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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Kacke gelaufen: Warum sich Sebastian Vettel selbst an die Nase fassen muss, Singapur aber noch lange nicht das Ende seiner WM-Träume ist

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Wie gewonnen, so zerronnen: Als Favorit ins Wochenende gestartet, platzt Sebastian Vettels Traum vom fünften Sieg in Singapur schon am Start. Jacques Villeneuve findet: "Daran ist nur er selbst schuld. So fahren die Jungs in der Formel 3." In der WM fehlen sechs Rennen vor Schluss plötzlich 28 Punkte auf Lewis Hamilton.
Wie gewonnen, so zerronnen: Als Favorit ins Wochenende gestartet, platzt Sebastian Vettels Traum vom fünften Sieg in Singapur schon am Start. Jacques Villeneuve findet: "Daran ist nur er selbst schuld. So fahren die Jungs in der Formel 3." In der WM fehlen sechs Rennen vor Schluss plötzlich 28 Punkte auf Lewis Hamilton.

(Motorsport-Total.com) - Liebe Leser,

nach diesem Nachtrennen in Singapur kann es für unsere Montags-Kolumne nur einen geben: Sebastian Vettel. Auch wenn es mir zuwider ist, einen Fahrer gleich zweimal hintereinander "schlecht schlafen" zu lassen, lässt mir der Ausgang des gestrigen Grand Prix keine andere Wahl. Und der neue WM-Stand auch nicht.

28 Punkte sind es nun, die Vettel auf Lewis Hamilton fehlen. Klingt nach viel - ist es aber eigentlich nicht. Ich stimme nicht ein in den Chor derer, die von einer WM-Vorentscheidung sprechen.

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Wie schnell 25 Punkte weg sein können, musste Hamilton vergangenes Jahr in Malaysia (Motorschaden, in Führung liegend) schmerzlich erfahren. Und dass Ferrari noch lange nicht abzuschreiben ist, liegt auch daran, dass die Scuderia für die letzten sechs Rennen noch eine neue Motoren-Spec einführen kann. Diesen Pfeil hat Mercedes schon vor Spa verschossen.

Trotzdem: Das berühmte "Momentum" ist nicht auf Vettels Seite. Mercedes kam mit neuer Stärke aus der Sommerpause zurück, Hamilton legte gleich einmal einen lupenreinen Hattrick hin. Der Brite fährt in der Form seines Lebens, und Valtteri Bottas ist kein Gegner mehr.

Wenn es in die entscheidende Phase einer WM geht, hat Hamilton einfach das kleine Fünkchen Talent (und Erfahrung) mehr. Das weiß auch Toto Wolff. Daher wird sich die Stallorder-Posse von Ungarn nicht wiederholen. Ein Vorteil weniger, den Ferrari bis vor kurzem noch hatte.

Was Vettel besonders wehtun muss: Er hat sich die missliche Lage selbst zuzuschreiben. Nach dem Qualifying lag der Sieg in Singapur auf dem Silbertablett. Hamilton hätte sich aus eigener Kraft schwer getan, aufs Podium zu fahren. Aber so hat Vettel die drei schnellsten Autos gleich in der ersten Kurve aus dem Rennen genommen. Und Daniel Ricciardo so weit blockiert, dass Hamilton sich mit dem Australier nach dem Start nie wieder auseinandersetzen musste.

Spannend zu beobachten war nach dem Chaos der ersten Runde, wie kleinlaut Vettel zu den TV-Interviews kam. Ganz anders als in Baku, als sein Verhalten an Realitätsverweigerung grenzte. Als er zu Fuß zur Box zurück trabte, hatte er genug Zeit, seinen Ärger unter dem Helm verrauchen zu lassen.

Als er sich ein paar Minuten später den TV-Reportern stellte (übrigens nicht mehr im Rennoverall, sondern schon in frischen Shorts), tat er sich schwer damit, einen Fehler einzugestehen. Ferrari beließ es übrigens bei dieser TV-Runde. Die normalerweise danach anstehenden Medienrunden für die schreibende Zunft wurden abgesagt. Teamchef Maurizio Arrivabene hatte seine Aktentasche schon Minuten nach der Zieldurchfahrt gepackt.

Dabei ging die Startkarambolage auf Vettels Kappe.

Streng genommen kann von Glück reden, dass er nicht von den Rennkommissaren eine zusätzliche Grid-Strafe für Sepang aufgebrummt bekam. Wahrscheinlich, weil sie fanden, dass er eh schon genug gestraft ist. Und dass der Dreher, der zum Ausfall führte, auch nicht ganz glücklich aussah, ging in der Fragerei nach dem Startunfall komplett unter. Vettel kann's nur recht sein.

Sicher war sein Kühler schon beschädigt, als er (noch als Führender) in die erste Kurve abbog. Doch beim Herausbeschleunigen aus Kurve 3 war auch nicht hilfreich, dass er sich im Gegensatz zu Hamilton ganz rechts hielt - und dort fuhr, wo die Strecke am nassesten war. Der unvermeidliche Wheelspin kostete Vettel auch noch die Nase, und damit das Rennen. Auch wenn das wahrscheinlich so oder so vorbei gewesen wäre.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es wäre zu einfach, Vettel als alleinigen Schuldigen abzustempeln. Ja, er hat Verstappen keine Chance gelassen. Aber nicht, weil er zu aggressiv gefahren wäre, sondern weil er seine Führung verteidigen wollte. Und dabei ausgerechnet den Raketenstart des eigenen Teamkollegen übersehen hat.

Das kann passieren. Weh tut's, wenn es in einem so wichtigen Rennen passiert.

Oder: Kacke gelaufen, wie Vettel selbst sagt.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ihr

Christian Nimmervoll

PS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!

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