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Simulatoren: Virtuelles Training für den Fall X

Formel-1-Fahrer verbringen mehr Zeit in Simulator als im Auto, wobei verschiedene Szenarien immer wieder durchgespielt werden

Toyota-Simulator
Moderne Simualtoren wie der von Toyota in Köln sind Hightech-Maschinen
© TMG

(Motorsport-Total.com) - Kein Formel-1-Team kann heute ohne einen Simulator auskommen. Spitzenteams wie Red Bull, McLaren oder Ferrari investieren zweistellige Millionenbeträge in die virtuellen Teststrecken. Viele Fahrer verbringen inzwischen mehr Zeit vor der Leinwand des Simulators als im Auto auf der Rennstrecke. Und diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. "Ich bin davon überzeugt, dass Simulationen in der Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden", sagt Geoff McGrath, Geschäftsführer von McLaren Applied Technologies, einem Schwesterunternehmen des Rennstalls.

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen die Simulatoren nur eine Art "Playstation für große Jungs" waren: "Wir nutzen bei McLaren den Simulator nicht nur, damit sich die Fahrer an die Strecke gewöhnen, sondern auch zur Entwicklung des Autos. Wir können das Auto rund um die Fahrer entwickeln", erklärt McGrath. Darüber hinaus steht aber auch das Training des Fahrers im Mittelpunkt.

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Das sei in der heutigen Zeit, in der sich den Fahrern zahllose Einstellmöglichkeiten bieten, wichtiger denn je: "Das Fahren ist sehr komplex geworden, es gibt so viele Informationen." Das Limit werde dabei nicht in erster Linie durch die Performance des Autos, sondern durch die geistige Leistungsfähigkeit des Fahrers bestimmt. "Die Frage lautet daher, wo das kognitive Limit der Fahrer liegt, umd die Daten noch verarbeiten zu können", so McGrath.

"Allzweckwaffe" Simulator

Das Lenkrad des Toro Rosso STR5
Formel-1-Lenkräder bieten zahlreiche Einstelloptionen
© xpb.cc

Dieses Limit werde seiner Ansicht nach in der modernen Formel 1 oft schon erreicht: "Wenn wir uns ein Lenkrad anschauen, dann ist das schon jenseits der Grenze. Deshalb geben wir den Fahrern im Rennen nur minimale Anweisungen, sonst wären sie damit überfordert", so McGrath. "Aber im Simulator können wir an verschiednen Szenerien arbeiten, um uns zu verbessern."

"Wir können gewisse Herausforderungen immer wiederholen. Dadurch erhöhen wir die Reproduzierbarkeit gewisser Abläufe", zieht McGrath Vergleiche zur Luftfahrt. Auch gehen Linienpiloten im Training im Simulator immer wieder Notsituationen durch, bis ihnen die Verfahren in Fleisch und Blut übergehen.

"Wenn wir die kognitive Leistungsfähigkeit unserer Fahrer steigern könnten, wäre das ein entscheidender Vorteil", so McGrath. Zur Nachbereitung der Rennen wird der Simulator bei McLaren ebenfalls genutzt: "Auch können wir ein Rennen noch einmal im Simulator durchspielen und dann das Rennen im Simulator mit der Realität vergleichen. Das gilt auch für die Ingenieure. Deshalb investieren die Teams derart viel in die Simulatoren."

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