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"Einfach deine Linie fahren": Wie Ricciardo Hamilton schlug

Daniel Ricciardo lieferte gegen Lewis Hamilton eine weitere Kostprobe seiner Zweikampfstärke: Wieso der Brite verzweifelte und was Ricciardos Geheimnis ist

Daniel Ricciardo
Über zehn Runden lang musste sich Hamilton mit dieser Heckansicht begnügen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Um 1,418 Sekunden rettete Daniel Ricciardo am Ende in Spielberg Platz drei gegen Lewis Hamilton. Es war sein fünfter Podestplatz in Serie. Dabei schien der Brite in der vorletzten Rennrunde beinahe schon am Australier vorbei, als er auf der Schönberg-Geraden DRS nutzte und von hinten mit 18 km/h Überschuss angebraust kam. Doch der Red-Bull-Pilot deckte clever die Innenbahn ab und wehrte sich gegen den Mercedes-Piloten, der davor am laufenden Band schnellste Rennrunden hingelegt hatte.

Hamilton glaubt, dass gegen Ricciardo diesmal kein Kraut gewachsen war: "Er hat seine Position sehr gut verteidigt, und ich denke nicht, dass ich mich besser hätte schlagen können, wenn ich aggressiver gewesen wäre." Direkt nach dem Rennen war er zwar laut eigenen Angaben kurz anderer Meinung, "aber Daniel war im toten Winkel, also konnte ich nichts tun", spielt Hamilton auf das Anbremsen auf Kurve 4 an, bei dem er auf der Außenbahn sogar kurz die Nase vorne hatte.

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Für Hamilton war das Ende trotz der Aufholjagd von Startplatz acht eine Enttäuschung. "Das war ein durchschnittliche Schadensbegrenzung. Ich habe so hart gearbeitet, um die Lücke zu schließen und in das DRS-Fenster zu kommen." Und das mit einem Auto, das nach dem zweiten Boxenstopp auf Ultrasoft-Reifen nicht mehr perfekt lag und wegen zu viel Grip an der Vorderachse übersteuerte. Dennoch gelang es Hamilton, damit in Runde 69 sogar einen neuen Rundenrekord auf dem Red-Bull-Ring aufzustellen: Er umrundete den Kurs in 1:07.411 Minuten.

Trotz Leistungs-Nachteil: Ricciardo knackt beinahe Rundenrekord

Kaum zu glauben, aber wahr: Ricciardo, der sich zu diesem Zeitpunkt mit Supersoft-Reifen in einer Abwehrschlacht befand, war im gleichen Umlauf um nur 0,031 Sekunden langsamer, obwohl sein Bolide auf der Power-Strecke in der Obersteiermark einen PS-Nachteil hat. Teamchef Christian Horner traute am Kommandostand seinen Augen nicht.

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09.07.2017
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Zweiter Sieg für Valtteri Bottas nach Sotschi, noch 15 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton in der WM: Österreich ist für den Finnen eine Reise wert. Daniel Ricciardo steht zum fünften Mal hintereinander auf dem Podium. In der Europa-Saison hat er gleich viele Punkte gesammelt wie WM-Leader Sebastian Vettel.
Zweiter Sieg für Valtteri Bottas nach Sotschi, noch 15 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton in der WM: Österreich ist für den Finnen eine Reise wert. Daniel Ricciardo steht zum fünften Mal hintereinander auf dem Podium. In der Europa-Saison hat er gleich viele Punkte gesammelt wie WM-Leader Sebastian Vettel.

"Er hat am Ende eine Serie von Qualifyingrunden gefahren", bestätigt der Red-Bull-Teamchef. "Es war ihm klar, dass er die Zeit im Mittelsektor holen muss, um auf der Zufahrt auf die Start-Ziel-Gerade wenigstens etwas Luft zu haben. Er hat null Fehler gemacht."

Doch wie gelang es Ricciardo mit Hamilton im Genick, zur absoluten Hochform aufzulaufen? "Cool bleiben", grinst der Sieger von Baku. Und Horner wirft ein: "Daniel ist einfach bärenstark, wenn er unter Druck fährt." Er lobt aber gegenüber 'Sky Sports F1' auch den Red-Bull-Boliden: "Es war einer unserer stärksten Grands Prix des Jahres. Wenn man sich die Zeiten im Mittelsektor von Daniel anschaut, dann hatten wir dort wirklich das schnellste Auto. Erst am Ende, als Mercedes für Lewis zusätzliche Power freigegeben hatte, konnte er wirklich Druck machen und das Heck von Daniel heranfahren."

Ricciardos Zweikampf-Geheimnis

Tatsächlich findet der fünfmalige Grand-Prix-Sieger stets den optimalen Mittelweg zwischen Risiko und Kontrolle. "Obwohl man sich in der Hitze des Gefechts befindet, darf man die Bremspunkte nicht vergessen, muss immer noch den Scheitelpunkt anvisieren und die Bremspunkt im Auge behalten, auch wenn ein anderes Auto neben dir ist. Man muss wissen, wo das Limit ist", erklärt Ricciardo sein Zweikampfrezept. "Ich weiß: Wenn ich am Limit bremse und die Innenbahn habe, dann sollte ich die Linie halten können. Das waren aber harte letzte Runden. Ich durfte einfach keinen Fehler machen."

Nur einmal patzte Ricciardo leicht: In der ersten Kurve der 70. Runde. "Er konnte DRS nutzen, kam gut aus der ersten Kurve, ich hingegen nicht so. Es war ganz knapp." Doch der "Aussie" ging mit offenem Visier in das Rad-an-Rad-Duell. "Ich wusste, dass es zu einem Kampf kommen würde", sagt er. "Darauf habe ich mich gefreut."

Während im Vorjahr Max Verstappen beim Red-Bull-Heimspiel auf dem Podest stand und Ricciardo nach den verlorenen Siegen in Barcelona und Monaco seine Wunden leckte, läuft es diese Saison für den Routinier: "Dass ich jetzt fünf Podestplätze in Folge realisiert habe, ist super. Vor allem hier in Österreich. Dieses Jahr bin ich dran."

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