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Hängepartie für Teams: Wie soll der Halo-Crashtest aussehen?

Die Einführung von Halo entwickelt sich immer mehr zur Herkulesaufgabe: Wieso der Crashtest bei den Teams Fragen aufwirft und welche Folgen das haben könnte

Felipe Massa, Halo
Bei der Einführung von Halo stoßen die Teams an ihre Grenzen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Ein halbes Jahr vor dem Beginn der Formel-1-Saison 2018 ist noch immer nicht klar, wie der Automobil-Weltverband FIA die Crashtests für den neuen Cockpitschutz Halo durchführen will. Das stellt die Rennställe der Formel 1 vor Probleme. Bekannt ist bislang nämlich nur, wie die Halo-Konstruktion aussehen wird und welchen Kräften deren Anknüpfungspunkte am Chassis widerstehen müssen. Offen ist jedoch, wie genau die FIA die Haltbarkeit von Halo überprüfen will und welche Auswirkungen dies auf das Monocoque haben wird.

Der technische Leiter von Force India, Andy Green, erklärt: "Das Design von Halo ist bereits definiert, nicht aber das Chassis, auf dem wir Halo platzieren werden. Die große Herausforderung ist also, ein Chassis zu entwickeln, das die Halo-Crashtest-Kriterien der FIA erfüllt."

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Es sei unmöglich, den Cockpitschutz Halo in die bestehenden Crashtests für das Chassis zu integrieren, weil das Chassis an sich deutlich höheren Kräften widerstehen müsse. "Halo würde den aufgerufenen Belastungen nicht standhalten. Es wäre also sinnlos, diese Tests zu absolvieren, weil Halo dabei als erstes kaputtgehen würde", meint Green.

Kommt ein virtueller Crashtest?

"Wir müssen uns also etwas anderes einfallen lassen. Darum geht es im Augenblick noch. Je nach dem, was dabei herauskommt, musst du aber vielleicht dein Chassis-Design anpassen und es gegebenenfalls verstärken, weil die Lasten zum Beispiel anders verteilt werden könnten."

"Derzeit", so Green weiter, "fehlen uns die Details dazu. Es handelt sich um grundlegende Designfragen zum Chassis. Und das Problem ist: Wenn du am Ende den Crashtest nicht bestehst, fährst du auch keine Rennen."

Als Zwischenlösung erwägt der Weltverband nun sogar die Einführung eines virtuellen Crashtests, ein Novum für die Formel 1. Dabei würden die Teams ihre Entwicklungsdaten zu Halo und Chassis bei der FIA einreichen, die anhand ihrer Simulation die Standfestigkeit des Cockpitschutzes und des Fahrzeugs überprüfen will. Erst im zweiten Schritt - und vermutlich frühestens zur Formel-1-Saison 2019 - wird es voraussichtlich einen "echten" Crashtest mit Halo auf dem Chassis geben.

Teams unter Zeitdruck

Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich in den kommenden Tagen allerdings noch einmal intensiv mit der Situation und den Lösungsansätzen, mit einer finalen Entscheidung wird in Kürze gerechnet.

Den Teams kann es in dieser Sache jedoch kaum schnell genug gehen, schließlich sind die Planungen und Designs für die Formel-1-Saison 2018 bereits weit fortgeschritten. Force-India-Betriebsdirektor Otmar Szafnauer etwa zeichnet ein düsteres Bild: "Wenn die (Test)-Kriterien so hoch sind, dass Halo und das Monocoque durchfallen, sind wir geliefert."

Sein Rennstall sei aufgrund der späten Entscheidung zur Einführung von Halo womöglich nicht in der Lage, den Cockpitschutz pünktlich zum Testauftakt im Februar 2018 in das neue Fahrzeug zu integrieren. Auch deshalb plädiert Szafnauer dafür, Halo lieber erst 2019 an den Start zu bringen - aus Sicherheitsgründen. Er meint: "Es ist sicherer, es lieber richtig statt voreilig zu machen."

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