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Überholen in der Formel 1: Noch ist nicht aller Tage Abend

Sorgen die neuen Formel-1-Regeln 2017 für lange Prozessionsfahrten ohne Überhol-Action? - Experten sehen Melbourne-Rennen als nicht repräsentativ

Max Verstappen, Lewis Hamilton
Schon in China soll es mehr Überholmanöver als in Australien geben
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach dem ersten Grand Prix der Formel-1-Saison 2017 wird bereits kontrovers über den Erfolg des neuen Technischen Reglements diskutiert. Der Große Preis von Australien bot ein spannendes Duell um den Sieg zwischen Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Mangelnde Überholmanöver im gesamten Feld ließen jedoch Fragen über die neuen Regeln der Formel 1 aufkommen. War dies ein Einzelfall oder ein Fingerzeig darauf, wie es weitergehen wird?

Klar ist: Der Melbourne Grand Prix Circuit war noch nie für großartige Überholmöglichkeiten bekannt. Dies zeigt der Blick auf den letzten Australien Grand Prix unter einem stabilen Reglement, bei dem es keine größeren Zwischenfälle oder Autos gab, die unplanmäßige Startpositionen hatten: Im Jahr 2015 gab es 13 Überholmanöver, zehn davon mit Hilfe von DRS. Im Jahr zuvor war es ähnlich: 2014 bekamen die Fans im Albert Park 24 Überholvorgänge geboten, acht davon mit DRS-Unterstützung.

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Im Vergleich dazu gab es beim Australien-Grand-Prix 2017 nur zwölf Positionswechsel - darunter zwei "normale" Überholmanöver und drei Manöver mit der Hilfe von DRS. Aber die Schwankungen können beim ersten Saisonrennen von Jahr zu Jahr groß sein. 2016 brachten Autos, die von ungewohnten Startpositionen losfuhren, 40 Positionswechsel auf der Strecke mit sich. In diesem Jahr gab es keinen solchen Einflussfaktor. Die Fahrer qualifizierten sich weitestgehend wie erwartet und die Leistungs-Unterschiede innerhalb des Feldes waren nicht ausreichend, um Positionswechsel unvermeidlich zu machen.

Pirelli-Reifen bringen Leistungs-Unterschiede nicht mehr so hervor

In diesem Jahr kam in Melbourne noch ein zweiter Faktor hinzu: Die neuen 2017er Pirelli-Reifen bauten einfach nicht stark genug ab, um mehr Überholmanöver zu fördern. Die Performance-Unterschiede werden größer, wenn die Reifen anfangen, unterschiedlich stark abzubauen - aber das geschah im Albert Park nicht. So kam es zu der relativ geringen Anzahl an Überholvorgängen, die allerdings nicht als repräsentativ für den Rest der Saison angesehen werden kann.

In China war die Anzahl an Überholmanövern in den vergangenen Jahren deutlich anders. 2016 gab es erstaunliche 181 Überholmanöver. Es gab sogar Stimmen, die besagten, dass Schanghai aufgrund der vielen Positionswechsel im vergangenen Jahr ein "Fake Rennen" gewesen sei. Die Autos mussten nur ins DRS-Fenster kommen und konnten dann auf der langen Gegengeraden überholen.

Während eine solche Zahl unter normalen Umständen (im vergangenen Jahr gab es eine chaotische erste Runde, eine frühe Safety-Car-Phase und die Aufholjagd von Lewis Hamilton, der vom Ende des Feldes starten musste) schwierig zu erreichen sein wird, sind die 28 Manöver von 2015 ein vernünftiges Ziel. Voraussichtlich wird also schon der Große Preis von China am kommenden Wochenende einen Aufschluss darüber geben, was die Formel 1 2017 wirklich zu bieten hat.

Dranbleiben nun ohne signifikanten Reifenverschleiß möglich

Experten verweisen sogar auf Faktoren, die das Überholen in diesem Jahr vereinfachen werden. Der Einfluss des Windschattens ist 2017 durch die veränderten Regeln stärker. Größere Autos bedeuten mehr Windschatten. Wenn die Autos die Gerade entlang fahren, wird es einen verstärkten Geschwindigkeitsunterschied zu Beginn der Bremszone geben. Auch der DRS-Effekt ist stärker. Durch die größeren Heckflügel fällt der Rundenzeitvorteil durch DRS zum Teil um mehr als 30 Prozent größer aus. Das fördert Überholmanöver, besonders auf Strecken mit langen Geraden wie in China und Bahrain.

Zudem gibt es eine Schlüsselerkenntnis aus Melbourne, die weitestgehend übersehen wurde. Sebastian Vettel konnte während des ersten Stints an Hamilton dranbleiben. Wäre er in den vergangenen Jahren 16 Runden lang seinem Konkurrenten im Getriebe gehangen, hätte er dabei seine Reifen ruiniert. Wenn er angegriffen hätte, hätten die Reifen sehr schnell abgebaut. In diesem Rennen konnte er jedoch relativ einfach im Windschatten des Mercedes-Fahrers bleiben und dann angreifen, als er freie Fahrt hatte. So übernahm er schlussendlich die Führung und gewann letztlich den Grand Prix. Experten werten dies als gutes Anzeichen für enge Rennen in diesem Jahr.

Nachdem es in den vergangenen Jahren viele Beschwerden darüber gab, dass DRS das Überholen zu einfach gemacht habe, müssen die Piloten nun mehr Risiko eingehen. Die Fahrer müssen mutig beim Bremsen sein, auf ihre Autos achten und dranbleiben. Wer in dieser neuen Ära überholen möchte, muss dafür kämpfen. Und so gibt es durchaus ermutigende Kennzeichen für die neue Formel-1-Saison 2017.

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