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Zwischen Dino-Sauger und Formel E: Quo vadis, Formel 1?

Wenn ab 2021 ein neues Motorenreglement kommen soll, stellt sich die Zukunftsfrage der Formel 1: Rückkehr zu alter Saugtechnologie wohl ausgeschlossen

Pierre Gasly
Bei Red Bull geht man davon aus, in Zukunft mit V6-Biturbo-Motoren zu fahren
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Wie sieht die Motorenzukunft der Formel 1 aus? Die meisten Fans wünschen sich wieder laute und kraftvolle Motoren, durch die die Formel-1-Boliden wieder schwieriger zu fahren und ohrenbetäubender sind. Das steht allerdings nicht gerade im Einklang mit den Zukunftskonzepten der Hersteller, die sich saubere und effiziente Technologie wünschen. Die Zeit der Spritfresser und Saugmotoren mit acht, zehn oder zwölf Zylindern ist vorbei.

"Es gibt keinen Hersteller, der gerne wieder zurück zu Saugmotoren gehen möchte", sagt der viermalige Weltmeister Alain Prost gegenüber 'crash.net'. "Sie hätten gerne Motoren, die zumindest nicht so kompliziert sind wie die aktuellen, trotzdem soll die Elektrizität in einer gewissen Form behalten werden", so der Franzose, der für Renault sowohl in der Formel 1 wie auch in der Formel E involviert ist.

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Während die Formel E komplett auf Elektrotechnologie setzt, die in einigen Jahren das erklärte Ziel vieler Hersteller ist, ist die Formel 1 noch mit Verbrennungsmotoren unterwegs - wenn auch mit einem Hybrid-Anteil. Beliebt waren die komplizierten und leisen V6-Antriebe seit ihrer Einführung nicht, doch wenn es nach 2020 ein neues Motorenreglement geben soll, ist eine Rückkehr zu alter Technologie fast ausgeschlossen.

Horner: Keine Chance für Saugmotoren?

"Ich bezweifel, dass wir wieder zurück zu einem normalen Saugmotor gehen werden", meint auch Red Bulls Teamchef Christian Horner. Der Brite ist sich sicher, dass in der Königsklasse V6-Biturbo-Motoren Einzug halten werden, obwohl er persönlich lieber eine andere Lösung hätte: "Was werden die Leute 2030 auf der Straße fahren? Wenn man der Politik glauben darf, werden es Elektroautos sein. Die Formel 1 sollte deshalb das Gegenstück sein", meint er.

Denn das Problem ist, dass die Elektrotechnologie eben schon das Merkmal der aufstrebenden Formel-E-Serie ist, die seit drei Jahren rein elektrisch unterwegs ist. Viele Hersteller wie Renault, Audi, BMW, Mercedes oder Porsche sind bereits involviert oder haben ihren baldigen Einstieg angekündigt - findet die Formel 1 ihre eigene Nische oder verdrängt sie den neuen Elektrokonkurrenten gar?

Haas-Teamchef Günther Steiner hatte zuletzt verlauten lassen, dass die Formel 1 im Notfall einfach Elektromotoren einbauen lassen kann, "weil wir die Plattform besitzen", wie er sagt. Doch sein Red-Bull-Kollege Horner glaubt, dass es eine Daseinsberechtigung für beide Serien geben kann: "Ich kann mir vorstellen, dass die Großserienhersteller in die Formel E abwandern und Sportwagenhersteller wie etwa Ferrari, Aston Martin oder Lamborghini sich in der Formel 1 tummeln, denn die ist deren Umfeld", so der Brite.

Prost: Warum nicht Formel 1 und Formel E?

Doch auch Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte zuletzt offen über einen Einstieg in die Formel E geplaudert - mit welcher Hausmarke auch immer. Kein Problem, meint Alain Prost, denn laut ihm könne ein Hersteller auch in beiden Serien unterwegs sein, wie es derzeit bei Renault der Fall ist. "Wenn ein Hersteller verschiedene Straßenautos produzieren kann, warum sollte man dann nicht auch gleichzeitig in der Formel 1 und der Formel E unterwegs sein?", fragt der Franzose.

"Wenn du ein weltweites Unternehmen bist, dann hast du auch unterschiedliche Arten von Marketing. Du musst bei allen Dingen dabei sein", sagt Prost. Ein wichtiges Kriterium bei der Zukunftsentscheidung der Hersteller sollte das neue Motorenreglement der Formel 1 ab 2021 sein, über das es jetzt zu entscheiden gilt. Über Kernpunkte hat man sich bereits verständigt - zumindest eine Rolle rückwärts wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht geben.

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