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Formel-1-Geschichte: Die Zeit der japanischen Miniteams

Zwei kleine Teams aus Japan versuchten sich in den 1970er-Jahre in der Formel 1 - Der Erfolg blieb jedoch aus

Maki
Maki ist eines von zwei kleinen Teams aus Japan, die sich in der Formel 1 versuchten
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Neben Honda, Super Aguri und Toyota, die Millionen Euro in ihre Formel-1-Projekte gepumpt haben, gab es in den 1970er-Jahren noch zwei kleine japanische Formel-1-Teams, die versuchten, in der Königsklasse Fuß zu fassen. Zu diesem Zeitpunkt war die Formel 1 technisch noch nicht so ausgeklügelt und teuer. Damals nutzten viele Teams ein unkompliziertes Aluminium-Chassis, den populären Cothworth-DFV-V8-Motor aus dem Hause Ford und ein Hewland-Getriebe mit manueller Handschaltung. Das waren die sogenannten "Kit Cars".

Im Jahr 1974 gründete Kenji Mimura das kleine Team Maki Engineering. Masao Ono und Mimura konzipierten damals das erste Formel-1-Auto des Rennstallt, den Maki F101. Es war ein einfach gehaltenes Kit Car mit einem Cosworth-Motor und Hewland-Getriebe. Generell war das Auto technisch gesehen keine Innovation. Die Experten erkannten damals jedoch, dass viele Teile des Autos im Verhältnis zu den anderen Formel-1-Boliden überdimensioniert waren, weshalb das Gewicht des Fahrzeugs 150 Kilogramm über dem Limit lag.

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Die Karosserie des Autos war einzigartig. Es wurden eine riesige Airbox, lange Seitenkästen und ein riesiger Frontflügel montiert. Um den Luftstrom um das Cockpit herum zu leiten, wurde zudem ein merkwürdiges, gelbes Cockpit-Schild angebracht. Die Ingenieure fanden schnell heraus, dass die sperrige Karosserie zu einer Überhitzung des Motors führte, weshalb einige Teile modifiziert wurden, um den Kühlprozess zu optimieren.

Gesteuert wurde das einzigartige Fahrzeug von Howden Ganley aus Neuseeland. Das Team gab sein Debüt beim Grand Prix von Großbritannien 1974 in Brands Hatch. Der Maki-Pilot schaffte es jedoch nicht, das Auto für das Rennen zu qualifizieren. Einige Wochen später reiste der Rennstall nach Deutschland an den Nürburgring. Aufgrund der unebenen Rennstrecke brach jedoch die Aufhängung des Autos, weshalb Ganley in die Mauer krachte. Dabei brach sich der Neuseeländer beide Handgelenke. In dieser Saison nahm Maki an keinem Formel-1-Rennen mehr teil.

Im Jahr 1975 kehrte das japanische Team wieder zurück und brachte ein neues Fahrzeug, den F101C, auf die Strecke. Die komplette Karosserie des Autos wurde überarbeitet. Gefahren wurde es von Hiroshi Fushida, einem relativ unbekannten Rennfahrer aus Japan. Nachdem der Japaner mehrmals daran scheiterte, sich für die Rennen zu qualifizieren, übernahm Tony Trimmer das Cockpit. Aber auch er schaffte es nicht, mit dem Maki-Auto an einem Rennen teilzunehmen.

Seinen letzten versucht startete Maki im Jahr 1976 beim Grand Prix von Japan. Wieder griff Trimmer ins Steuer des neuen F102A. Es gelang ihm jedoch wieder nicht, sich für das Rennen zu qualifizieren. Ganze zwölfmal scheiterte der Rennstall im Zeittraining, weshalb sich Maki gänzlich aus der Formel 1 zurückzog.

Während derselben Ära versuchte sich ein weiteres Team in der Königsklasse. Kojima wurde vom ehemaligen Suzuki-Motocross-Werksfahrer Matsuhisa Kojima gegründet und setzte seine Fahrzeuge überwiegend in nationalen Rennserien ein. Das erste Formel-1-Auto baute der Rennstall im Jahr 1976.

Viele Ex-Maki-Teammitglieder, darunter auch Ono, halfen dabei, den Kojima KE007 zu entwickeln. Das Team nutzte Dunlop-Reifen und setzte auf eine Federung, die an das Konzept aus dem Motocross-Sport angelehnt war. Die Wasserkühlung wurde in den Seitenkästen untergebracht und die Ölkühlung unter dem Heckflügel montiert. Die Karosserie bestand aus mit Kohlefaser verstärktem Fiberglas.

Bevor das Team im Jahr 1976 beim Grand Prix von Japan in Fuji sein Debüt gab, testete der japanische Held Masahiro Hasemi den neuen Formel-1-Boliden. Das Rennen in Fuji war der legendäre Lauf, in dem die Meisterschaft zwischen James Hunt im McLaren und Niki Lauda im Ferrari entschieden wurde. Hasemi schaffte es im Training erstaunlicherweise, die viertschnellste Zeit zu fahren. Im zweiten Training krachte er mit dem Auto jedoch in die Streckenbegrenzung.

Das Team schaffte es aber, das Fahrzeug zu reparieren. Hasemi qualifizierte sich anschließend für Startplatz zehn. Am Renntag regnete es stark und obwohl das Team wegen der Dunlop-Reifen Sorgen hatte, überquerte Hasemi die Ziellinie auf dem elften Platz.

In der darauffolgenden Saison baute das Team den KE009, der durch einen Cosworth-Motor angetrieben wurde. Diesmal setzte der Rennstall jedoch auf Bridgestone-Reifen, die im Vergleich zu den Dunlop-Gummis weniger Leistung brachten. Der neue Fahrer Noritake Takahara qualifizierte sich auf Platz 19.

Er geriet in der ersten Runde des Rennens jedoch mit dem Surtees-Boliden von Hans Binder aneinander und musste aufgeben. Das Privatteam Heros Racing startete ebenfalls mit einem KE009, der von Kazuyoshi Hoshino gesteuert wurde. Der Japaner sicherte sich den elften Startplatz und beende das Rennen auch auf Rang elf. Sieger des Rennens war Hunt, der zwei Runden Vorsprung auf Hoshino hatte. Das war das letzte Rennen für das Kojima-Team aus Japan.

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