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Nach Renault-Debakel: Vasseur mit voller Kontrolle bei Sauber

Der neue Teamchef Frederic Vasseur hat aus seiner schlechten Erfahrung bei Renault gelernt und will sich bei Sauber auf keine halben Sachen mehr einlassen

Frederic Vasseur
Frederic Vasseur bekommt bei Sauber als Teamchef alle nötigen Freiheiten
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Vor fast exakt einem Monat hat Frederic Vasseur bei Sauber als neuer Teamchef angeheuert. Der Franzose ersetzt dort Monisha Kaltenborn, die das Schweizer Team bereits im Juni verlassen musste. Mit Vasseur soll in Hinwil nach einer turbulenten Zeit - sowohl auf als auch neben der Strecke - endlich wieder etwas Ruhe einkehren. Und auch Vasseur selbst erhofft sich eine entspanntere Arbeitsumgebung als bei seinem vorherigen Arbeitgeber Renault, wo er sich Anfang des Jahres verabschiedete.

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In Enstone war Vasseur in der Saison 2016 ebenfalls als Teamchef aktiv, hatte dort allerdings keinesfalls freie Hand. Alle wichtigen Entscheidungen mussten mit Renault-Sportchef Cyril Abiteboul abgeklärt werden. Bereits im Januar erklärte Vasseur gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Es ist schwierig, ein Formel-1-Team zu führen, wenn man nicht das gleiche Ziel hat und nicht die gleiche Philosophie verfolgt."

"Ich habe versucht, jeden (von meinen Ansichten; Anm. d. Red.) zu überzeugen, aber das ist mir nicht gelungen. Und dann ist es besser zu gehen", sagte der Franzose damals. "Es war jedenfalls eine Erfahrung", erklärt Vasseur nun rückblickend mit einem Lachen und ergänzt: "Ich habe daraus etwas gelernt." Bei Sauber wird er - nach seiner negativen Erfahrung bei Renault - jedenfalls keine Kompromisse dieser Art mehr eingehen.

Kompletter Fokus auf Sauber

Da passt es ins Bild, dass Vasseur ein früheres Angebot von Sauber in diesem Jahr zunächst ablehnte. Den ersten Kontakt mit Hinwil gab es nämlich bereits im Mai. Damals wollte man Vasseur noch als Sportdirektor an Bord holen - doch der lehnte ab. Erst nach dem Abschied von Kaltenborn zeigte der Franzose Interesse an der nun freien Stelle als Teamchef. In der Folge gab es einige "gute Gespräche" mit den Besitzern des Teams.

Vasseur sei sich mit der Sauber-Führung um Pascal Picci, dem von Besitzer Longbow eingesetzten Vorstandsvorsitzenden der Sauber-Holding, einig, wie es mit dem Team in Zukunft weitergehen soll - anders als noch bei Renault. Und weil Vasseur von den Besitzern mehr oder weniger freie Hand bekommt, erklärt er sich im Gegenzug bereit, sich komplett auf seine Arbeit in Hinwil zu konzentrieren.

Sauber-Präsentationen seit 2000

Vom C19 bis zum C35: So stellte Sauber seit dem Jahr 2000 seine neuen Formel-1-Boliden vor


2000-2016
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2000: Die insgesamt achte Formel-1-Präsentation von Sauber und die erste im neuen Jahrtausend - Mika Salo und Pedro Diniz mit dem C19. Der Finne schafft viermal den Sprung in die Punkteränge, der Brasilianer kein einziges Mal.
2000: Die insgesamt achte Formel-1-Präsentation von Sauber und die erste im neuen Jahrtausend - Mika Salo und Pedro Diniz mit dem C19. Der Finne schafft viermal den Sprung in die Punkteränge, der Brasilianer kein einziges Mal.

"Ich muss meine Zeit nicht aufteilen", stellt er klar und verrät: "Ich habe zwar noch Anteile an meinen 'alten' Geschäften, aber ins tägliche Management bin ich überhaupt nicht mehr eingebunden. Ich konzentriere mich komplett auf das Sauber-Projekt." So ist Vasseurs ART-Team zum Beispiel in diesem Jahr in der Formel 2 aktiv. Um das Tagesgeschäft kümmern sich jedoch andere. Das sei auch zu seiner Zeit bei Renault bereits so gewesen.

Doch wo geht es für Sauber unter Vasseur hin? "Kurzfristig wird es sehr schwierig sein, etwas zu erreichen", ist sich der Franzose bewusst und erklärt: "Es ist ein langfristiges Projekt. Aber wir sind überzeugt, dass wir eine gute Basis haben." Man habe unter anderem eine gute Fabrik und "viele sehr gute Ingenieure im Team." Allerdings weiß Vasseur: "Aber natürlich müssen wir da aufstocken."

Vasseur peilt "langfristig" das Mittelfeld an

Denn mit gerade einmal etwas mehr als 300 Angestellten zählt Sauber aktuell zu den kleinsten Formel-1-Teams. Zum Vergleich: Bei einem Topteam wie Mercedes oder Ferrari sind es um die 900 Mitarbeiter, und selbst ein Mittelfeldteam wie Williams bringt es auf mehr als 500. Hier hat Sauber definitiv Nachholbedarf. Doch Vasseur gibt sich optimistisch und erklärt: "Natürlich müssen wir uns verbessern, aber die Struktur des Teams ist gut."

"Jetzt, wo die finanzielle Struktur stabilisiert wurde, können wir etwas Hoffnung für die Zukunft haben", sagt Vasseur und verrät, dass ein großer Umbau des Teams gar nicht nötig sei. Man habe bereits gute Leute an den wichtigen Positionen und müsse nun lediglich "Schritt für Schritt" investieren, um das Team weiter zu stärken. Dann möchte man so schnell wie möglich den Anschluss ans Mittelfeld herstellen.

"Im Feld gibt es drei oder vier Topteams", erinnert Vasseur und erklärt: "Dann kommt das Mittelfeld, und in dieser Gruppe ist in jedem Rennen ein anderer vorne. Zwischen Platz acht und 18 ist es ziemlich offen. Unser Ziel muss es sein, es ins Mittelfeld zu schaffen." Mit fünf Punkten steht Sauber aktuell auf dem letzten WM-Platz. 2016 waren es sogar nur zwei Zähler in der gesamten Saison.

Damals konnte man immerhin Manor hinter sich lassen. Doch weil das Hinterbänklerteam in diesem Jahr nicht mehr mit dabei ist, ist Sauber 2017 das klare Schlusslicht der Königsklasse. Schon 2018 soll sich das nach Möglichkeit wieder ändern. Dann wird das Team, das in diesem Jahr mit Vorjahresantrieben unterwegs ist, unter anderem wieder aktuelle Ferrari-Motoren erhalten - eine der ersten Amtshandlungen von Vasseur.

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