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Red Bull fordert neue Motorenregeln: "Sonst steigen wir aus"

Red Bull droht mit Ausstieg, sollte das Antriebsreglement ab 2021 nicht stark geändert werden: Was Helmut Marko fordert und wie der Sound verbessert werden könnte

Helmut Marko, Franz Tost
Was läuft bei Red Bull? Helmut Marko will die aktuellen Motoren loswerden
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Hinter den Kulissen wird derzeit über ein neues Motorenreglement ab 2021 diskutiert. Jetzt droht Red Bull gegenüber 'Motorsport-Total.com' mit Ausstieg, sollte tatsächlich am aktuellen Antriebskonzept mit 1,6-Liter-V6-Hybridantriebseinheiten mit zwei Elektromaschinen festgehalten werden. "Ja, wir würden die Formel 1 verlassen, wenn das Reglement so bleibt", stellt Motorsportkonsulent Helmut Marko klar. Der Österreicher fordert Motoren, die pro Jahr unter zehn Millionen Euro kosten, die auch ein unabhängiger Hersteller anbieten kann - und einen besseren Sound.

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"Bevor wir über eine Budgetdeckelung reden, sollten wir die Motorensituation endlich regeln", kritisiert Marko. "Wenn ein Team pro Jahr über 20 Millionen Euro für Motoren zahlt, dann ist das ein Irrsinn. Alleine ein Benzin-Update kostet zwei Millionen. Das Reglement muss in Zukunft so ausschauen, dass ein unabhängiger Hersteller wie Cosworth oder Illien kommerziell erfolgreich einen Motor bauen können, den dann der kauft, der will - ob Sauber, wir oder Toro Rosso."

Bei Red Bull sitzt der Stachel nach wie vor tief, dass man vor zwei Jahren nach der vermeintlichen Trennung von Renault beinahe ohne Motor dagestanden wäre, schließlich legte sich Mercedes damals gegen eine Partnerschaft quer. Marko spricht von "Erpressbarkeit", die nur über einen unabhängigen Hersteller, der über kein eigenes Werksteam verfügt, beseitigt werden könne.

Mahnmal: McLaren nun in ähnlicher Lage wie Red Bull 2015

Das beweise das Beispiel McLaren. Das einstige Topteam ist wegen der Honda-Probleme nicht konkurrenzfähig, hat aber kaum Alternativen zum japanischen Hersteller. "McLaren ist jetzt in einer Situation, dass das Team fast in den Ruin getrieben wird, weil ihnen die Sponsoren davonrennen. Vielleicht ist es möglich, dass sie auf Druck einen Mercedes-Motor kriegen. Oder dass Mercedes ihnen bis zu einem gewissen Grad Know-how zur Verfügung stellt." Eine Anspielung auf Gerüchte, Mercedes könnte Honda auf die Sprünge helfen, damit die Japaner endlich aufholen. "Das wäre dann aber sicher nur so viel, dass es Mercedes nicht weh tut", ist Marko sicher.

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist für den Österreicher ein Symptom eines gescheiterten Reglements. "Das ist ja kein Zustand", ärgert er sich. "Wenn wir Toro Rosso Details von unserer Aufhängung übermitteln, dann werden wir bestraft oder ausgeschlossen. Aber beim Motor kann man so etwas plötzlich machen, weil niemand daran gedacht hat, dass sich so etwas entwickeln könnte."

Abgesehen davon ist der Zuschauer für Marko der große Verlierer. "Diese Antriebseinheiten sind eine unglaubliche technische Leistung, die aber beim Publikum nicht ankommt und den Fahrer in den Hintergrund stellt. Es sind die Ingenieure, die das schaffen. Da benötigt man alleine acht Leute, um das Auto zu starten. Und ohne die entsprechenden Informationen aus der Box kann man kaum fahren - das haben wir ja schon x-mal erlebt. Das Publikum will laute, starke Motoren und einen Menschen als Hero statt Ingenieursleistungen."

Einheits-KERS und besserer Sound?

Wie ein neues Reglement ausschauen könnte? Red Bull fordert ein einheitliches KERS statt der beiden komplexen Elektromaschinen MGU-K und MGU-H. So sollen die Kosten gesenkt und der Sport auch für private Motorenhersteller attraktiv gemacht werden. Ob eine Vereinheitlichung der Hybridtechnik allerdings auch für Automobilkonzerne interessant wäre, ist fraglich, schließlich wollen diese Innovationen vermarkten.

Einig ist man sich inzwischen allerdings immerhin, dass der Sound verbessert werden muss. Zuletzt hieß es, dass dies über eine Einsparung der MGU-H erreicht werden könnte, doch laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wäre ein Erfolg dieser Maßnahme alles andere als sicher. Erfolgsversprechender sieht hingegen der Umstieg auf ein Bi-Turbo-Konzept mit einem zweiten Turbolader wie in den 1980er-Jahren aus. Der damalige Sound war deutlich ansprechender als dies bei den aktuellen Motoren der Fall ist.

Red Bull: Liberty und Ross Brawn auf unserer Seite

Doch wie groß sind die Erfolgsaussichten auf ein neues Reglement? Marko, der auf die Gesprächen zwischen den Herstellern, der FIA und Liberty Media nicht direkt Einfluss nehmen kann, wähnt die neuen Formel-1-Eigentümer rund um Technikexperte Ross Brawn als gewichtigen Verbündeten im Kampf um neue Antriebseinheiten: "Ihnen ist klar, dass es mit diesem Reglement nicht weitergehen kann, und es wurde uns zugesichert, dass sie es ähnlich sehen wie wir."

Das liege auch daran, dass der Medienkonzern aus dem US-Sport andere Zustände gewohnt ist: "Dort verdienen alle Geld, und die Teams sind Millionenunternehmen. In der Formel 1 sind wir hingegen meilenweit davon entfernt." Zudem sei es mit dem Grand-Prix-Sport auch bei den Zuschauerzahlen und den TV-Einschaltziffern seit der Einführung des Reglements im Jahr 2014 "drastisch bergab gegangen".

Das Argument, dass die Hybrid-Antriebseinheiten für die Formel 1 elementar sind, da sie mit ihrer Serienrelevanz den Fortbestand des Grand-Prix-Sports sichern würden, hält Marko für Unsinn: "All das ist nicht serienrelevant. So ein Serienauto gibt es nicht und wird es nie geben."

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