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Gehe nicht über "Los": Die Formel 1 zockt weiter Monopoly

Die Königsklasse günstiger als früher? Für Mike Gascoyne ist das nur die halbe Wahrheit: "Es ist Wahnsinn", sagt er über den neuen Ausgabenkrieg

Mike Gascoyne
Will eine Stimme der Vernunft sein: Caterham-Technikchef Mike Gascoyne
© Caterham

(Motorsport-Total.com) - Es ist nicht lange her, dass die Formel finanziell auf den Putz gehauen hat. Testfahrten jede Woche, Hunderte Angestellte und Investitionen in Entwicklungen, die so manchen Konzern vor Neid hätten erblassen lassen. Es war Monopoly mit Autos, auf "Los" gab es für die Großen der Szene ständig frisches Geld und wer nicht mehr zahlen konnte, musste seine Boliden von Spielbrett nehmen. Diese Tage seien gezählt, versucht die um Kostenbegrenzung bemühte FIA zu suggerieren. Oder doch nicht?

Mike Gascoyne ist anderer Meinung: "Solange diejenigen, die die Regeln machen, mitkassieren, bleiben sie dabei", erklärt er im Gespräch mit 'Crash.net' die ungeschriebenen Regeln im Millionenpoker Königsklasse. Wenn es ums Geld geht, glaubt der Caterham-Technikchef und Designer noch immer an eine Idee, die mit ihrem Erfinder an Anhängerschaft verloren hat: "Es sollte sich etwas ändern und Max Mosleys Kostendeckelung ist noch immer das, was ich voll und ganz unterstützte."

Einheitsserie keine Lösung

Der Grund dafür sind die Mechanismen, die - so Gascoyne - sich nie verändert hätten. Er wählt ein Beispiel, um zu verdeutlichen, dass Elemente einer Einheitsserie ein Placebo sind: "Würden 20 Caterham in unterschiedlichen Lackierungen um die Strecke fahren, würde das niemandem auffallen. Es wäre ein enges Rennen mit großartiger Atmosphäre und toller Geräuschkulisse", beschreibt er eine nur scheinbar finanziell vernünftige Version. "Es würde keine 300 Millionen Britische Pfund (umgerechnet rund 362 Millionen Euro, Anm. d. Red.) kosten."

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Doch damit sei die Ausgabenmesse nicht gelesen, meint Gascoyne: "Man würde sich gegenseitig überbieten." Gibt der eine zehn Millionen mehr aus, würde der andere mit 20 Millionen nachziehen, die Schraube sich unendlich weiterdrehen. Es wäre das gleiche Spiel wie vor zehn Jahren. Es einmal mehr Monopoly gezockt. "Wir sollten dem einen Riegel vorschieben. Es ist Wahnsinn. Wie lässt sich das in einer 'grünen' Zeit, einer Zeit der sozialen Verantwortung, rechtfertigen?", fragt sich der 49-Jährige.

Die Euro-Krise lässt grüßen

Caterham sitzt zwar derzeit nicht im Gefängnis, ihnen gehört aber weder die Schlossallee noch hat das Team auf dem Ereignisfeld einen Lottogewinn gezogen. "Die Budgets zu sichern wird in diesem Jahr sehr hart. Es ist für jeden finanziell knifflig", beschreibt Gascoyne den Kampf um das sportliche Überleben und plädiert für nachhaltiges Wirtschaften. "Wir können nicht erwarten, dass Dinge über Nacht passieren, aber wir wollen sicherstellen, dass Caterham finanziell gesund ist und sich langfristig etabliert."

Der Plan der Mannschaft aus Leafield sieht vor, durch kontinuierliche Investitionen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre ein etabliertes Mittelfeldteam zu werden. Als Fernziel geben die Verantwortlichen die Plätze fünf bis acht in der Konstrukteurs-WM aus. Gascoyne betont, dass sich Caterham deutlich besser geschlagen habe als die Einsteiger Marussia und HRT. Er warnt aber davor, sich mit übertriebenen Zielsetzungen selbst ein Grab zu schaufeln. "Sich auf Rang zehn zu halten, hat Priorität."

Kommen, versagen, gehen

Sportlicher Erfolg ist laut Gascoyne keinesfalls der Königsweg der Zukunftssicherung. "Wichtig ist die Entwicklung des Unternehmens", verdeutlicht der Mann, der auch als Technischer Direktor für die Serienwagen-Sparte Caterhams verantwortlich zeichnet. "Ist es profitabel, dann hat das Formel-1-Projekt auf lange Sicht eine Zukunft." Und von der verspricht sich der erfahrne Formel-1-Macher keine Wunderdinge: "Man muss realistisch sein. Wenn man die neun Teams vor uns sieht, dann sind sie 20, 30 oder mehr Jahre in der Formel 1."

Viele seien gekommen, gegangenen und hätten versagt. Und der Grund dafür war oft das Geld. "Ende der neunziger Jahre und in den frühen 2000ern war es einfach nur ein Ausgabenkrieg", erinnert sich Gascoyne und gewährt einen Blick in die Bücher von heute: Alleine der Betrieb eines kleineren Teams belaufe sich auf einen Betrag zwischen 60 und 85 Millionen Euro im Jahr, Windkanäle und Gebäude würden dazu 240 bis 360 Millionen Euro verschlingen. "Es wird nicht passieren, dass ein neues Team kommt und das leistet."

Über das Geld ausgeben in der Formel 1 hat Gascoyne eine Menge gesagt, aber was ist eigentlich mit den Einnahmen? Die Autos pflastern die Logos weltumspannender Konzerne, die TV-Anstalten pumpen hohe Summen in die Übertragungsrechte. Profitabel ist das Geschäft dennoch nicht, glaubt man Gascoyne. "Als ich beim Team angefangen habe, war es keine Überraschung, dass ich die Automobilsparte übernommen habe. Das ist unser Überleben. Die Formel 1 zahlt nicht." Die Schlossallee gehört also offenbar doch Bernie Ecclestone.

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