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Die Formel 1 als Wirtschaftsmotor

Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry erklärt, wie die Formel 1 Wirtschaft und Industrie befruchtet und wie ein Team fünf Mal schneller als die Serie produziert

Nick Fry (Mercedes-Geschäftsführer)
Nick Fry ist als Mercedes-Geschäftsführer für den wirtschaftlichen Bereich zuständig
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 ist neben der "Königsklasse" des Motorsports vor allem ein gigantisches Geschäft. Im Fahrerlager hört man oft, dass an einem Rennwochenende nur am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr der Sport im Mittelpunkt steht - und selbst dann spielen oft politische und wirtschaftliche Interessen eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Die Teams sehen sich aber gezwungen, viel Geld zu verdienen, schließlich ist der Aufwand, einen konkurrenzfähigen Rennstall zu führen, trotz der Einsparungsmaßnahmen der vergangenen Jahre enorm. "Pro Jahr geben wir rund 200 Millionen Dollar (umgerechnet 152 Millionen Euro) aus, um das Auto zu designen und zu entwickeln", erklärt Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry. "Das liegt daran, dass so viele Leute und so viel Technologie nötig sind, und die Geschwindigkeit, in der wir die Dinge erledigen müssen, sehr hoch ist."

Fünf Mal schneller als in der Serienproduktion

"Was wir in rund sieben Monaten erledigen, würde in der Serienproduktion mindestens drei Jahre dauern."
Nick Fry

Beim Mercedes-Team arbeiten laut Fry rund 500 Menschen, davon kümmern sich je 200 um Design und Fertigung der Teile, 100 sind für Finanzen-, Marketing- und andere Geschäftsfelder zuständig, die nicht direkt mit dem Bau des Autos in Zusammenhang stehen. Pro Jahr werden 4.000 Teile selbst produziert, der Entstehungsprozess des Boliden beginnt im Juli des Vorjahres.

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"Was wir in rund sieben Monaten erledigen, würde in der Serienproduktion mindestens drei Jahre dauern", weiß Fry. Zu 50 Prozent wird der Mercedes-Rennstall über die Einnahmen aus der Vermarktung des Sports finanziert, die anderen 50 Prozent werden über Sponsoren eingenommen. Fry sieht die globale Präsenz der Formel 1 als großen Vorteil gegenüber anderen Sportarten: Während sich die Fußball-Champions-League auf Europa konzentriert, wird zwar die Fußball-WM auf der ganzen Welt wahrgenommen, sie findet aber im Gegensatz zur Formel 1 nur alle vier Jahre statt. Das Gleiche gilt für die Olympischen Spiele.

Technologie-affine Zuschauer

Fry gibt ein Beispiel für die enorme Reichweite eines Sponsorings in der "Königsklasse" des Motorsports: "Als wir in Indien waren, entschied sich ein Telekom-Unternehmen namens Airtel für ein Rennen, unser Auto zu sponsern. Es war nur ein ziemlich kleines Logo auf der Airbox des Autos. Wir machten eine schöne Werbung mit den Fahrern für diesen Sponsor - sie wurde im Internet an nur zwei Tagen an diesem Rennwochenende 2,5 Millionen Mal gesehen. Die Reichweite der Formel 1 ist also sehr signifikant."

Vor allem für Technologieunternehmen stellt die Formel 1 eine Chance dar, ihre Zielgruppe zu erreichen, behauptet Fry: "Wir haben es immer wieder untersucht: Die Leute, die Formel 1 schauen, interessieren sich sehr für die Technologie der Autos. Wir waren in den letzten Jahren sehr erfolgreich, indem wir Technologie und Unterhaltung verbunden haben. Dazu kommt, dass die Formel-1-Zuschauer sehr loyal sind."

Das Silicon-Valley der Formel 1

"Rund 45.000 Menschen arbeiten in Bereichen, die mit der Formel 1 in Verbindung stehen - gut bezahlte Jobs, an denen die britische Regierung großes Interesse hat."
Nick Fry

Vor allem in Großbritannien hat sich die Formel 1 zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftszweig entwickelt. "Rund 45.000 Menschen arbeiten dort in Bereichen, die mit der Formel 1 in Verbindung stehen", sagt der Mercedes-Geschäftsführer. "Und das in rund 4.500 Firmen mit gut bezahlten Jobs, an denen die britische Regierung großes Interesse hat."

Laut Fry ist die Formel 1 aber auch für andere Technologiebereiche als Entwicklungslabor von Bedeutung. "In der Zugindustrie werden sehr große Schwungräder benutzt, die von einem Formel-1-Team entwickelt werden, damit der Zug die Station verlassen kann", spielt er auf den Williams-Rennstall an. Williams Hybrid Power beliefert zudem Doppeldeckerbusse in London mit Hybridtechnologie.

Synergien mit der Serie

Der Mercedes-Rennstall nutzt das Hybrid-Knowhow währenddessen auch in der Serie. "Das Energierückgewinnungs-System, das wir drei oder vier Jahre lang in der Formel 1 benutzt haben, wird nun beim ersten elektrischen Supersportwagen, dem SLS-Flügeltürer, verwendet", kündigt Fry an. "Derzeit hat er einen 6,3-Liter-V8-Motor eingebaut, aber die nächste Version wird rein elektrisch funktionieren."

Fry geht ins Detail: "Der Elektromotor, die Batterien, die Technologie hinter der Steuereinheit wurde mit Hilfe des Formel-1-Teams entwickelt. Die Teile werden von unserer Motorenabteilung hergestellt. Es gibt also eine direkte Verbindung von Formel-1-Technologie in andere Bereiche." Wenn ab 2014 das Thema Hybrid mit der neuen Motorenformel weiter an Bedeutung gewinnt, rechnet Fry mit noch mehr Synergien mit der Serie.

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