Reifenauswahl Kanada: Haas zockt radikal mit Ultrasoft

Zehnmal Ultra-, aber kein einziges Mal Supersoft: Das Haas-Team riskiert beim Grand Prix von Kanada ebenso wie Renault eine mutige Reifenauswahl

(Motorsport-Total.com) - Elf Teams, neun verschiedene Herangehensweisen an den Grand Prix von Kanada (Formel 1 2016 live im Ticker): Das hat die Reifenvorauswahl ergeben, die von Pirelli heute bekannt gegeben wurde. Den radikalsten Ansatz wählt beim "halben" Heim-Grand-Prix unweit der US-amerikanischen Grenze der Rennstall von Gene Haas.

Titel-Bild zur News: Pirelli-Ultrasoft

Pirelli hat die Vorauswahl der Teams für Kanada bekannt gegeben Zoom

Denn während etwa Force India vier Sätze Soft und drei Sätze Supersoft ausgewählt hat, dafür nur sechs Sätze vom violetten Ultrasoft, setzt Haas gleich auf zehnmal Ultrasoft und nur dreimal Soft. Supersoft wird Romain Grosjean und Esteban Gutierrez gar nicht zur Verfügung stehen.

Haas steht mit dieser Strategie übrigens nicht ganz alleine da: Auch Renault verzichtet komplett auf die mittleren Supersoft-Reifen, packt dafür aber fünfmal Soft ein (mehr als jedes andere Team) und nur achtmal Ultrasoft.

Der Ultrasoft hatte sich zuletzt in Monaco als relativ haltbar erwiesen, sodass er sogar im Rennen eingesetzt wurde. Nico Rosberg schaffte damit sagenhafte 51 Runden. Das war seitens Pirelli ursprünglich anders gedacht. Die Idee war nämlich, dass der Ultrasoft ein reiner Qualifying-Reifen sein sollte, der extrem schnell abbaut. Das hätte viel Varianz in die Rennstrategien gebracht.

Die Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull haben sich indes für sehr ähnliche Reifenvorauswahlen entschieden. Red Bull hat einen Satz Soft mehr als die beiden anderen Teams, Mercedes die meisten Ultrasoft-Sätze (acht).