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Ferraris Rundumschlag gegen Red Bull und die FIA

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo holt anlässlich der Weihnachtsfeier in Maranello zum großen Rundumschlag aus: Red Bull und das Reglement im Fokus

Luca di Montezemolo (Ferrari-Präsident)
Luca di Montezemolo kommt angesichts der aktuellen Entwicklungen ins Grübeln
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Von Besinnlichkeit ist bei Ferrari wenige Tage vor dem Weihnachtsfest keine Spur. Anlässlich der seit zehn Jahren im großen Besprechungsraum an der Teststrecke in Fiorano abgehaltenen Weihnachtsfeier zog Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo diesmal so heftig wie selten vom Leder. Im Fokus der Kritik des Italieners stehen anno 2012 vor allem das Red-Bull-Team und der Automobilweltverband FIA.

"Im Verlauf des Jahres gab es ein paar Dinge, die mir nicht gefielen. Ich sah Autos, die nicht dem Reglement entsprachen. Doch anstatt sie zu disqualifizieren, wurde den Teams nur nahegelegt, die Autos bis zum nächsten Rennen umzubauen", spricht Montezemolo auf die Episoden in der Red-Bull-Box bei den Rennen in Monte Carlo (Unterboden) und Hockenheim (Motor-Mapping) an.

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Im Anschluss holt der Ferrari-Präsident (nicht zum ersten Mal) zum Sturmlauf gegen die Bedeutung der Aerodynamik in der heutigen Formel 1 aus: "Ich sehe es mit großer Sorge, dass es nicht mehr möglich ist, einen Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße umzusetzen. Die Entwicklung wurde in zu vielen Bereichen eingefroren und weil die Aerodynamik inzwischen so wichtig ist, erinnern die Autos eher an Raumschiffe als an Autos."

Ferrari will "völlige Demokratie" nicht länger dulden

Diese Tendenz führt der 65-Jährige auf den "Wunsch nach der Suche des kleinsten gemeinsamen Nenners" zurück und fordert: "Das muss aufhören. Es ist eine Konsequenz der Entscheidungen, die vor vier Jahren, als Mosley noch da war, getroffen wurden. Damals herrschte die Notwendigkeit, die Kosten zu reduzieren", erinnert Montezemolo und will von diesem Thema im Jahr 2012 offenbar nichts wissen.

"Beginnend mit der Saison 2014 müssen wir eine neue Phase starten: Wir werden ja sehen, in welcher Form die Formel 1 dann geführt wird. Was uns betrifft, so werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um eine große Veränderung herbeizuführen." Die Formel 1 müsse zu ihrer Rolle als Testgelände für Straßenfahrzeuge zurückkehren. "Wir werden das Prinzip der völligen Demokratie nicht länger dulden", geht der Ferrari-Präsident mit dem Führungsstil von FIA-Präsident Jean Todt hart ins Gericht.

Das alte Lied von Kundenautos und Testfahrten

"Die Lücke zwischen den großen und den kleinen Teams ist nach wie vor sehr groß", setzt Montezemolo sein Klagelied fort und findet: "Man kann nicht immer nur alles auf unterster Ebene regeln. Wenn diese Teams die Ressourcen und die Strukturen nicht haben, sollte sie in einer niedrigen Klasse antreten."

In diesem Zusammenhang bringt der Italiener einmal mehr die Idee der Kundenautos auf den Tisch. "Ein drittes Auto, welches die großen Teams an kleinere Teams verkaufen, wäre eine Lösung, um für vergleichsweise wenige Geld ein wettbewerbsfähiges Auto zu bekommen." Das hätte zudem die Folge, dass diese Teams für Sponsoren interessanter würden, glaubt Montezemolo, dessen Idee in den vergangenen Jahren mehr als nur einmal abgewiesen wurde.

Als letzten Punkt auf seiner persönlichen Agenda der Dinge, die ihm im Jahr 2012 missfielen, kramt der Ferrari-Präsident das Thema Testverbot hervor. "Es fehlt nicht viel zur Lächerlichkeit. Die FIA ist nicht dagegen und wir sind auch nicht dagegen. Wo liegt also der Grund dafür?", fordert der mächtigste Mann in Maranello eine Lockerung des Verbots und damit das freie Testen auf Rennstrecken anstellte der Tage im Simulator.

"Teams wie das unsere haben eine Menge Geld in Simulatoren gesteckt. Gleichzeitig haben wir viel in Mugello, eine der schönsten Rennstrecken der Welt, investiert", gibt Montezemolo zu bedenken- wohlwissend, dass längst nicht alle Teams über derart komfortable Testmöglichkeiten verfügen und kündigt an: Wir werden uns in den kommenden Tagen mit Ecclestone und Todt treffen und all diese verwirrenden Punkte aufdecken."

"Ich möchte daran erinnern, dass Testfahrten nicht nur zum Weiterentwickeln der Autos da sind, sondern zugleich eine Möglichkeit der Präsenz für Sponsoren und junge Fahrer darstellen. Welches mediale oder kommerzielle Interesse kann es denn bitteschön geben, wenn man im Simulator testet?", schließt der Ferrari-Präsident seine Predigt zum Jahresausklang ab.

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