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Nach Alonsos Indy-500-Start: Villeneuve kritisiert Piloten

Der Kanadier bedauert, dass sich außer Alonso kein Formel-1-Star auf Wurzeln des Motorsports besinnen würde - Verhindern Konzerne Gewinn der "Triple Crown"?

Fernando Alonso, Jacques Villeneuve
Wünscht sich mehr Mut zu Ausflügen in andere Serien: Jacques Villeneuve
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Der Ex-Formel-1-Weltmeister und frühere Indy-500-Sieger Jacques Villeneuve bewundert Fernando Alonso für seinen Mut, einen Angriff auf die "Triple Crown" des Motorsports zu wagen. Gleichzeitig kritisiert der Kanadier im Gespräch mit 'Reuters' die übrigen Stars der Königsklasse für ihr Desinteresse an dem Nudeltopf-Rennen. "Enttäuschend finde ich, dass viele sagen: 'Warum soll ich mich darum scheren? Es ist ein Oval, es ist gefährlich, wieso sollte ich dort fahren?'", so Villeneuve.

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Die Antwort auf seine Fragen gibt er sich selbst. Weil Alonso nach dem Ruhm suche, dem die Husaren früherer Jahrzehnte nachgehechelt sind - auch wenn die Chance auf einen Sieg beim Indy 500 "klitzeklein" sei. "Aber er lässt es darauf ankommen. Das ist großartig. Das macht es so aufregend", schwärmt Villeneuve, der selbst knapp daran vorbeischrammte, seinen Triumph auf dem Brickyard 1995 und seine Formel-1-Krone 1997 mit dem Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans zu veredeln.

2008 stand er für Peugeot zwar auf dem Podium, aber der Stachel sitzt tief: "In Le Mans nur Zweiter geworden zu sein, bringt mich um. Es tut weh", hadert Villeneuve und liebäugelt mit der Chance, den Hattrick doch noch komplett zu machen. "Ich warte auf den Anruf, aber er wird nicht kommen. Ich bin 46 Jahre alt und um jetzt mitzufahren, muss man 18 sein", spielt er auf immer jüngere Piloten in der Weltspitze an und kritisiert Autokonzerne dafür, Motorsport-Märchen zu verhindern.

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12.04.2017
Foto 1 von 28
Indianapolis statt Monaco: Fernando Alonso ist der erste Formel-1-Pilot seit Jim Clark im Jahr 1965, der sich für den Start bei den 500 Meilen entscheidet und den Klassiker im Fürstentum auslässt.
Indianapolis statt Monaco: Fernando Alonso ist der erste Formel-1-Pilot seit Jim Clark im Jahr 1965, der sich für den Start bei den 500 Meilen entscheidet und den Klassiker im Fürstentum auslässt.

Villeneuve weiter: "Ein Hersteller würde nicht wollen, dass jemand die 'Triple Crown' gewinnt, weil es keine Publicity für die Marke, sondern für den Piloten gibt. Auch dieser Aspekt verhindert es." Alonso befindet sich in der komfortablen Situation, das Indy-500-Abenteuer mit Honda angehen zu können, müsste für die 24 Stunden von Le Mans aber wohl bei einem anderen Werk anheuern. Bei Porsche scheint man von der Villeneuve-These noch nichts gehört zu haben und deutet Interesse an.

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