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Glock: "Muss mich durchbeißen und durchkämpfen"

Timo Glocks Jahresrückblick 2012: Warum er schon vor dem Formel-1-Auftakt in Melbourne keine großen Erwartungen hatte und worauf er trotz allem stolz sein kann

Timo Glock
Timo Glock hat drei sehr schwierige Jahre in der Formel 1 hinter sich
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In seinem letzten Rennen 2009, ehe er die Saison verletzungsbedingt abbrechen musste, stand Timo Glock beim Grand Prix von Singapur auf Toyota auf dem Podium. Für das Jahr 2010 wechselte er zu Virgin, obwohl es auch Gerüchte über einen Wechsel zu Renault gab. Doch beim inzwischen in Marussia umbenannten Rennstall wartet der erfahrene Deutsche mit Wohnsitz in der Schweiz immer noch auf sein erstes Top-10-Ergebnis.

2012 war für Glock ein Auf und Ab, beginnend mit der Jungfernfahrt des Marussia-Cosworth MR01 beim Grand Prix von Australien über Rückschläge wie den Trainingsunfall in Schanghai (Zur Fotostrecke "Die Unfälle des Jahres"), den sensationellen zwölften Platz in Singapur bis hin zum ernüchternden Saisonfinale in Sao Paulo, bei dem Marussia den möglicherweise millionenschweren zehnten Rang in der Konstrukteurs-WM in letzter Minute noch an Caterham verlor.

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Im Jahresrückblicks-Interview mit 'Motorsport-Total.com' lässt Glock die Saison noch einmal Revue passieren. Ansonsten genießt er momentan die Ruhe nach dem stressigen und langen Formel-1-Jahr und genießt es außerdem, in seiner Schweizer Wahlheimat einmal die Seele baumeln zu lassen. 2013 will er noch einmal neu durchstarten und endlich die ersten Punkte seit dem Podium in Singapur 2009 sammeln.

Erwartungen vor Melbourne niedrig

Frage: "Timo, ihr seid ohne Wintertests mit dem neuen Auto in die Saison 2012 gegangen. War dir zu jenem Zeitpunkt bereits klar, dass es womöglich wieder nichts mit Punkten wird?"
Timo Glock: "Ja, es war eigentlich klar, dass wir keine Punkte erreichen können. Zumindest war uns allen bewusst, dass die Voraussetzungen durch fehlende Tests natürlich weniger gut sind. Wenn du ohne Tests in eine Saison gehst, dann brauchst du keine hohen Erwartungen zu haben. Das zog sich auch durch die ersten Rennen. Wir mussten das Auto kennenlernen und das Beste daraus machen. Das haben wir getan."

Frage: "Mit welchem Gefühl bist du in das erste Training des Jahres in Melbourne gegangen, als dir das Auto nahezu komplett unbekannt war?"
Glock: "Melbourne war bezüglich des Wetters schwierig. Da hatten wir das Pech, dass am Freitag dort die Bedingungen wirklich nicht optimal waren. Wir haben aber schnell gelernt."

"Im zweiten Freien Training war ich auf Platz zwölf. Das war nicht so verkehrt. Allerdings hatten alle anderen wohl etwas mehr Benzin im Tank als wird. Daher sind wir später wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Dennoch haben wir damals einen richtig tollen Job gemacht. Ich hatte eigentlich sehr schnell ein gutes Gefühl für das Auto."

Frage: "Seit dieser Saison wurde das Auto vom erfahrenen Ex-Renault-Technikchef Pat Symonds weiterentwickelt; von Nick Wirth hatte sich dein Team getrennt. Inwiefern hast du diese Veränderung gespürt?"
Glock: "Das habe ich sehr deutlich gespürt. Wir haben zwar eine gewisse Zeit im Windkanal gebraucht, um wirklich damit zufrieden zu sein, denn wir mussten zunächst sicherstellen, dass wir uns auf die Resultate verlassen können."

Großer Fan von Technikchef Symonds

"Das hat Pat genau richtig angepackt, denn es ist enorm wichtig, dass man diesen Abgleich zwischen Windkanal und Fahrt auf der Strecke macht. Ab Mitte des Jahres wurde es immer besser, es ging spürbar voran. Ich habe viel mit Pat und seiner Crew zu tun gehabt. Das war letztlich maßgeblich. Von der reichhaltigen Erfahrung von Pat haben wir mächtig profitiert."

Frage: "Ist auch die Kommunikation mit einem solchen Technik-Haudegen ganz anders?"
Glock: "Ja, auf jeden Fall. Es geht dabei zum Beispiel um den generellen Weg, wie er an ein Auto und dessen Entwicklung herangeht. Du merkst in jedem einzelnen Gespräch mit ihm, dass dort dermaßen viel Erfahrung dahintersteckt - und eine große Logik. Das ist der größte Unterschied. Als Fahrer fühle ich mich von ihm sehr gut verstanden."

Frage: "Dein großes Highlight des Jahres war der zwölfte Rang in Singapur, den du mit einem beschädigten Auto eingefahren hast. War dir in jenen Momenten im Rennen bewusst, dass diese Platzierung womöglich für das Team Millionen wert ist?"
Glock: "Nicht sofort, denn ich war lange Zeit auf Platz 13 und Rang 14. Da wusste ich aber, dass es noch nicht so ganz langt."

Singapur war kein Selbstläufer

"Irgendwann lag ich dann auf Platz zwölf. Zu jener Zeit wusste ich aber, dass meine Reifen nicht mehr lange halten würden. Ich wusste um die Brisanz und um den Speed der anderen, die mit frischeren Reifen von hinten kamen. Kamui war direkt hinter mir und ich musste es ohne Fehler über die Distanz bringen. Das habe ich geschafft. Wir waren alle sehr happy!"

Frage: "Wie habt ihr dann gefeiert?"
Glock: "Gar nicht. Ich musste leider sofort zurückfliegen, denn wir hatten einen Event in Großbritannien. Auch das Team hat nicht wirklich Party gemacht, weil alle sofort weiterarbeiten mussten. Es ging ja kurze Zeit später mit den zwei Rennen in Japan und Südkorea weiter. Da war einfach nicht viel Zeit."

Frage: "Zum Ende der Saison in Brasilien gab es dann den Schock: Caterham hat euch auf der Zielgeraden noch von Platz zehn verdrängt. Wie war die Stimmung, als du am Ende des Rennens in die Box gekommen bist?"
Glock: "Wir wussten zu dem Zeitpunkt alle nicht, was wir machen oder sagen sollen. Von unserer Seite hatten wir alles richtig gemacht."

"Es lief alles richtig gut, bis mir Jean-Eric Vergne ins Auto gefahren ist. Zuvor hatte ich satte zwölf Sekunden Vorsprung auf die Caterhams, wir hatten eigentlich alles im Griff. Aber das Rennen war chaotisch, es hat uns leider erwischt. Wir hatten sogar nach meinem Pech noch Hoffnung, denn Charles Pic lag noch vor Witali Petrow. Leider hatte sich das später auch erledigt."

Große Enttäuschung nach dem Saisonfinale

Frage: "Was hast du nach dem traurigen Renntag in Brasilien gemacht? Dich eingebuddelt?"
Glock: "So extrem nicht. Aber ich bin nach Hause geflogen und habe gedacht, dass das alles nicht wahr sein kann. Da hat man alles richtig gemacht und wird dann so bestraft. Das gesamte Team in Banbury hat in dieser Saison unter sehr schwierigen Bedingungen tolle Arbeit geleistet. In meinen Augen haben wir ab Mitte des Jahres einen besseren Job gemacht als Caterham. Wir hätten es also verdient gehabt. Wir haben 1,5 bis zwei Sekunden auf Caterham aufgeholt - und das ohne KERS! Es ist einfach extrem schade, wenn du dann die Früchte nicht ernten kannst."

Frage: "Warst du überrascht, dass Charles Pic als Teamkollege phasenweise eine harte Nuss war?"
Glock: "Ich wusste, dass er schnell ist. Das hatte man zuvor in der GP2 gesehen. Bei mir war es leider so, dass ich im Grunde vier Rennwochenenden verloren habe, weil damals bei meinem Auto das Heck zu weich war. Das lag an der Crashstruktur und ließ sich nicht auf die Schnelle beheben."

"Ich habe zum Beispiel in Budapest über 50 Sekunden auf ihn verloren. Bei aller Liebe, aber das ist sicherlich nicht normal. Wenn man die vier problematischen Rennwochenenden mal wegdenkt, dann war es im teaminternen Vergleich ein ganz normales Jahr. Als wir die Probleme im Griff hatten, sah es ja wieder anders aus."

Frage: "Deine Teamkollegen hast du in den drei vergangenen Saisons immer im Griff gehabt - alle haben das Team nach nur einem Jahr verlassen. Macht es dich stolz, dass du dich dermaßen klar behaupten konntest?"
Glock: "Ja, das muss ich zugeben. Das macht mich stolz, weil es schwierig ist. Jedes Jahr muss ich mich gegen junge Teamkollegen durchbeißen und durchkämpfen."

Harter Kampf gegen junge Kollegen

"Und diese Jungs haben immer nur eines im Sinn: mich schlagen, egal wie. Die wollen natürlich auf einem solchen Wege auf sich aufmerksam machen. Man selbst muss sich immer wieder motivieren und dagegenhalten, auch wenn es für uns nur um die berühmte 'goldene Ananas' geht. Es gefällt mir schon ganz gut, dass sich einige an mir die Zähne ausgebissen haben."

Frage: "Wie wirst du Weihnachten verbringen?"
Glock: "Ich feiere zusammen mit meiner Freundin zu Hause in der Schweiz. Meine Eltern und die Mutter meiner Freundin kommen dann dazu und wir lassen es ganz gemütlich angehen."

Frage: "Hast du abseits von sportlichen Dingen einen Wunsch zu Weihnachten?"
Glock: "Ich habe dieses Jahr wirklich keine großen Wünsche materieller Art. Ich wünsche mir einfach nur etwas Zeit. Ich freue mich einfach auf ein paar Tage gemütlich zu Hause. Ein bisschen Schnee dazu - mehr brauche ich dieses Jahr nicht."

Frage: "Hast du schon Eindrücke vom Auto des kommenden Jahres?"
Glock: "Bilder habe ich noch keine gesehen, aber Daten. Und diesbezüglich würde ich sagen, dass es ziemlich gut aussieht. Es wird definitiv eine Verbesserung zu diesem Jahr. Aber das muss auch so sein. Ich werde sicherlich zu Beginn des neuen Jahres einiges zu sehen bekommen."

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