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Keiner, das war ein normaler Rennunfall

"Magic Max": Verstappen verschiebt die Grenzen der Physik

Max Verstappens Regenshow wird bereits mit Ayrton Senna und Michael Schumacher verglichen: Mit welchen Tricks der Youngster die Konkurrenz düpierte

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Mit dem Manöver gegen Räikkönen gab Verstappen einen ersten Vorgeschmack. Jetzt durch die Highlights des spektakulären Grand Prix von Brasilien klicken.
Mit dem Manöver gegen Räikkönen gab Verstappen einen ersten Vorgeschmack. Jetzt durch die Highlights des spektakulären Grand Prix von Brasilien klicken.

(Motorsport-Total.com) - Toto Wolff hat es irgendwie kommen sehen: Trotz des umstrittenen Anrufs bei Papa Jos Verstappen fuhr der 19-jährige Red-Bull-Pilot bei der Regenschlacht in Brasilien nach einer unglücklichen Strategie (siehe Rennbericht) völlig entfesselt auf Platz drei und ließ die Platzhirsche teilweise wie blutige Anfänger aussehen. Vergleiche mit den größten Leistungen der Formel-1-Geschichte fielen nach dem Rennen im Stakkato: Ayrton Sennas Regenshows in Monaco 1984 und Donington 1993 sowie Michael Schumachers erster Ferrari-Sieg in Spanien 1996, als die italienische Presse bereits Jesus-Vergleiche anstellte.

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"Das war in dieser Liga", stimmt der stolze Red-Bull-Teamchef Christian Horner mit leuchtenden Augen in den Tenor ein. "Man sieht nicht oft so eine Vorstellung, das war etwas ganz Besonderes." Auch einen kleinen Seitenhieb auf Mercedes konnte er sich nicht verkneifen: "Das Rennen hat bewiesen, dass Totos Anruf keine allzugroße Wirkung auf Max' Art, Rennen zu fahren, hat."

Der Österreicher spendet ebenfalls Beifall: "Das war die Verstappen-Show. Er hat bei seiner unglaublichen Fahrt die Physik außer Kraft gesetzt." Für Niki Lauda war Interlagos 2016 das Bravourstück, mit dem Verstappen bewiesen hat, aus welchem Holz er geschnitzt ist. "Ich wusste, dass der Junge gut ist", so der Wiener gegenüber 'RTL'. "Aber heute hat er allen bewiesen, dass er ein zukünftiger Weltmeister ist. Das kann man klar sagen."

Verstappen lässt Rosberg wie blutigen Anfänger stehen

Und sogar für Vater Jos Verstappen, der die Karriere des Youngsters seit Kindheitstagen steuert, fuhr der Red-Bull-Pilot in einer neuen Dimension. "Ich habe so etwas noch nicht gesehen", strahlt der ehemalige Formel-1-Pilot gegenüber 'Sky Sports F1'. "Das hat sogar mich überrascht! Ich kenne ihn seit einer langen Zeit und habe viele Rennen gesehen, aber heute war das unglaublich!"

Doch alles der Reihe nach: Schon nach der Freigabe des Rennen, das hinter dem Safety-Car gestartet wurde, gab Verstappen einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Er bremste sich trotz großen Rückstands auf der Start-Ziel-Geraden in der ersten Kurve innen am drittplatzierten Kimi Räikkönen vorbei.

Der nächste auf seine Liste war Rosberg, der zusehen musste, als Verstappen nach dem Senna-S in Kurve 3 außen am Mercedes vorbeiflog. Der Mercedes, das Über-Auto der vergangenen Jahre, wirkte dabei gegen den Red Bull wie ein chancenloser Formel-3-Bolide.

"Innen war die Linie trockener, aber sobald du mit dem Reifen dorthin gekommen bist, wo mehr Wasser stand, warst du weg", erklärt der WM-Leader, warum er selbst nicht auf die Idee gekommen war, die äußere Linie zu wählen. "Es war also nicht eindeutig, dass du einfach außen komplett durch dieses Wasser fahren kannst. Daher großes Kompliment: Seine Kreativität hat sich ausgezahlt."

Das Verstappen-Geheimnis: Linienstudium in Safety-Car-Phase

Doch warum war Verstappen besser vorbereitet als seine Rivalen? Er hatte sich in der Safety-Car-Phase zu Beginn des Rennens die unterschiedlichen Linien genau angeschaut, als seine Rivalen damit beschäftigt waren, die Bremsen auf Temperatur zu halten. "In der Safety-Car-Phase hat man gesehen, dass er sich sich die unterschiedlichen Stellen des Asphalts genau angeschaut hat und Grip gesucht hat", bestätigt Horner. "Er hat ständig geforscht."

"In der Safety-Car-Phase hat man gesehen, dass er sich sich die unterschiedlichen Stellen des Asphalts genau angeschaut hat."
Christian Horner

Verstappens Herangehensweise, die Kurven auf der Außenspur zu fahren, stammt aus dem Kartsport. Damit geht man der Ideallinie aus dem Weg, die wegen des Reifengummis bei Nässe noch rutschiger ist. "Ich habe niemanden gesehen, der das so ausgelotet hat wie Max. Und das, obwohl sie alle diese Kart-Erfahrungen haben", wundert sich Horner.

Auch das Rosberg-Manöver war auf die Kart-Linienwahl zurückzuführen. "Ich musste versetzt fahren, um zu erkennen, wo ich vorbeifahren kann. Deshalb habe ich alle möglichen Spuren ausprobiert", erklärt der Regenspezialist.

Beinahe-Dreher: "Hätten fast die Unterhose wechseln müssen"

Auf der Jagd nach Leader Lewis Hamilton musste Verstappen allerdings rasch einen kleinen Rückschlag hinnehmen: In den schnellen Linkskurven vor Start-Ziel, die normalerweise mit Vollgas gefahren werden, verlor der Niederländer nach heftigem Aquaplaning die Kontrolle über seinen Boliden. Doch im Gegensatz zu Marcus Ericsson und Felipe Massa konnte er sein Auto wie durch ein Wunder noch abfangen.

"Die meisten am Kommandostand hätten danach fast die Unterhose wechseln müssen, aber er blieb am Boxenfunk extrem ruhig", wundert sich Horner. "Abgesehen von diesem Zwischenfall hatte er stets alles unter Kontrolle."

Elf Überholmanöver in 16 Runden

Doch dann warf ihn Red Bulls Strategiepoker weit zurück: 16 Runden vor Schluss lag er nur auf dem 14. Platz. Was aber dann folgte, werden viele Formel-1-Fans nicht so schnell vergessen. Der Reihe nach überholte er Esteban Gutierrez, Pascal Wehrlein, Valtteri Bottas. seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo, Daniil Kwjat, Esteban Ocon, Felipe Nasr, Nico Hülkenberg, Sebastian Vettel, Carlos Sainz und Sergio Perez, um dann doch noch das Podest zu erklimmen.

Der Red Bull flog nur so durch das Feld. "Er war schneller als Perez bei freier Fahrt", staunt Horner. "Und das, obwohl er Verkehr hatte." Vor allem das Duell mit Vettel war nach dem Streit in Mexiko sehenswert. Der Ferrari-Star tat alles, um den Red-Bull-Piloten hinter sich zu lassen, doch nachdem es Verstappen in Kurve 11 außen probiert hatte, trickste er Vettel aus und setzte sich in Kurve 12 innen neben den Ferrari. Der viermalige Weltmeister ließ nicht locker, doch der Youngster ließ ihn außen verhungern.

Highlights gegen Vettel und Perez

Obwohl Vettel per Funk klagte, mit den Vorderrädern vor Verstappen gewesen zu sein und somit eine Strafe forderte, war die Angelegenheit für Jos Verstappen klar: "Wenn man auf der Innenseite ist, dann hat man den Vorteil. Ich glaube nicht, dass das etwas Falsches dran war."

Und zum Schluss krönte Verstappen seine Galavorstellung noch mit einem Überholmanöver gegen Sergio Perez im Infield, das er erneut außen in Kurve 10 einleitete. Bis Kurve 12 fuhren die beiden Rad an Rad, doch dann setzte sich der Red-Bull-Pilot durch.

Wie konnte sich Verstappen am Ende so stark in Szene setzen? "Er hat natürlich am Ende den frischen Reifen gehabt im Unterschied zu den anderen", spielt Wolff darauf an, dass der Niederländer im Gegensatz zu seinen Piloten 19 Runden vor Schluss noch einmal frische Reifen aufziehen ließ. "Aber von der Leistung kann man nichts wegnehmen."

Warum war Verstappen so schnell?

Auch die bekannte Red-Bull-Stärke bei Regen war kein Nachteil. "Das Auto war sicher gut zu fahren und ist gut gelegen", meint Lauda. "Deswegen konnte er es voll ausnutzen, die richtigen Linien fahren und derart schnell durchs Feld fahren. Da ist auf ihn und das Auto zurückzuführen."

Doch auch Ricciardo, der mit der Sicht haderte, saß in einem Red Bull und kam über Platz acht nicht hinaus. Dafür hat der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende eine Erklärung: "In unserem Fall war Lewis auch das ganze Wochenende lang schneller als Nico. Bei Red Bull war es das gleiche mit Verstappen und Ricciardo. Der eine bringt alles auf den Punkt, er zieht die richtigen Linien durch und macht keinen Fehler. Da passt alles. Der andere hatte vielleicht vom Setup her nicht die gleichen Bedingungen. Das Auto liegt ihm nicht so und dadurch wird man langsamer."

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