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Brundle: McLaren hat sich mit Renault keinen Gefallen getan

Ex-Pilot und TV-Experte Martin Brundle glaubt nicht, dass es bei der großen Motoren-Rochade echte Gewinner gibt - Renault verweist auf Marketing-Gründe

Zak Brown, Eric Boullier
Motoren-Deals hinterlassen Fragezeichen: Zufriedenheit bei allen Parteien?
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Zwischen den ersten Trainingssessions zum Grand Prix von Singapur war das Fahrerlager der Formel 1 in heller Aufruhr. Denn endlich sind alle Motorendeals für die Saison 2018 offiziell unter Dach und Fach gebracht worden. Da wurden Hände geschüttelt und Gelächter vernommen. McLaren, Honda, Toro Rosso, Renault - alle scheinen zufrieden. Ex-Pilot und TV-Experte Martin Brundle aber glaubt nicht, dass es bei der großen Motoren-Rochade echter Gewinner gibt - Vor allem nicht bei McLaren.

"Der Deal ist sehr komplex und ich frage mich: hat wirklich jeder bekommen, was er wollte", sagt er bei 'Sky Sports F1'. "McLaren wollte, dass die Honda-Geschichte funktioniert. Sie müssen aber gemerkt haben, dass es nicht so funktioniert hat, wie es sollte. Aber wenn man schon einen Motor austauscht, was würde an da haben wollen? Sie haben einfach die Geduld verloren - mit der Kultur, der Entwicklung, die Richtung, in die es ging. Die Marke McLaren hätte sich kein weiteres Jahr ohne Performance leisten können. Die Situation ist nicht ideal."

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McLaren tritt die kommende Saison mit Renault-Motoren an - der drittbesten Alternative im Feld hinter Mercedes und Ferrari. Toro Rosso verlässt sich hingegen darauf, das Honda im Winter endlich den entscheiden Fortschritt macht. Und sie verlieren Carlos Sainz an Renault.

Renault der eigentlicher Gewinner?

"Renault steht womöglich noch am besten da", findet Brundle. "Sie wollten Sainz und haben vielleicht den Eindruck, McLaren mit Motoren zu versorgen würde mehr Prestige bringen - und potenziell auch mehr Erfolg im Vergleich zu Toro Rosso. Aber es wirkt alles so, als würde man sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand am Morgen aufwachen und denken kann: 'Ja, wir haben es geschafft!'"

Aber die Franzosen halten dagegen. "Renault hatte viele Jahre lang eine erfolgreiche Geschichte mit Williams und viele erfolgreiche Jahre mit Red Bull.", erklärt Geschäftsführer Cyril Abiteboul. "Mit McLaren haben wir das noch nicht, deswegen sind wir darauf sehr stolz. Im Endeffekt ist es auch ein Marketing-Geschäft, das wird manchmal vergessen. McLaren ist eine fantastische Marke. Wir sind Autohersteller."

Warum Renault sich von McLaren schlagen lässt

Da stört es das Werksteam auch nicht, dass man womöglich schon im kommenden Jahr einen Konkurrenten an sich vorbeiwinkt. "Wir müssen akzeptieren, dass wir noch nicht in einer Situation wie Mercedes und Ferrari sind", so Abiteboul. "Das ist unser Ziel und wir wollen in ein paar Jahren soweit sein. Im Moment hinken wir aber noch in allen Aspekten hinterher: beim Motor, beim Chassis und sogar bei den Fahrern. Unsere Strategie muss also eine andere sein. Es ist auch Teil unserer Philosophie, all unsere Kunden gleich zu behandeln. Auch deswegen haben wir uns 40 Jahre lang in der Formel 1 halten könne - weil wir extrem loyal sind."

McLaren steht nun vor der Herausforderung, die schon angelaufene Entwicklung des 2018er-Autos auf die Antriebseinheit von Renault zuzuschneiden. "Sie können erst jetzt anfangen", verrät Abiteboul. "Aber sie waren immer sehr gut darin, Fotos zu schießen. Das ist witzig, denn ich weiß, dass sie vor allem bei uns immer scharf darauf waren, Fotos zu bekommen. Der Motor wird sich ab dem kommenden Jahr aber sehr ändern. Deswegen müssen sie wirklich von vorne anfangen. Aber seit ein paar Tagen haben sie die Daten schon vorliegen - seit wir den Deal unterschrieben haben. Ich habe vollstes Vertrauen in McLaren, dass sie schnell darauf reagieren können."

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