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Trendwende im Titelkampf? Mercedes "erstmals viel besser"

Wie es Mercedes geschafft hat, Ferrari den Rang abzulaufen, worauf Sebastian Vettel den Rückfall zurückführt und ob Lewis Hamilton an die Trendwende glaubt

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Hamilton jubelt, Vettel leckt seine Wunden. Jetzt durch die Bilder der möglichen WM-Trendwende in Silverstone klicken!
Hamilton jubelt, Vettel leckt seine Wunden. Jetzt durch die Bilder der möglichen WM-Trendwende in Silverstone klicken!

(Motorsport-Total.com) - Die Tendenz ist eindeutig: Mercedes hat drei der vergangenen vier Grands Prix für sich entschieden, Ferrari keinen einzigen. WM-Leader Sebastian Vettel, der nur noch ein Pünktchen vor Lewis Hamilton das Klassement anführt, war in diesem Zeitraum auch nur ein einziges Mal Zweiter. Und: Auf keinem der bisherigen Kurse waren die Silberpfeile so souverän wie in Silverstone.

Das bestätigt der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda. "So dominant wie in Silverstone war Mercedes dieses Jahr überhaupt noch nicht. Besonders deswegen, weil die beiden Ferrari durch die Reifenprobleme noch wesentliche Punkte verloren haben."

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Selbst Hamilton, dem vor dem Wochenende wieder einmal vorgeworfen wurde, sich nicht professionell genug vorzubereiten, ist außer sich. "Endlich konnten wir an einem Wochenende wirklich zeigen, wozu wir als Team imstande sind", sagt der Brite. "Das war zuletzt nicht immer der Fall. Die vergangenen Ergebnisse haben meiner Meinung nach nicht gezeigt, wie hart wir als Team gearbeitet haben."

Hamilton lobt Mercedes-Fortschritte

Offensichtlich ist aber: Der F1 W08 scheint nun so zu funktionieren, wie sich das Team das vorstellt. Denn hätte Hamilton in Baku kein Problem mit der Kopfstütze bekommen und wäre in Spielberg wegen des Getriebewechsels nicht zurückversetzt worden, hätte er auch bei diesen Rennen gewinnen können.

"Erstmals war unser Renntempo viel besser als das von Ferrari."
Lewis Hamilton

Die Set-up-Wirren des Boliden scheinen ausgeräumt. "Mit viel Arbeit und Analysen haben wir es bei den vergangenen zwei, drei Rennen geschafft, uns zu verbessern", bestätigt Hamilton. "Wir sind froh, dass uns das vor der Saisonhalbzeit gelungen ist. Unser Qualifying-Tempo sieht sehr stark aus, und diesmal war unser Renntempo viel besser als das von Ferrari - und zwar erstmals in dieser Saison."

Hamiltons schnellste Rennrunde in Silverstone war tatsächlich um rund eine Sekunde schneller als die der Ferrari-Piloten. Und das, obwohl Mercedes in Silverstone ohne Updates auskommen musste, während die Scuderia ein vielversprechendes Antriebs-Update im Gepäck hatte.

Mercedes keine Set-up-Zicke mehr

Der Bolide scheint wie ausgewechselt. Endlich reagiert er berechenbar auf die Änderungen beim Set-up. Das war in Silverstone für Hamilton der Schlüssel zum Erfolg: "Mein Ingenieur Bono (Peter Bonnington; Anm. d. Red.) hat beim Set-up außergewöhnlich gearbeitet. Und wenn man das hinkriegt, dann kann man das eigene Potenzial wirklich ausnutzen."

Das war nicht immer so, denn in den ersten Saisonrennen stellt sich der F1 W08 als Zicke heraus, die Silberpfeil-Dominanz der vergangenen Jahren schien bereits Geschichte. "Dieses Jahr benötigte das Auto etwas Eingewöhnungszeit", erklärt Hamilton. "Es war schwierig, das Set-up hinzubekommen. Wir haben die Wochenenden manchmal schlecht begonnen und das Auto nicht ins Fenster bekommen, konnten also das Potenzial nicht freimachen. Ich denke, dass Ferrari das von Anfang an hinbekommen hat. Deren Auto funktioniert überall."

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ortete schon in Barcelona auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com', dass der F1 W08 das Auto mit dem größeren Potenzial ist als Sebastian Vettels SF70H. Doch offenbar entwickelte man in Brackley zu aggressiv. "Man muss den richtigen Kompromiss finden, muss bei jedem einzelnen Teil ans Limit gehen, darf es aber nicht übertreiben und zu weit gehen, wie wir es vielleicht davor bei einigen Teilen gemacht haben", erklärt der Österreicher. "Bei diesem Reglement ist nichts in Stein gemeißelt."

WM wird zum Dreikampf

Auffällig: Nicht nur Hamilton hat sich an Vettel herangearbeitet, sondern auch Teamkollege Valtteri Bottas fehlen nur 23 Punkte auf den WM-Leader. Käme es also in zwei Wochen in Ungarn zur Kollision zwischen Hamilton und Vettel und Bottas triumphiert, dann wäre der Finne plötzlich Erster in der WM! Dabei hatten in manche nach den ersten Saisonrennen bereits zum Wasserträger degradiert.

"Warum sollte ich im WM-Kampf keine Chance haben?", fragt er selber. "Es sind immer noch so viele Punkte zu holen. Und ich habe das Gefühl, dass ich das Team immer noch besser zu meinen Gunsten nutzen kann. Und nach den anfänglichen Problemen kommen wir auch als Team immer besser in Fahrt. Wir werden stärker."

Ist Mercedes bereits stärker als Ferrari? Bottas, der in den vergangenen vier Rennen nie schlechter als Zweiter wurde, warnt vor derartigen Standortbestimmungen. "So denken wir nicht, denn alles ist sehr streckenspezifisch", erklärt der Finne. Er führt also die aktuelle Hochphase von Mercedes auch auf die schnellen Kurse in Kanada, Aserbaidschan, Österreich und Großbritannien zurück. "Budapest ist komplett anders", stellt er klar. "Dort gibt es langsame Kurven, und es wird heiß. Wir sind also nicht allzu zuversichtlich. Wir wissen, dass wir noch Arbeit vor uns haben und noch Dinge verbessern können."

Ferrari schiebt Mercedes-Vorteil auf Qualifying

Bereits in Monaco - eine ähnlich langsame Strecke - war der Mercedes mit seinem langen Radstand dem Ferrari unterlegen. Und auch Lauda ist gegenüber 'RTL' die Herausforderung bewusst: "Die Mercedes-Dominanz war in Silverstone eindeutig da, aber das heißt noch lange nicht, dass das so weitergeht. Für Budapest bin ich mir nicht sicher, denn Ferrari ist nach wie vor stark."

"Sie können den Motor aufdrehen und gewinnen dadurch auf den Geraden zwischen drei und sechs Zehntel auf uns."
Sebastian Vettel

Doch wie sieht das der unter Druck geratene WM-Leader Vettel? "Es stimmt, dass Mercedes bei den vergangenen Rennen etwas stärker war", gibt der Ferrari-Pilot zu. "Das Qualifying macht aber den großen Unterschied." Vettel spielt darauf an, dass Mercedes auf eine schnelle Runde mehr Motorleistung freimachen kann."Sie gewinnen dadurch auf den Geraden zwischen drei und sechs Zehntel." Damit erklärt sich laut Vettel fast der gesamte Pole-Vorsprung Hamiltons in Silverstone.

"Und: Wenn man seine Autos in der ersten Kurve vorne hat, dann sieht das Rennen anders aus", unterstreicht Vettel die Bedeutung des Mercedes-Tricks. "Wir müssen am Samstag einen Schritt nach vorne machen, dann sieht auch der Sonntag anders aus." Man arbeite daran, den Mercedes-Trick im Qualifying nachzumachen, "aber das geht nicht über Nacht", seufzt Vettel.

Vettel warnt vor Panik

Um kurz darauf das eigene Team zu loben: "Wir wissen, was wir geleistet haben. Kein Team hat im Vergleich zu Vorjahr so einen Schritt gemacht wie wir." Platz sieben sei zwar eine Enttäuschung, aber das Auto sei nach wie vor "großartig. Es gibt also keinen Grund, in Panik auszubrechen oder sich Sorgen zu machen."

Cool bleiben, lautet also die Devise - bei Ferrari, wie auch bei Mercedes. Denn auch dort will man von einer Trendwende im Titelkampf nichts wissen. "Das ist immer schwer zu sagen", will sich Hamilton nicht festlegen. "Das Pendel schwingt einmal in die eine, dann wieder in die andere Richtung", zeigt er sich philosophisch. "Hoffentlich schwingt es weiter in unsere Richtung."

Die Zuversicht ist dem Briten aber anzusehen: "Ich glaube, dass ich so gut fahre wie noch nie", richtet er der Konkurrenz aus. "Ich bin in meiner absoluten Blüte. Wenn ich das jedes Wochenende bringe, was ich diesmal gebracht habe, dann habe ich in diesem WM-Kampf eine Antwort. Lasst es uns also austragen."

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