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1986: Ein Mexiko-Grand-Prix für die Ewigkeit

Erster Sieg für Gerhard Berger, Benetton & Pirelli: Wie der Österreicher trotz Fiebers allen die Show stiehlt und Hunt Mansell vor dem WM-Matchball medial fertigmacht

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Gerhard Berger raste mit dem Ferrari-Vertrag in der Tasche zum ersten Sieg.
Gerhard Berger raste mit dem Ferrari-Vertrag in der Tasche zum ersten Sieg.

(Motorsport-Total.com) - "Koste diesen Moment so gut wie möglich aus", sagt der 37-jährige McLaren-Pilot Keke Rosberg zum unbekümmerten Ex-BMW-Kollegen Gerhard Berger, bevor er völlig erledigt auf das Siegerpodest klettert. "Diese Augenblicke sind seltener als man am Anfang glaubt." Der 27-jährige Österreicher hört den Rat seines Freundes, nachdem er sensationell die Formel-1-Premiere in Mexiko für sich entschieden hat, und sich nun endlich Grand-Prix-Sieger nennen darf.

Aber er weiß die Worte nicht zu deuten. "Ich hatte nur ein großes Naturtalent, aber mir war das alles gar nicht bewusst, es ging alles wie von selbst", wird sich Berger Jahrzehnte später gegenüber dem 'Sportmagazin' an seine erste Sternstunde erinnern. Es war ein denkwürdiges Rennen mit einigen Superlativen: Berger holte nicht nur den ersten von zehn Siegen, sondern bescherte auch dem aus der Toleman-Truppe entstandenen Benetton-Team und Reifenhersteller Pirelli den ersten Triumph in der Formel 1. Und er sorgte für die letzte Triumphfahrt des legendären BMW-Turbomotors.

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Doch wie kam es zu diesem historischen Ereignis? Berger, der mit Hilfe von BMW 1984 bei ATS-BMW und 1985 bei Arrows-BMW fuhr, wurde 1986 zum neuen Rennstall des italienischen Strickwaren-Herstellers transferiert. Und zeigte plötzlich Achtungserfolge. Auch wenn die Zuverlässigkeit nicht immer passte, gelang Berger schon beim dritten Saisonrennen in Imola mit Platz der erste Podestplatz der Karriere.

Berger: Triumph dank Schumachers WM-Architekten

Beim Heimrennen auf dem Österreichring, aus dem später der Red-Bull-Ring werden sollte, lag sogar die absolute Sensation in der Luft, als der Lokalmatador gemeinsam mit seinem Teamkollegen Teo Fabi aus der ersten Startreihe ins Rennen gingen und Berger souverän führte, als seine Batterie streikte und ihn den Sieg kostete.

Im Fahrerlager spürte man aber schon damals: Da wächst ein kommender Superstar heran. Berger wurde in einem Atemzug mit Lotus-Senkrechtstarter Ayrton Senna genannt, der im Jahr davor seine ersten zwei Grand-Prix-Siege errungen hatte. Was damals aber nicht viele wussten: Bergers Bolide war unter anderem das Werk von Designer Rory Byrne und Technikguru Pat Symonds, die später einen großen Anteil an Michael Schumachers zwei WM-Titeln bei Benetton haben sollte. Der Südafrikaner spielte später auch in der Ferrari-Ära des Rekordweltmeisters eine tragende Rolle.

"Ich hatte ein brutal gutes Auto, den Benetton B 186", weiß Berger heute. "Auch das war mir damals nicht so klar. Immerhin hatte es Rory Byrne gebaut, der später die Weltmeister-Ferraris von Schumacher konstruierte." Dafür ließ Bergers Einstellung damals laut eigenen Angaben noch etwas zu wünschen übrig: "Mein Auto fuhr sich fantastisch, aber mir fehlte noch jeglicher Ernst. Zwei, drei Jahre später hätte ich es eher verstanden, was ich da für eine Chance hatte, aber ich war noch nicht routiniert genug. Ich hab mein Naturtalent nicht genutzt, aber der Wille zum Fleiß und zur akribischen Arbeit ist eben auch ein Talent, das man unterschiedlich stark hat."

Berger zu Ferrari: Wie sich BMW ein Eigentor schießt

Doch nicht nur Berger erkannte das damalige Potenzial nicht ganz, sondern auch Förderer BMW, der sich strategisch ein kapitales Eigentor schoss. Eigentlich war das österreichische Talent nur dank des bayrischen Konzerns 1986 zu Benetton transferiert worden, denn die Truppe um den ehemaligen Williams-Teammanager Peter Collins wollte eigentlich Eddie Cheever. BMW legte aber ein Veto ein: "Ohne Berger gibt es keine Motoren!"

Durch den Tod von Elio de Angelis und den nicht konkurrenzfähigen Brabham-BMW entschied sich der Konzern, nach dem letzten Saisonrennen aus der Formel 1 auszusteigen. Das kam allerdings bei Brabham-Teamchef Bernie Ecclestone gar nicht gut an, der auf den Vertrag für 1987 pochte. BMW blieb also nicht anderes übrig, als die britische Truppe auch im Jahr darauf mit Motoren zu versorgen.

Aus diesem Grund konzentrierte man sich fortan voll auf die Zusammenarbeit mit dem Brabham-Team, obwohl sich das Team durch den Rausschmiss von Staringenieur Gordon Murray im freien Fall befand, und vernachlässigte Benetton, obwohl man dort das hauseigene Toptalent Berger geparkt hatte. Als sich nach dem Imola-Podestplatz der "Commendatore" Enzo Ferrari bei Berger meldete und Interesse bekundete, ließ sich dieser nicht lange locken. "Wenn BMW mit Benetton in großem Stil weitergemacht hätte, wäre ich geblieben", sagte er später.

Selbst vor Ferrari erstarrt Berger nicht in Ehrfurcht

Als Berger also nach Mexiko reiste, war längst klar, dass er im Jahr darauf für die Scuderia fahren würde. Auch die Ehrfurcht vor dem legendärsten Team der Formel 1 hielt sich in Grenzen. "Ich habe nicht zu schätzen gewusst, was das bedeutet", gibt Berger zu, um im nächsten Atemzug zu sagen: "Andererseits war es eben auch eine Stärke von mir, dass ich so war, wie ich war." Besonders viel Druck machte sich der Tiroler Naturbursch eben auch nicht.

Da änderte auch der Antrittsbesuch in Maranello unmittelbar vor dem Mexiko-Grand-Prix nicht viel. "Wir haben eine Sitzprobe gemacht, nachher bin ich ein bisschen durch die Fabrik gegangen und habe den Leuten Grüß Gott gesagt", erzählte der unbekümmerte Österreicher. Nun wollte er Italienisch lernen: "Denn als ich für Trivellato in der Formel 3 gefahren bin, war ich leider zu faul dazu. Außerdem musste ich damals zuerst mein Englisch verbessern."

Mansell: Testarbeit und Montezumas Rache vor Titel-Matchball

Für Schlagzeilen sorgten vor der Premiere im neu entworfenen Autodromo Hermanos Rordriguez ohnehin andere: Die um den Titel kämpfenden Teams Williams und McLaren hatten sich am Fuße der steirischen Alpen bei Tests auf dem Österreichring auf die ungewohnte mexikanische Höhenluft vorbereitet. Das Problem: In der um 20 Prozent dünneren Luft stießen die damalige Turbolader an ihre Grenzen.

Während McLaren Titelkandidat Alain Prost eine Auszeit gönnte und Rosberg für den Test nominierte, durften sich bei Williams beide Piloten beste Titelchancen ausrechnen. Aber weil Nelson Piquet dringend nach Rio de Janeiro musste, biss WM-Leader Nigel Mansell, der in Mexiko seinen ersten Titel-Matchball hatte, in den sauren Apfel.

"Alles was nach harter Arbeit riecht, ist Piquet zuwider", richtete der verärgerte Brite seinem Williams-Stallfeind aus. Überhaupt war das Momentum im Vorfeld des Grand Prix von Mexiko nicht auf der Seite des Arbeiterklasse-Helden. Als er in Mexiko ankam, zog er sich eine Magenverstimmung zu, die dort "Montezumas Rache" genannt wird.

Buckelpiste und Peraltada-Zielkurve sorgen für Angst und Schrecken

Und das Rennen drohte zu einem absoluten Härtetest zu werden: Anstatt eine neue, glatt asphaltierte Strecke vorzufinden, war der Kurs voller Bodenwellen, wie die Piloten am Donnerstag beim sogenannten Informationstraining herausfanden. Dazu kam die dünne, verschmutzte Luft und die damals befahrene 180-Grad-Peraltada-Zielkurve, die die Fliehkräfte über mehrere Sekunden enorm ansteigen ließ. Um dieser Herausforderung standzuhalten, griffen manche Piloten zu ungewöhnlichen Mitteln: Ferrari-Fahrer Michele Alboreto fixierte seinen Helm mit einem Lederriemen unter der rechten Achsel, um die Qualen etwas zu lindern.

Dazu kam das schlechte Ansprechverhalten der Turbomotoren, was auf die Höhenluft zurückzuführen war. Dabei waren die damaligen Boliden generell schon Herausforderung genug: "Wir hatten 1986 Autos mit 1.400 PS, die sich aber wie Lastwagen fuhren, ohne Traktionskontrolle, mit einer Handschaltung. Du hattest eigentlich immer nur eine Hand fürs Lenkrad, mit drei Pedalen statt zwei - Kupplung, Bremse, Gas. Im fünften Gang haben die Räder durchgedreht - das waren Monster, die unfahrbar waren", erinnert sich Berger.

Dennoch gelang es ihm, im ersten Qualifying am Freitag überraschend die Bestzeit in den mexikanischen Asphalt zu brennen. Und das, obwohl er bei den Topspeed-Werten auf der Geraden nur auf Platz zehn lag. Die Runde des Österreichers war nahezu perfekt: Berger umrundete den Kurs in 1:17.780 Minuten - der Benetton-Computer hatte eine Optimalzeit von 1:17.692 berechnet. "Der hat's gut", schmunzelte der Tiroler. "Der braucht seine Zeit ja nicht selber zu fahren."

Legende Hunt demütigt Mansell: "An der Grenze zur Dummheit"

Damit war Berger sogar der einzige unter 1:18: Piquet, Mansell, Senna und Prost folgten auf den Plätzen. Am Samstagmorgen nahm das bislang mäßige Wochenende Mansells seinen Lauf: Als ob die Magenverstimmung nicht schon reichen würde, musste er sich auch noch mit einer medialen Schelte durch den bis dahin letzten britischen Formel-1-Weltmeister James Hunt herumschlagen.

Der Weltmeister 1976, der die Rennen für die britische BBC gemeinsam mit Murray Walker kommentierte, meinte gegenüber der Zeitung 'Times', dass Mansell "in der Boxengasse nicht gerade beliebt" sei und nur wenige sich wünschen würde, dass sein Landsmann im Titelkampf das Rennen macht. Außerdem würde Mansells "Naivität zwar in der Öffentlichkeit gut ankommen", im Formel-1-Business würde dieser "aber eher an der Grenze zur Dummheit wahrgenommen" werden. Eine Attacke, die saß.

Mansell konnte im Samstags-Qualifying zwar seine Zeit verbessern, zog aber gegen Piquet klar den Kürzeren. Die Pole holte Senna, der schon zum achten Mal in dieser Saison den Lotus auf den besten Startplatz stellte. Er profitierte vom perfekt auf die Höhenluft getrimmten Renault-Motor und fuhr eine tolle Bestzeit von 1:16.990. Beinahe wäre er aber auf dem Weg zur Pole in der gefürchteten Peraltada-Zielkurve abgeflogen, in der es den Lotus bei Tempo 230 auf einer Bodenwelle versetzte.

Senna explodiert bei Qualifying-Pressekonferenz

Damit wäre er nicht der einzige gewesen, denn am Freitag erwischte es dort Rosberg und Ligier-Pilot Philippe Alliot, am Samstag beschädigte Huub Rothengatter dort seinen Zakspeed so stark, dass sein Wochenende beendet war. Bei der Pressekonferenz kam es zum Eklat, als ein Journalist Senna provokant fragte: "Hast du heute das illegale Chassis genutzt?" Der Brasilianer antwortete gereizt: "Jeder kann gegen unser Chassis protestieren, aber warum tut das niemand?" Und verließ vorzeitig den Raum.

Doch wo stand Berger? Der Benetton-Pilot konnte seine Zeit nur geringfügig verbessern und musste mit Platz vier vorliebnehmen, weil sein BMW-Turbomotor für Probleme sorgte. Und wurde vom unter Druck stehenden Mansell gleich ins Gebet genommen, beim Start ja aufzupassen. "Mach dir keine Sorgen", antwortete der Mann aus Wörgl. "Wenn ich vor der ersten Kurve vor dir bin, gehe ich kurz vom Gas und du kannst vorfahren, damit du den Anschluss an deine Freunde nicht verlierst."

Der Benetton-Pilot hatte ohnehin längst andere Probleme: Wie Gesprächspartner Mansell war er angeschlagen, hatte 38,5 Grad Fieber. "Mir ist schwindig", stöhnte er und verkroch sich in der Box unter einer Werkbank, um sich vor der Sonne zu schützen. Unterm Helm trug er eine spezielle Kühlhaube, in der Trinkflasche hatte er Spezialtee. "Komm an die Box, wenn dir schlecht wird", macht sich Teamchef Collins Sorgen. Doch Berger will das Rennen unbedingt durchfahren, riecht nach der Bestzeit im Warm-Up seine Chance.

Rückfall auf Platz 18: Mansell zeigt beim Start Nerven

Doch dann erwies sich Mansells Gespräch mit dem Geheimtipp als völlig unnötig: Während Berger gut startete, bekam der WM-Leader den ersten Gang nicht hinein und verpatzte den Start völlig. Als er mit dem zweiten endlich in Fahrt kam, war das Feld bereits enteilt: Mansell fiel auf Platz 18 zurück. Beinahe hätte sich der Brite trotzdem freuen können: Pole-Setter Senna kam schlechter weg als Piquet, und beinahe berührten sich die beiden Landsleute auf dem langen Weg zur ersten Kurve. Obwohl Senna alle Register zog und mit qualmenden Reifen in die erste Kurve einbog, schoss der Williams-Pilot in Führung.

"Ich hatte Ayrton dort, wo ich ihn haben wollte - auf dem schmutzigen Teil der Strecke. Aber Senna versuchte trotzdem, an mir vorbeizugehen, wobei er uns um ein Haar beide von der Strecke geschossen hätte", befürchtete Piquet bereits eine Kollision. Berger war zunächst erster Verfolger der beiden Spitzenreiter, wurde dann aber vom immer besser in Schuss kommenden McLaren-Piloten Prost überholt, der sich eisern an seine Titelchance klammerte.

Wie es WM-Leader Mansell nach seinem Horrorstart erging? Der hatte sich mit gewohntem Einsatz nach elf Runden schon wieder auf Rang neun nach vorne gearbeitet. Doch dann folgte die nächste Ohrfeige: Der linke Goodyear-Vorderreifen des Briten warf plötzlich Blasen, was ihn zu einem vorzeitigen Stopp zwang und ihn um die Früchte seiner Arbeit brachte - es ging zurück auf Platz sieben.

Kein Boxenstopp: Wie Bergers Reifentrick stach

Doch rasch stellte sich heraus, dass Mansell nicht das einzige Reifenopfer war. "Die Strecke baute plötzlich viel mehr Grip auf als zuvor", erzählt Teamkollege Piquet, der an der Spitze ebenfalls mit abbauenden Reifen kämpfte. Überraschenderweise kam aber Prost, der wie Senna auf einen Goodyear-Spezialreifen mit einer kühlenden zusätzlichen Gummischicht setzte, in der 30. von 68 Runden als erster Pilot des Spitzen-Quartetts, das nur durch vier Sekunden getrennt war, herein. Zwei Runden später folgte Leader Piquet, sechs Runden danach auch Senna.

Plötzlich lag Berger in Führung, dessen Pirelli-Reifen nach wie vor keine Abnutzungserscheinungen zeigten. Der Grund dafür: Der Österreicher setzte auf der linken Seite auf härtere Reifen als rechts, was in der heutigen Formel 1 vom Reglement verboten ist. Somit war der Benetton auch für die reifenmordende Peraltada-Zielkurve vorbereitet.

Und auch die physische Schwäche war auf einmal verflogen. "Ich dachte nie ans Aufgeben, ich fühlte mich riesig, die Krankheit war wie weggeblasen", sagt der Benetton-Pilot, der auf einmal 23,6 Sekunden vor Senna lag. Dahinter folgte mit etwas Abstand Piquet, der auch vom immer besser in Schuss kommenden Prost überholt wurde. Doch anstatt von den Verfolgern eingeholt zu werden, gelang Berger, was kaum jemand für möglich gehalten hatte: Er baute den Vorsprung sogar leicht aus.

Boxen-Stammgast Piquet sorgt für Rekord

"Langsam merkte ich, dass Berger überhaupt nicht Reifen wechseln wird", erzählt Senna, der zu diesem Zeitpunkt schon wieder Probleme mit den Vorderreifen bekam. Ein weiterer Stopp folgte, während die Williams-Piloten bereits zu Stammgästen in der Boxengasse wurden: Piquet kam insgesamt drei Mal an die Box und fiel damit sogar in die Gegend von Mansell zurück - das Duo war bereits überrundet.

Selbst ein Ausfall des Boxenfunks konnte Berger am Ende nicht mehr an seinem ersten Grand-Prix-Sieg hindern. Prost nutzte die Williams-Reifenprobleme mit einer cleveren Fahrt zu Platz zwei. Obwohl er ganze 26 Sekunden hinter Berger ins Ziel kam, hielt er sich trotz Problemen gekonnt vor Senna. "Ich hätte eigentlich noch einen Reifenstopp einlegen müssen", verrät der Franzose, der mit Platz zwei den Grundstein für seine Titelverteidigung legte. "Aber mein Motor lief nur noch auf fünf Zylindern, so habe ich darauf verzichtet." Hinter den Top 3 kam das Williams-Duo Piquet und Mansell ins Ziel.

Trotz des Debakels stellte Piquet in der Auslaufrunde noch einen Rekord auf: Zunächst wollten die gestrandeten Johansson und Rene Arnoux die Gelegenheit nutzen, um den Überraschungs-Sechsten Philippe Alliot als Taxi zu nutzen. Doch der Franzose würgte seinen Ligier ab, wodurch das Trio bei Piquet aufstieg - Arnoux und Johansson auf den Seitenkästen, Alliot auf der Motorhaube. Es war das einzige Mal, dass ein Pilot gleich drei Kollegen an die Box transportierte.

Prost legt Grundstein zur Titelverteidigung

An der Box angekommen, nutzte der Brasilianer sofort die Gelegenheit, um gegen seine Titelrivalen zu sticheln. "Ich gönne Gerhard diesen Sieg, der überfällig war, denn dadurch haben meine WM-Konkurrenten Mansell und Prost nicht das Punktemaximum geholt." Der strahlende Sieger wirkt währenddessen auf dem Siegerpodest äuerst geschlaucht, musste sich sogar an der Wand anlehnen. "Ich war wie in Trance", erzählt er.

Für die WM bedeutete das Ergebnis, dass Mansell beim WM-Finale in Australien mit einem dritten Platz Weltmeister werden konnte. Das Ergebnis ist bekannt: Beim Briten explodierte bei hoher Geschwindigkeit der Hinterreifen, wodurch Prost die Krone mit einem Sieg vor Piquet abstaubte. Nicht unwesentlich für Mansells Niederlage war aber auch das verpatzte Wochenende in Mexiko.

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