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Warum bei Red Bull plötzlich die Leistung einbrach

Daniel Ricciardo und Max Verstappen hielten im vorletzten Rennen der Formel-1-Saison 2017 in Brasilien phasenweise gut mit, hatten letztlich aber keine Chance

Max Verstappen
Max Verstappen und Red Bull kämpften in Brasilien mit stumpfen Waffen
© Sutton

(Motorsport-Total.com) - Die Zuversicht war groß zu Beginn des vorletzten Rennwochenendes der Formel-1-Saison 2017 beim Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo. Doch die Hoffnungen von Red Bull auf ein weiteres Topergebnis erhielten im Rennen einen Dämpfer: Weder Daniel Ricciardo noch Max Verstappen gelang der Sprung auf das Podium - aus unterschiedlichen Gründen. Denn Ricciardo, der nach technischen Defekten in der Startaufstellung zurückversetzt worden war, wurde schon beim Start in einen Unfall verwickelt und fiel zurück, aber auch Verstappen hatte der Konkurrenz von vorne kommend nicht viel entgegenzusetzen.

Entsprechend gemischt fällt das Fazit von Red-Bull-Teamchef Christian Horner aus: "Heute hatten wir nicht das Tempo, um unsere Konkurrenten vor uns unter Druck zu setzen. Wir waren zu konservativ unterwegs. Aber uns war eben wichtig, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen." Das ist dem österreichisch-britischen Team gelungen: Verstappen beschloss das Rennen in Interlagos auf Rang fünf, Ricciardo kämpfte sich noch auf Platz sechs nach vorne. Horner spricht vom "maximal möglichen Ergebnis" für sein Team, denn Ferrari und Mercedes seien im Renntrimm deutlich stärker gewesen.

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Das lag vor allem an zwei besonderen Umständen, wie Horner erklärt: der aufgrund der anhaltenden Zuverlässigkeitsprobleme bei Renault vorsichtigen Motoreinstellung und den zu stark abbauenden Reifen am RB13, was sich bereits im Freitagstraining abgezeichnet hatte. Verstappen etwa fiel im Rennen auf einmal deutlich ab. "Wir haben die Reifen zu sehr strapaziert", sagt Horner. "Max hielt in der Spitzengruppe mit. Doch bei diesem hohen Tempo und bei einem Einstopp-Rennen waren unsere Reifen am Ende des Stints einfach hinüber. Insgesamt", so der Teamchef, "war das also nicht berauschend."

Platz fünf ist das höchste der Gefühle für Red Bull

Das sieht Verstappen ähnlich und meint: "Mehr war heute nicht drin. Wir haben auf den Geraden zu viel Zeit verloren. Das war gut zu sehen, als Lewis mich überholte. Da haben wir auf dieser Strecke einfach keine Chance. Das ist bitter. Positiv war: In den ersten zehn, 15 Runden eines Stints waren wir konkurrenzfähig. Dann versuchst du aber, dein Defizit auf den Geraden zu kompensieren und nimmst die Reifen etwas zu sehr ran. Dann bauen die Reifen stärker ab und es wird noch schwieriger."

GP Brasilien, Highlights 2017

Das Formel-1-Rennen in Sao Paulo: Hamiltons furiose Aufholjagd, Vettels entscheidendes Manöver am Start


11.-12.11.2017
Foto 1 von 17
Die 17 besten Fotos des Grand Prix von Brasilien jetzt durchklicken: Sebastian Vettel feiert seinen 47. Sieg in der Formel 1, letztendlich souverän vor Valtteri Bottas und Teamkollege Kimi Räikkönen. Damit ist dem Ferrari-Star zumindest der Vizetitel kaum noch zu nehmen. Vor Abu Dhabi hat er 22 Punkte Vorsprung auf Bottas.
Die 17 besten Fotos des Grand Prix von Brasilien jetzt durchklicken: Sebastian Vettel feiert seinen 47. Sieg in der Formel 1, letztendlich souverän vor Valtteri Bottas und Teamkollege Kimi Räikkönen. Damit ist dem Ferrari-Star zumindest der Vizetitel kaum noch zu nehmen. Vor Abu Dhabi hat er 22 Punkte Vorsprung auf Bottas.

Womit der Ball wieder bei Renault landet, als Ausgangspunkt für die Red-Bull-Schwäche in Brasilien. "Wir fuhren auf Sicherheit", meint Horner, der das daraus resultierende Defizit auf "ein paar Zehntel" pro Runde schätzt. "Hier in Sao Paulo liegt uns die Strecke weniger gut als in Mexiko. Wir konnten im Mittelsektor nicht so viel Zeit gutmachen, wie wir im langen Bergaufstück im Schlusssektor verloren haben. Das ist genau, was uns gefehlt hat. Deshalb musste Max das Auto überfahren, um dranzubleiben. Da gehen aber dann natürlich die Reifen kaputt, speziell die hinteren. Es ist ein Teufelskreis ..."

Zumal Horner einräumt, während des Rennens trotz des gedrosselten Motors "nervös" gewesen zu sein. Red Bull habe ständig die Temperaturen im Blick, aus Angst vor einem möglichen weiteren Defekt am Renault-Antriebsstrang. "Natürlich machen wir uns da Sorgen", sagt er. "Allerdings sind wir das inzwischen auch gewohnt." Sein Team habe gelernt, mit einem Manko von "25 bis 30 PS" auf die Topteams, so Horner, und der mangelhaften Zuverlässigkeit zu arbeiten.

Ricciardo überzeugt mit starken Manövern

Red Bull muss also auf andere Weise glänzen - wie Ricciardo, der nach Runde eins ganz am Ende des Feldes fuhr, aber eine Reihe sehenswerter Überholmanöver zeigte. "Daniel ist einer der Besten beim Überholen", meint Horner bei 'Sky Sports F1' und fügt hinzu: "Das ist an diesem Nachmittag auch nötig gewesen. Er ist einer derjenigen, die am spätesten bremsen. Da ist er Weltklasse - und vielleicht der beste Überholer der Formel 1." Der Zwischenfall, der Ricciardo in einen Dreher und zum Aufholen gezwungen hatte, sei ein normaler Rennunfall gewesen. "So etwas passiert", sagt Horner. "Da regen wir uns nicht auf."

Auch Ricciardo kann sich mit der Szene arrangieren und meint rückblickend: "Die Außenbahn ist beim Start natürlich immer ein gewisses Risiko. Doch der Start ist eben auch eine sehr gute Gelegenheit, gleich mal ein paar Positionen gutzumachen. Ich vermute, da ist ein Auto gerutscht und in mich hineingefahren. Ich habe versucht, so viel Platz zu lassen wie möglich. Dennoch wurde ich getroffen. Zum Glück entstand dabei kein Schaden. Ich hatte nur einen platten Reifen, kam daher zum Boxenstopp herein. Danach arbeitete ich mich durch das Feld nach vorne - nicht so schnell wie Lewis, aber so schnell, wie es unser Tempo eben zuließ. Mit dem Rennen bin ich ziemlich zufrieden."

Im Ziel waren die beiden Red-Bull-Fahrzeuge nach unterschiedlichen persönlichen Rennverläufen nur durch 15 Sekunden voneinander getrennt. Auch, weil Verstappen einen ungeplanten weiteren Boxenstopp zum Reifenwechseln eingelegt hatte - "aus Sicherheitsgründen", wie Teamchef Horner erklärt. "Lewis war eh schon durch. Warum also ein Risiko eingehen?" Die Losung sei gewesen, das Rennen sicher zu beenden, meint Horner. "Und in Abu Dhabi greifen wir dann noch einmal richtig an."

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