Schutz vor Mercedes-Schicksal: Toro Rosso noch relevant?

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost hält die Existenz seines Team immer noch für gerechtfertigt: Mit Backup-Piloten wird ein Mercedes-Schicksal verhindert

(Motorsport-Total.com) - Weil Red Bull auf absehbare Zeit blockiert ist, ist die Situation für die Piloten bei Toro Rosso schwierig. Eigentlich existiert das Team seit 2006, um vielversprechende Talente in der Formel 1 auf den Sprung zum Mutterteam vorzubereiten, doch weil Daniel Ricciardo und Max Verstappen langfristige Verträge besitzen und kaum abgelöst werden dürften, stecken Carlos Sainz und Daniil Kwjat in der Sackgasse.

Titel-Bild zur News: Franz Tost, Daniil Kwjat, Carlos Sainz, James Key

Franz Tost und seine Bande: Schafft einer den Sprung zu Red Bull? Zoom

Mit drei beziehungsweise vier Jahren sind beide eigentlich auch an der Grenze der Formel-1-Lebensdauer normaler Toro-Rosso-Piloten angelangt, von daher darf man sich fragen, ob der Rennstall noch seinen Zweck erfüllt, den er eigentlich mal innehatte. Doch davon ist Teamchef Franz Tost klar überzeugt: "Wenn man sich die Fahrer ansieht, die Toro Rosso hervorgebracht hat, muss man sagen, dass sich die Investition für Red Bull gelohnt hat", sagt der Österreicher.

Sebastian Vettel wurde bei Toro Rosso gar zum Rennsieger, reifte später bei Red Bull zum viermaligen Weltmeister. Doch das ist Vergangenheit. Aktuell sieht Toro Rosso mehr wie eine Sackgasse aus, aus der bis auf Vitantonio Liuzzi noch kein anderer Red-Bull-Junior den Sprung zu einem anderen Team geschafft hat - sieht man einmal von Sebastian Vettel ab, der heute für Ferrari fährt.

Doch Tost glaubt dennoch daran, dass sein Rennstall seinen Zweck noch erfüllt. Denn schon im vergangenen Jahr konnte Red Bull im Bedarfsfall auf den Kader zugreifen und etwa Max Verstappen nach oben holen. Denn so sind die Bullen auf eventuelle Begebenheiten vorbereitet: "Man braucht Backup-Piloten. Und Carlos Sainz und Daniil Kwjat sind hochtalentiert", betont Tost.


Fotostrecke: Red-Bull-Junioren in der Formel 1

Denn was andernfalls passieren kann, hat sich bei Mercedes gezeigt, wo Nico Rosberg nach seinem Weltmeistertitel plötzlich zurückgetreten ist. Einen passenden Ersatz musste man sich mit Valtteri Bottas extern einkaufen. "Wenn man sich ansieht, was bei Mercedes mit dem urplötzlichen Wegfall eines Fahrers passiert ist, kann man sagen, dass die Existenz von Toro Rosso weiterhin gerechtfertigt ist", sagt Tost. "Red Bull hat zwei ausgezeichnete Fahrer, aber man kann nie wissen."