir sehr viel."

Wie in der Rallye-WM setzte sich Ogier gegen Thierry Neuville (Hyundai), Ott Tänak (M-Sport), Kris Meeke (Citroen), Elfyn Evans (M-Sport) und Jari-Matti Latvala (Toyota) durch.

Rookie des Jahres: Charles Leclerc

Ferrari-Junior Charles Leclerc, der im kommenden Jahr als Sauber-Pilot in die Formel 1 aufsteigen wird, wurde für seine dominante Saison in der Formel 2 als "Rookie des Jahres" ausgezeichnet. Der Franzose erzielte auf dem Weg zum Titelgewinn insgesamt sieben Laufsiege und acht Pole-Position - in seinem ersten Jahr in der umkämpften Nachwuchsrennserie. Er erhielt seine Ehrung aus den Händen von Formel-1-Boss Chase Carey.

"Ich hatte nicht mit einer derartigen Saison gerechnet", sagte Leclerc. "Dass ich das Jahr mit der Beförderung ins Formel-1-Stammcockpit abschließen kann, ist fantastisch."

Ebenfalls für diese Kategorie nominiert war unter anderem der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso - für seine erste Teilnahme am Indy 500 in Indianapolis 2017.

McLaren Autosport BRDC Award: Daniel Ticktum

Daniel Ticktum aus Großbritannien hat die prestigeträchtige Auszeichnung für den besten Nachwuchsfahrer gewonnen. Er erhält damit einen Formel-1-Test mit McLaren und wird auch im Simulator des Teams testen dürfen. Der 18-Jährige hatte im November den berühmten Formel-3-Grand-Prix in Macao siegreich beendet, nachdem er sich bereits im Oktober in einem zweitägigen Shoot-out in Silverstone gegen die anderen Award-Kandidaten Enaam Ahmed, Max Fewtrell und Harrison Scott durchgesetzt hatte.

"Ich hatte ein herausragendes Wochenende in Macao, aber Silverstone hat das noch übertroffen", sagte Ticktum über den speziellen McLaren-Test in verschiedenen Fahrzeugen. "Ich kann kaum in Worte fassen, wie stolz ich bin, diese Auszeichnung erhalten zu haben. Meine Karriere war bisher nicht einfach, doch es gab Leute, die an mich geglaubt und mir eine Chance gegeben haben. Ich habe mich zurückgekämpft und aus meinen Fehlern gelernt."

Ticktum hatte 2015 nach einem Unfall in einer Safety-Car-Phase eine einjährige Rennsperre erhalten und wurde zur Saison 2017 in das Nachwuchsprogramm von Red Bull aufgenommen. Er startete 2017 unter anderem in der Formel Renault und in der GP3.

Rennwagen des Jahres: Mercedes W08

Das WM-Auto der Formel-1-Saison 2017, der Mercedes W08, wurde zum "Rennwagen des Jahres" gewählt - auch, weil es Mercedes damit gelungen war, trotz umfangreicher Regeländerungen beide WM-Titel zu verteidigen. Der W08 war in zwölf der 20 Formel-1-Rennen 2017 siegreich. Drei Grands Prix vor Schluss stand Mercedes damit bereits als Sieger der Konstrukteurswertung fest.

"Es war eine unheimlich schwierige Aufgabe, das Chassis und den Antriebsstrang zum Arbeiten zu kriegen", sagte Phil Crew stellvertretend für die Silberpfeile. Denn der W08 hatte den Ruf, eine "Diva" zu sein - aufgrund eines schmalen Einsatzfensters bei der Abstimmung.

Nominiert für die Ehrung waren zudem der Ferrari SF70H, der Red Bull RB13, der Porsche 919 aus der Langstrecken-WM (WEC), der Renault Z.E. 16 aus der Formel E und der Volkswagen Polo RX aus der Rallycross-WM (WRX).

Rallye-Auto des Jahres: Ford Fiesta RS WRC

Der Ford Fiesta RS WRC, das WM-Siegerauto von Sebastien Ogier, gewann die Wahl zum "Rallyeauto des Jahres" - und das im ersten Jahr unter dem neuen Reglement in der Rallye-WM (WRC) und bei großer Konkurrenz. "Es war ein unglaubliches Jahr", sagte Malcolm Wilson als Teamchef von M-Sport, der privaten Einsatzmannschaft, die mit Ogier den Weltmeister stellte und mit nur geringer Werksunterstützung für Ford auch die Konstrukteurswertung gewann.

John-Bolster-Award: ACO

Der Automobil Club de l'Ouest (ACO) als Ausrichter der 24 Stunden von Le Mans wurde mit dem John-Bolster-Award ausgezeichnet. Die Ehrung ist nach dem Mitgründer von Autosport, John Bolster, benannt und wird jährlich für besondere Verdienste um den Motorsport vergeben. ACO-Präsident Pierre Fillon nahm die Trophäe unter Anwesenheit der Le-Mans-Sieger Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley entgegen. "Diese Auszeichnung ist eine große Ehre", sagte Fillon, dessen Organisation das wohl berühmteste 24-Stunden-Rennen bereits zum 85. Mal veranstaltet hatte. "Jeder Fahrer", meint Fillon, "will Le Mans gewinnen."

Gregor-Grant-Award: Nelson Piquet

Der Gregor-Grant-Award für das sportliche Lebenswerk ging in diesem Jahr an den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet. Seinen Award erhielt der Brasilianer aus den Händen von Gordon Murray, der Piquets Brabham-Boliden in den 1980er-Jahren entworfen hatte. Mit Brabham gewann Piquet zwei seiner drei WM-Titel.

"Ich hatte eine fantastische Zeit im Motorsport", sagte ein sichtlich emotionaler Piquet. "Ich habe das sehr genossen und sehr viel gelernt, auch für das Leben. Das hat mich außerhalb des Motorsports Erfolg haben lassen. Selbst zu fahren ist aber deutlich einfacher als dem eigenen Sohn dabei zuzusehen."

Murray fand lobende Worte für den Geehrten: "Nelson ist ein fantastischer Rennfahrer mit viel natürlichem Talent. Es war ein großes Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Es war in der guten, alten Zeit. Damals kam es auf Leidenschaft und Einsatzbereitschaft an. Nelson war damals bei jeder Minute dabei, die wir mit dem Modellauto im Windkanal verbracht haben. Er war mit Feuereifer bei der Sache, aber wir hatten auch viel Spaß miteinander."

Gregor-Grant-Award: Derek Warwick

Ein zweiter Gregor-Grant-Award wurde an den scheidenden Präsidenten des britischen Rennfahrer-Klubs (BRDC) Derek Warwick vergeben - für Warwicks Bemühungen um die Nachwuchsarbeit in Großbritannien und um den britischen Formel-1-Grand-Prix in Silverstone. Während seiner aktiven Zeit fuhr Warwick selbst in der Formel 1, erzielte seinen größten Erfolg jedoch bei den 24 Stunden von Le Mans, die er 1991 für Peugeot gewann.

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