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Ferrari-Stallorder 2002: Der wahre Hintergrund der FIA-Strafe

Eine Million Dollar Strafe für die Teamorder? Nicht ganz richtig: Wir rekonstruieren im Detail, wie erfinderisch die FIA Ferrari nach Spielberg 2002 sanktioniert hat ...

Jean Todt, Max Mosley
Der damalige FIA-Präsident Max Mosley mit seinem Nachfolger Jean Todt
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Die heftigen öffentlichen und medialen Reaktionen nach der Stallorder beim Grand Prix von Österreich in Spielberg 2002 mündeten darin, dass sich die FIA konkret mit dem Fall auseinandersetzen musste. Und tatsächlich wurde Ferrari mit einer Geldstrafe in der Höhe von einer Million US-Dollar sanktioniert. Aber diese gilt es 15 Jahre danach etwas differenzierter zu betrachten.

Am 26. Juni, also sechs Wochen nach dem umstrittenen Rennen auf dem A1-Ring, tagte der FIA-Motorsport-Weltrat unter dem Vorsitz von Präsident Max Mosley - und fand in den Statuten keine Möglichkeit, Ferrari für die Stallorder zu bestrafen.

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Die Fahrer konnten nicht bestraft werden, "weil sie beide vertraglich gebunden sind, Anweisungen ihres Teams Folge zu leisten", hieß es in der Begründung des Weltrats. Und es wurde auch anerkannt, dass jedes Team das Recht hat, die Reihenfolge seiner Fahrer beim Zieleinlauf nach den eigenen Interessen zu steuern.

"Unter diesen Umständen", stand es in der Urteilsbegründung von damals geschrieben, "hat der Weltrat mit einigem Bedauern entschieden, dass es keine Möglichkeit gibt, die von Ferrari ausgesprochene Teamorder beim Grand Prix von Österreich zu bestrafen."

Also suchte man nach alternativen Wegen, Ferrari einen Denkzettel zu verpassen - und wurde fündig. Denn während der Siegerehrung stand nicht der erstplatzierte Michael Schumacher, sondern Rubens Barrichello in der Mitte, und trotzdem wurde die deutsche Nationalhymne gespielt. Während der italienischen Hymne standen beide Ferrari-Fahrer in der Mitte.

Der nächste Verstoß gegen das Protokoll dann, als der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Schumacher den Siegerpokal überreichte. Schumacher bedankte sich nicht bei Schüssel, sondern reichte den Pokal an Barrichello weiter. Die FIA hielt dazu fest: Die nationalen Autoritäten eines Landes, in dem ein Grand Prix stattfindet, dürfen nicht in Verlegenheit gebracht werden.

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Von Bernie Ecclestone, der seinen Piloten aus dem Cockpit zerren muss, über ein One-Hit-Wonder in der Mauer bis zur Tragödie um die scheinbar harmlosen Kopfschmerzen des Mark Donohue ist in der Österreich-Historie alles dabei.
Von Bernie Ecclestone, der seinen Piloten aus dem Cockpit zerren muss, über ein One-Hit-Wonder in der Mauer bis zur Tragödie um die scheinbar harmlosen Kopfschmerzen des Mark Donohue ist in der Österreich-Historie alles dabei.

So wurde Ferrari schuldig gesprochen, gegen den Podiums-Artikel 170 des Sportlichen Reglements verstoßen zu haben. Die Strafe in der Höhe von einer Million Dollar wurde zweigeteilt: 500.000 zahlbar sofort, 500.000 auf Bewährung. Und in gleichen Teilen aufgeteilt auf das Team Ferrari, Schumacher und Barrichello.

Wobei letztendlich natürlich Ferrari die Rechnung übernommen hat ...

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