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Minardi-Pleite wegen eines Todesfalls: Stimmt's wirklich?

Auf den Spuren der "Mythbusters" - Ausgabe 18: Zog sich Minardis Hauptsponsor Wilux wirklich wegen eines Todesfalls aus dem Sponsoring zurück?

Mark Webber, Paul Stoddart
Mark Webber und Paul Stoddart trauerten 2004 um Sportdirektor John Walton
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Seit Jahrzehnten ist das Formel-1-Fahrerlager eine Welt, die voll ist von kleinen Geschichten um skurrile Teamchefs, von Piloten am Rande des Wahnsinns (oder jenseits davon) und irren physikalischen Phänomenen. In unserer Serie "Stimmt's wirklich? Formel-1-Mythen unter der Lupe!" gehen wir Legenden der Szene nach, die sich hartnäckig halten - und erkundigen uns bei denjenigen, die es wissen müssen. Nach Vorbild der US-TV-Doku Mythbusters.

In unserer 18. Ausgabe beschäftigt uns eine kuriose Story rund um das Minardi-Team. Wir denken an den Niedergang der italienischen Chaosmannschaft im Jahre 2004 und fragen uns: Zog sich der damalige Hauptsponsor Wilux wirklich wegen eines Todesfalls aus dem Sponsoring zurück?

Um was geht's?

Der Minardi-Rennstall war in der Formel 1 über Jahrzehnte das Synonym für einen Hinterbänkler. Bei 346 Grand-Prix-Meldungen holte die Truppe aus Faenza, die heute Red Bull gehört und Toro Rosso heißt, magere 38-WM-Punkte. Mit schlechten Motoren und schmalem Budget, aber einer eingefleischten Fangemeinde im Rücken, blieb das Podium immer ein Wunschtraum. Zwar brachten die Italiener große Rennfahrer wie Fernando Alonso, Mark Webber oder Alessandro Nannini in die Königsklasse, die Schlagzeilen bestimmten jedoch meistens finanzielle Schreckensmeldungen.

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Gründer Giancarlo Minardi - ein Lkw-Händler und Hobbyrennfahrer mit Unmengen Optimismus - stieg 1985 in die Formel 1 ein und veräußerte sein Lebenswerk im Jahr 2001 an den Unternehmer Paul Stoddart, um es vor der Abwicklung zu retten. Auch der Australier musste um die Existenz seines Teams kämpfen. Er verkaufte sogar Anteile an seiner Fluggesellschaft European Aviation, um Bargeld locker zu machen, ehe 2002 ein unverhoffter Retter vor der Tür stand. Wilux. Der niederländische Badezimmerausstatter wurde Hauptsponsor und sogar im offiziellen Teamnamen geführt.

Was ist der Mythos?

Vor dem Großbritannien-Grand-Prix 2004 starb Minardis Sportdirektor John Walton überraschend an einem schweren Herzinfarkt. Das Team entschied sich, in Silverstone in einem speziellen Design an den Start zu gehen: keine Sponsoren, sondern nur die Farben Schwarz und Weiß sowie die Aufschriften "John Boy" mit roten Herzchen. Bei den Fans kam die Geste prima an, bei Wilux aber nicht. Schon beim darauffolgenden Rennen in Hockenheim war das Unternehmen gänzlich vom Chassis verschwunden und läutete damit den Anfang vom Ende des Minardi-Teams ein. Wie man sich seit langer Zeit erzählt, hätte sich Wilux aufgrund des Todes Waltons zurückgezogen.

Und, stimmt's nun wirklich?

Paul Stoddart sagt: "Ja, das hat Wilux gemacht." Trotzdem steckt hinter der Story eigentlich ein ganz anderer Sachverhalt, der kein gutes Licht auf den Badezimmerausstatter wirft. "Ich kann noch etwas über Wilux erzählen: Sie haben das Sponsoring beendet, aber sie haben nie ihre Rechnungen beglichen", so Stoddart weiter. Das Unternehmen erklärte, es sei nicht rechtzeitig über die Sonderlackierung informiert worden. "Für sie war es nur ein willkommener Anlass: Sie hatten so einen großen Schuldenberg, dass sie traurigerweise John Waltons Tod dazu benutzt haben, um aus dem Vertrag rauszukommen, was verachtenswert ist, um es mal harmlos auszudrücken."

Wer hat uns aufgeklärt?

Paul Stoddart machte sein Geld erst als Autohändler und dann als Luftfahrtunternehmer, ehe er 1997 als Sponsor beim Tyrrell-Team einstieg. Rennleiter-Ikone Ken Tyrrell brachte ihm das Handwerk bei und strebte eine technische Partnerschaft mit European Aviation an, doch British American Tobacco kaufte die Traditionsmannschaft noch bevor das Projekt Wirklichkeit wurde. Stoddart erwarb große Teile des Tyrrell-Equipments und wechselte als Sponsor zu Jordan sowie später Arrows. 2001 übernahm er Giancarlo Minardis Truppe, die er 2005 an Red Bull verkaufte. Wenige Jahre darauf scheiterte ein Comeback-Versuch. Heute hat der 61-Jährige aus dem Profisport zurückgezogen.

Wie geht's weiter?

Gibt es irgendeine Geschichte, von der du schon immer mal wissen wolltest, ob sie wirklich wahr ist? Wir begeben uns auf die Spuren der Mythbusters und haken für euch nach. Einfach deinen Mythos via Kontaktformular oder auf Twitter an unsere Formel-1-Spezialisten Christian Nimmervoll und Dominik Sharaf schicken! Die nächsten Folgen sind schon in Planung.

Bisherige Folgen von "Stimmt's wirklich?"

01: Dürfen McLaren-Mitarbeiter im Büro wirklich keine Frühstücksbrote essen?
02: Bestimmte Jean Todt den Ausgang der Rallye Paris-Dakar mit einem Münzwurf?
03: Sah Jacques Villeneuve per Computerspiel die Zukunft der Formel 1 voraus?
04: War Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beim großen Postzugraub dabei?
05: Gewann Porsche den Sportwagen-WM-Titel mit Zange und Panzerband?
06: Designte Jacques Villeneuve seinen bunten Helm nach dem Vorbild eines Kleides seiner Mutter?
07: Werden die Gymkhana-YouTube-Videos von Ken Block in einem Take gefilmt?
08: Hatte der Schumacher-Benetton von 1994 eine verbotene Traktionskontrolle eingebaut?
09: Ist es im Privatflieger des McLaren-Bosses Ron Dennis nicht erlaubt, Schuhe zu tragen?
10: Fährt ein Formel-1-Auto mit Sprit von der Tankstelle?
11: Kassierte Eddie Irvine einen Bonus für Schumacher-Titel?
12: Versetzte Patrick Head aus Geldnot seinen privaten Helikopter?
13: War früher im Funk nur das Motorengeräusch zu hören?
14: Wählte Jackie Stewart sein Helmdesign als Hommage an die Punkmode?
15: Räumte Hans-Joachim Stuck immer sein Hotelzimmer auf, falls er stirbt?
16: Trug Alexander Wurz am linken und am rechten Fuß verschiedenfarbige Schuhe?
17: Hieß Alain Prost wegen seines Kalküls der "Professor"?

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