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Keiner, das war ein normaler Rennunfall

Zoff nach Toro-Rosso-Crash: "Er soll sich von mir fernhalten!"

Carlos Sainz und Daniil Kwjat sind sich nach der Kollision in der ersten Runde nicht grün: Gegenseitige Schuldzuweisungen lassen das Team weiter auseinanderbröckeln

Daniil Kwjat
Daniil Kwjat ist nach dem Unfall mit Carlos Sainz nicht gut auf diesen zu sprechen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Bei Toro Rosso ist Feuer unter dem Dach! Nach der teaminternen Kollision in Runde 1 des Großen Preises von Großbritannien gehen die beiden Piloten Carlos Sainz und Daniil Kwjat gegenseitig aufeinander los. Während der Spanier zumindest nach außen noch mächtig gefasst wirkt, platzt Kwjat angesichts des erneuten Crashes der Kragen. Die Sicht auf den Vorfall geht dabei eindeutig weit auseinander.

Im schnellen Abschnitt von Maggotts und Becketts kämpften die beiden Toro-Rosso-Piloten nebeneinander um die Positionen. Im ersten schnellen Rechtsknick kam Kwjat jedoch etwas von der Strecke ab und knallte in der folgenden Linkskurve in seinen Teamkollegen. Dieser drehte sich, berührte dabei noch einmal den Haas von Kevin Magnussen und schied schließlich an Ort und Stelle aus. Kwjat konnte weiterfahren und wurde mit einer Runde Rückstand 15.

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Nach dem Rennen beschuldigt der Russe seinen Teamkollegen, dass er die Kollision hätte vermeiden können, es aber nicht getan habe: "Wenn ein Rennfahrer sieht, was mit mir passiert ist, dann weiß er, dass er keine perfekte Linie in Kurve 12 fahren kann. Wenn man aber da fährt, dann weiß man, dass eine Kollision zu 90 Prozent unvermeidbar ist", schiebt er den Schwarzen Peter zu Sainz. Den Spanier nennt er dabei nicht beim Namen.

"Ich bin sicher: Hätte das andere Auto die Dinge mehr antizipiert, dann hätte er versuchen können, mich auf der nächsten Geraden wieder zu überholen. Aber das ist nicht passiert. Er hat sich einfach in die Position gebracht und zu seinem Teamkollegen gesagt: 'Okay, du kannst in mich reinfahren'", schimpft Kwjat auf seinen Stallgefährten. Und das sei nicht zum ersten Mal in dieser Saison passiert. Sein Rat für Sainz: "Er sollte sich in der ersten Runde - und generell - von mir fernhalten."

Kwjat: Verhältnis zu Sainz "war nie fantastisch"

Das sieht Sainz selbst komplett anders: "Die Bilder sprechen für sich. Wir haben gekämpft und uns gegenseitig viel Platz gelassen", betont der Red-Bull-Junior. Zwei Fahrzeuglängen habe er ihm Raum gegeben, um wieder auf die Strecke zu kommen. "Aber ein Auto hat die Kontrolle verloren und das andere getroffen." Mehr möchte Sainz zu dem Vorfall nicht sagen. "Das ist etwas, das innerhalb des Teams geklärt wird."

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Die Klärung innerhalb des Rennstalls könnte eher zu einer Standpauke von Teamchef Franz Tost und Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko werden, die wieder einmal eine unnötige Kollision ihrer Piloten mitansehen mussten. "Zwischen zwei Teamkollegen sollte so etwas nicht passieren", poltert Marko gegenüber 'Motorsport-Total.com' und dürfte seinen Fahrern die Leviten lesen - es wäre nicht das erste Mal.

Selbst miteinander sprechen möchten Sainz und Kwjat nicht. Der Spanier erwartet keine Erklärung seines Teamkollegen, "und mir ist es auch egal", winkt er ab. Auch Kwjat hat keine große Lust auf eine Aussprache: "Ich sehe keinen Sinn dahinter", schüttelt er den Kopf. "Wir sind beide smart und werden unsere Schlüsse ziehen." Dicke Luft bei Toro Rosso! Kwjat gibt zu: "Unser Verhältnis war nie fantastisch. Ich erwarte nicht, dass sich irgendetwas ändern wird."

Kwjat kann Strafmaß nicht nachvollziehen

Doch der Russe ist nicht nur auf seinen Teamkollegen sauer, sondern auch auf die Rennkommissare. Die sahen in ihm den Alleinschuldigen und brummten ihm eine Durchfahrtsstrafe sowie zwei Strafpunkte auf. Damit steht Kwjat mittlerweile bei neun - drei Punkte fehlen ihm damit nur noch bis zu einer Rennsperre. Für die Strafe findet der Toro-Rosso-Pilot jedoch wenig Verständnis. "Eine Durchfahrtsstrafe ist ziemlich hart", kritisiert er. "Dadurch sieht es viel schlimmer aus, als es war. Wir sind beim Rennsport, nicht beim Ballett."

"Ich habe schlimmere Vorfälle gesehen, die mit fünf oder zehn Sekunden beim Boxenstopp abgeglichen wurden", redet er sich weiter in Rage. Vor allem kann der Russe nicht nachvollziehen, dass er die Strafe dafür erhalten hat, dass er die Strecke verlassen und in unsicherer Weise wieder auf sie gefahren sein soll. "Ich habe die Strecke nicht verlassen, das haben das Team und ich schon übereinstimmend gesagt", unterstreicht er. "Ich war noch knapp drauf."

Am frustrierendsten findet der ehemalige GP3-Champion aber, dass die Kollision passierte, obwohl die beiden Piloten seiner Aussage nach überhaupt nicht hart gegeneinander kämpften. "Wenn man am Limit ist und kollidiert, dann sagt man: 'Okay, wir waren aggressiv zueinander', aber ich hatte keine Intention dafür", stellt er klar. "Ich habe ihm in Kurve 11 Platz gelassen, und habe erwartet, dass er in Kurve 12 mitspielt - das ist aber nicht passiert."

Sainz: Nicht mehr Wechsellust als früher

Überhaupt sei Sainz laut Kwjat in dieser Saison schon für viele Zwischenfälle mit ihm verantwortlich gewesen, doch darum habe niemand großes Aufheben gemacht: "Als er mich in den ersten vier Rennen von der Strecke geschoben hat, hat ihm niemand etwas gesagt. So etwas ist Teil des Spiels", sagt er und fordert ein Ende der Zwischenfälle: "Es ist schlecht für das Team. Ich fühle mich nicht schlecht für Carlos, aber für das Team", so Kwjat.

Sainz selbst möchte öffentlich keine weiteren Worte zu seinem Teamkollegen verlieren: "Ich möchte keine Polemik schaffen. Das Team hat genug damit zu tun, dass zwei Autos in der ersten Runde ineinandergefahren sind, als dass einer jetzt noch über den anderen reden muss", sagt er. Für ihn ist die Sache zumindest nach außen hin geklärt - alles andere will er mit dem Team diskutieren. Doch er betont: "Ich bin sehr ruhig."

"Ich bin nicht angespannt deswegen, weil es nicht in meiner Hand lag. Sowas passiert ein oder zweimal im Jahr. Ich möchte die ganzen Mechaniker aufmuntern, weil sie auch enttäuscht sein werden", so Sainz weiter. "Zumindest war es kein Rennen, in dem viele Punkte für uns möglich gewesen wären."

Kommt die Ruhe etwa daher, dass es ohnehin sein letztes Rennen für Toro Rosso war und er ab Ungarn schon nicht mehr Teamkollege von Kwjat sondern von Nico Hülkenberg bei Renault sein wird? Diese Gerüchte tauchten vor dem Rennen auf. "Im Moment denke ich nicht an etwas anderes. Ich versuche mich von den schlechten Rennen zu erholen", winkt er ab und verneint, dass er nun mehr Motivation habe, das Team zu verlassen. "Ich möchte pushen, um in Ungarn besser zurückzukommen", gibt er sich betont kämpferisch.

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