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Renault & Sainz: Red-Bull-Schule Grund für die Verpflichtung

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul erklärt exklusiv: Das waren die Gründe, warum Carlos Sainz verplichtet wurde und er 2018 Nico Hülkenberg einheizen soll

Carlos Sainz, Cyril Abiteboul
Carlos Sainz sen. wollte seinen Sohn schon 2017 im Renault-Cockpit sehen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Renault ist eigenen Angaben nach "überglücklich" darüber, mit Carlos Sainz den absoluten Wunschkandidaten als Teamkollegen für Nico Hülkenberg in der Formel-1-Saison 2018 verpflichtet zu haben. "Er ist ein talentierter Fahrer, genau was wir brauchen", sagt Teamchef Cyril Abiteboul vor dem Grand Prix von Japan in Suzuka (Formel 1 2017 live im) Ticker im Interview mit 'Motorsport-Total.com' und lobt: "Er ist schnell, er ist erfahren."

Ein maßgeblicher Grund für seine hohe Meinung von Sainz ist die Red-Bull-Schule, die der 23-Jährige seit seinem Einstieg in die Formel BMW im Alter von 15 Jahren durchlaufen hat: "Er kommt aus einer sehr gut organisierten Struktur, in der er immer viel gefahren ist, viel trainieren konnte, viel im Simulator war. Wir arbeiten seit zwölf Jahren mit Red Bull zusammen und wissen daher sehr genau, was sie tun und wie sie ihre Fahrer managen. Und ich habe großen Respekt davor, wie sie das machen."

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Abiteboul spielt damit weniger auf Helmut Markos knallharten Umgang mit den Junioren an - Daniil Kwjat kann gerade ein Liedchen davon singen -, sondern vielmehr auf das perfekte Trainingsumfeld, das den jungen Rennfahrern geboten wird. Red Bulls Unterstützung ist nicht nur finanzieller Natur, sondern spielt sich etwa auch im mentalen und körperlichen Bereich ab. Am Stützpunkt in der Nähe der Konzernzentrale in Salzburg wurde schon so mancher Knabe zum Mann auftrainiert.

Argument für Sainz: Der 23-Jährige ist noch hungrig!

"Wir wussten, dass ein Fahrer, der von dort kommt, das perfekte Niveau für uns haben würde. Gleichzeitig ist Carlos jung genug, kann sich noch steigern, möchte vor allem noch Ziele für sich selbst und das Team, für das er fährt, erreichen", erklärt Abiteboul. Trotzdem sei Sainz "nicht der einzige Fahrer" gewesen, "mit dem wir gesprochen haben. Wir haben uns einige andere Optionen angesehen." Zum Beispiel Sergio Perez und Robert Kubica, wie man munkelt.

Der einzige Wermutstropfen, der mit der Sainz-Verpflichtung einhergeht: Wenn ihn Red Bull 2019 zurück haben möchte, um Max Verstappen oder Daniel Ricciardo zu ersetzen, muss Renault Sainz ziehen lassen. Denn Renault hat ihn von Red Bull quasi nur ausgeliehen. Abiteboul bestätigt, dass es eine solche Option gibt, und erklärt im Detail: "Als Red-Bull-Fahrer hätte Red Bull für ihn Priorität - Red Bull Racing, nicht Toro Rosso. Wir kommen an zweiter Stelle der Rangfolge."

Red-Bull-Junioren in der Formel 1

Alle Piloten aus dem Nachwuchsprogramm von Red Bull, die den Aufstieg in die Formel 1 geschafft haben


2004-2017
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Christian Klien (2004-2006): Mit Unterstützung von Red Bull debütierte der Österreicher 2004 bei Jaguar in der Formel 1. Nach der Übernahme des Rennstalls durch den Engergy-Drink-Hersteller fuhr Klien auch 2005 und 2006 bei den meisten Grands Prix für das nun Red-Bull-Racing genannte Team an der Seite von David Coulthard. Ende 2006 schied Klien nach Streitigkeiten über einen Wechsel in die ChampCar-Serie aus dem Red-Bull-Kader aus. Später war der Österreicher Testfahrer für Honda und BMW-Sauber und fuhr 2010 drei Rennen für HRT. Bis zuletzt war Klien im Langstreckensport aktiv.
Christian Klien (2004-2006): Mit Unterstützung von Red Bull debütierte der Österreicher 2004 bei Jaguar in der Formel 1. Nach der Übernahme des Rennstalls durch den Engergy-Drink-Hersteller fuhr Klien auch 2005 und 2006 bei den meisten Grands Prix für das nun Red-Bull-Racing genannte Team an der Seite von David Coulthard. Ende 2006 schied Klien nach Streitigkeiten über einen Wechsel in die ChampCar-Serie aus dem Red-Bull-Kader aus. Später war der Österreicher Testfahrer für Honda und BMW-Sauber und fuhr 2010 drei Rennen für HRT. Bis zuletzt war Klien im Langstreckensport aktiv.

"Das ist ein Zugeständnis, das wir machen mussten", räumt Abiteboul ein. Renault wolle aber Fortschritte machen, um 2020 WM-reif zu sein, und dafür brauche man die besten verfügbaren Fahrer. Das sei in der aktuellen Situation Sainz gewesen - auch wenn man ihn eben nicht langfristig binden konnte. Zumal Abiteboul hofft, sportlich so große Fortschritte zu machen, dass Sainz Ende 2018 gar nicht mehr zu Red Bull will.

Renault hätte 2018 noch nicht mit Kaliber Sainz gerechnet

"Es liegt für uns fast über unseren eigenen Erwartungen, schon 2018 einen Fahrer wie Carlos zu haben", freut sich Abiteboul. "Darum tut es mir auch nicht ganz so weh, dass wir dieses Zugeständnis machen mussten. Wir wissen: Falls es uns nicht gelingen sollte, Carlos für 2019 an uns zu binden, dann wird es Bewegung auf dem Fahrermerkt geben, und wenn wir 2018 konkurrenzfähig sind, werden sich für uns sicher attraktive andere Fahreroptionen ergeben."

Der Renault-Teamchef gibt übrigens zu, Sainz schon jetzt mit anderen Augen als vor der Unterschrift zu beobachten. Zum Beispiel bei dessen überragendem vierten Platz in Singapur: "Das war eine weitere Bestätigung für die Entscheidung. Wenn du einen Fahrer unter Vertrag genommen hast, beobachtest du ihn mit anderen Augen. Aber im Moment ist er noch ein Gegner. Insofern kann ich mich über seinen vierten Platz nicht freuen, denn wir befinden uns in der WM im Kampf mit Toro Rosso."

Fraglich ist, wie harmonisch es zwischen Sainz und Hülkenberg zugehen wird. Doch selbst eine spannungsgeladene Fahrerpaarung wie derzeit bei Force India, zwischen Perez und Esteban Ocon, wäre für Abiteboul ein "Luxusproblem". Dass Sainz auf Anhieb auf Hülkenberg-Niveau fahren wird, davon geht der Renault-Teamchef "ziemlich sicher" aus, auch wenn er anmerkt: "Vielleicht werden sie unterschiedlich sein."

Abiteboul glaubt: Hülkenberg muss sich strecken

"Nico ist ein sehr starker Qualifyer, Carlos ist an Sonntagen sehr stark. Oder auch bei schwierigen Verhältnissen wie in Singapur", sagt er. "Er ist ein fantastischer Regenfahrer und in schnellen Passagen wie in Spa ist er unheimlich stark. Ich sage nicht, dass Nico in diesen Bereichen schwächer ist als Carlos, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die beiden gegenseitig pushen werden. Und das ist genau das, was du dir von deinen Fahrern erhoffst."

Von Hülkenberg werde man 2018 "sicher" noch mehr sehen, wenn der Teamkollege Sainz heißt und nicht mehr Jolyon Palmer: "Das soll nicht heißen", relativiert Abiteboul, "dass ich damit rechne, dass von Nico noch groß mehr kommen wird. Denn wenn man sieht, was er jetzt schon an den Samstagen zu leisten imstande ist, dann ist das jetzt schon eines der beeindruckenderen Elemente von Nico."

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Nico heute schon das Beste aus unserem Paket rausholt", lobt der Franzose seine deutsche Nummer 1. "Aber gleichzeitig, ja, glaube ich schon, dass sich Carlos positiv auswirken wird. Wir können es uns nicht länger leisten, so ein steiles Gefälle zwischen den beiden Fahrern zu akzeptieren. So funktioniert das nicht. Das ist etwas, was wir für nächstes Jahr unbedingt ändern mussten."

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