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Patrick Head: So sieht er die Motorenzukunft der Formel 1

Formel-1-Legende Patrick Head ist der Meinung, dass die Formel 1 simplere Motoren braucht - Vor allem die "lächerlich" hohen Kosten sind ihm ein Dorn im Auge

Patrick Head
Patrick Head wünscht sich simplere und vor allem günstigere Motoren
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Als Technikchef bei Williams sicherte sich Patrick Head seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Formel 1. Ende 2011 zog sich der heute 71-Jährige komplett aus der Königsklasse zurück, doch seine Stimme hat im Fahrerlager noch immer eine Menge Gewicht. Wir haben nachgefragt, wie er sich die Motorenzukunft der Formel 1 ab der Saison 2021 vorstellt. Im Interview zeigt der britische Ingenieur vor allem Unverständnis für die momentan explodierenden Kosten in der Formel 1.

Frage: "Was denken Sie, in welche Richtung die neuen Power-Units 2021 gehen sollten?"
Patrick Head: "Nun, das hängt vom jeweiligen Standpunkt ab. Die aktuellen Formel-1-Motoren sind eine großartige Leistung. Der Verbrennungsmotor arbeitet mit mehr als 40 Prozent thermischer Effizienz. Das ist technisch eine unglaubliche Leistung. Aber trägt es dazu bei, dass man sich die Formel 1 gerne anschaut?"

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"Wir hatten jüngst ein Beispiel in Le Mans, wo er in der LMP2-Klasse einen Einheitsmotor gab. Für die Teams ist das finanziell sehr gut. Du zahlst einen gewissen Betrag, bekommst dein Motorenpaket, baust es ein, und Du weißt, dass es 640 PS liefert. Damit kommst Du dann 3.000 Meilen (circa 4.800 Kilometer; Anm. d. Red.) weit oder so. Dann baust Du es wieder aus. Für ein Rennteam ist das sehr kosteneffizient."

"Die Technologie der Straßenautos bringt es (die Entwicklung der Power-Units) sowieso nicht sonderlich weiter, denn die aktuellen Formel-1-Motoren sind - im Vergleich zu einem Straßenauto - lächerlich teuer. Natürlich werden sie in gewisser Weise von dem profitieren, was sie (in der Formel 1) erreicht haben. In Zukunft wird sich davon schon etwas in Straßenautos umsetzen lassen ..."

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20.05.2017
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Die sogenannten "T-Flügel" machen die Formel-1-Saison 2017 für viele Fans zur optischen Qual. Die zusätzlichen Elemente, wie dieser "Kleiderständer" am Mercedes W08, ziehen die ansonsten gelungene neue Autogeneration ziemlich nach unten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch: Es könnte alles noch viel schlimmer sein ...
Die sogenannten "T-Flügel" machen die Formel-1-Saison 2017 für viele Fans zur optischen Qual. Die zusätzlichen Elemente, wie dieser "Kleiderständer" am Mercedes W08, ziehen die ansonsten gelungene neue Autogeneration ziemlich nach unten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch: Es könnte alles noch viel schlimmer sein ...

Frage: "Aber sollte die Formel 1 die Technologie in Straßenautos überhaupt vorwärts bringen? Es ist schließlich immer noch ein Sport ..."
Head: "Ich muss zugeben, dass ich mich während meiner Zeit in der Formel 1 nie mit einer Technologie beschäftigt habe, weil ich dachte, dass sie nützlich für Straßenautos wäre. Es ging immer nur darum, die Rennautos schneller zu machen! Letztendlich muss Liberty Media die Formel 1 in eine Richtung lenken, die zu ihnen passt. Sie wollen viele Zuschauer am TV und an der Strecke."

"Ich habe meine Zweifel, dass sie das schaffen, indem sie exotische Motoren verwenden, von der in erster Linie Straßenautos profitieren. Es wird (ab 2021) vermutlich weiterhin Turbomotoren geben, aber möglicherweise fällt etwas von der Energierückgewinnung weg. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass Ross (Brawn) und seine Leute sehr fähig sind. Ich denke nicht, dass es am Ende nur darum gehen wird, was das Beste für Liberty ist. Sie werden auch darauf schauen, dass es der Formel 1 selbst gut geht."

Frage: "Als Sie bei Williams vor 20 Jahren die WM mit Jacques Villeneuve gewonnen haben, lag ihr Budget ungefähr ungefähr bei 40 Millionen Pfund ..."
Head: "Ich glaube sogar, dass es deutlich geringer war!"

Frage: "Aber gehen wir einmal von den 40 Millionen aus. Dann hat Mercedes 20 Jahre später mindestens zehnmal so viel ausgegeben, um den Titel zu gewinnen. Was sagen sie dazu?"
Head: "Ich persönlich finde das etwas lächerlich. Es fällt mir schwer, zu akzeptieren, wie komplex ein Formel-1-Auto heutzutage ist. Für einen Ingenieur ist das in gewisser Weise natürlich toll. Aber wenn man einen Schritt zurückgeht, dann stellt man sich die Frage: 'Was ist der Sinn dahinter?'"

"Der FW14B hatte eine aktive Radaufhängung, eine Servolenkung [...] und viele weitere Technologien. Fast alles davon haben wir selbst hergestellt - und damals waren gerade einmal 250 Leute bei Williams! War das Racing damals schlechter? Gut, damals vielleicht schon, weil wir fast alle Rennen gewonnen haben. Aber es war schon immer so, dass es ein dominantes Team gab. Das müssen sich Ross und seine Leute anschauen. Es muss auch finanziell funktionieren."

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