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Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist der Meinung, nur eine Motoren-Neuregelung könnte für eine echte Veränderung und das Ende der Mercedes-Dominanz sorgen

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone hat genug von den "grünen Motoren" in der Formel 1
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Die Spannung vor der Formel-1-Saison 2017 steigt. Denn die große Frage lautet: Können die neuen Aerodynamik-Regeln das Feld wirklich so durcheinander bringen, dass die Spitzenpositionen abwechslungsreicher besetzt werden. Königsklassen-Boss Bernie Ecclestone glaubt nicht daran und sieht Mercedes schon wieder davon fahren. Er würde die Probleme in seinem Sport gerne an den Motoren-Hörner packen.

"Red Bull glaubt, dass sie Mercedes über die Aerodynamik schlagen können - da bin ich mir aber nicht so sicher", sagt er gegenüber Bild. "Mercedes hat noch immer einen großen Motorenvorteil. Deswegen müssen wir schnellstmöglich auch neue Motorenregeln einführen. Egal was für welche - das Wichtigste wäre, die Hybridmotoren loszuwerden."

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Das Wort des Vermarkters Ecclestone steht dabei gegen das der Regelmacher des Automobilweltverbands FIA. "Jean Todt denkt, sie gehören zum Zeitgeist", kritisiert er den FIA-Präsidenten, der hinter den modernen Motoren steht. "Das mag vielleicht für Straßenautos zutreffen, aber in der Formel 1 wollen die Leute etwas Besonderes sehen. Sie wollen laute und starke Motoren, die nur von den besten Fahrern der Welt gebändigt werden können. Man steckt auch nicht einen Profifußballer in orthopädische Schuhe, nur weil die im Alltag gerade populär sind." Zustimmung erhält er dabei von Top-Ingenieur Adrian Newey.

Seit Beginn der neuen Turbo-Ära 2014 dominiert Mercedes das Geschehen auf beinahe jeder Grand-Prix-Strecke und schnappt sich einen Titel nach dem anderen. Auch in der vergangen Saison wurde es nur dann richtig spannend, wenn sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton wie in Barcelona gegenseitig rauskegelten, oder wie in Malaysia unter Problemen litten. Ecclestone zweifelt an einer Neuordnung 2017, da auch die Silberpfeile keine Aerodynamik-Nachzügler sind.

Dem 86-Jährigen sind außerdem Probleme wie das Qualifying-Desaster Anfang 2016, das Hin-und-Her in der Funkverbots-Debatte oder die aufsehenerregende "Verstappen-Regel" ein Dorn im Auge: "Die Regeln sollten alle überarbeitet werden. Sie sind zu kompliziert. Wir sind ein Unterhaltungsgeschäft. Aber wie sollen wir die Zuschauer unterhalten, wenn sie nicht mehr durchblicken. Nicht einmal die Fahrer wissen noch, was sie auf der Strecke dürfen und was nicht. Manchmal denke ich, die Regeln sagen ihnen: Lasst das Rennfahren! Lasst sie sich doch ab und zu berühren, was soll's? Lasst die Fahrer das unter sich ausmachen."

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