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2012: Das Jahr der Frauen

Vom tragischen Schicksal Maria de Villotas über Teamchefin Monisha Kaltenborn bis hin zur "First Lady" Fabiana Flosi: Frauen waren 2012 ein dominantes Thema

Maria de Villota
Eine Frau im Rennoverall: Daran muss man(n) sich erst noch gewöhnen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Bernie Ecclestone hat sich für die Formel 1 jahrelang vier Dinge gewünscht: einen schnellen Deutschen, den er in Form von Michael Schumacher und nun Sebastian Vettel bekam; einen Farbigen, heute präsent durch Lewis Hamilton; einen Chinesen, noch ausbaufähig; und nicht zuletzt eine Frau am Steuer, alleine schon aus marktdemografischen Überlegungen heraus.

Letzteres steht nicht ganz ohne Widerspruch zum relativ pragmatischen Ansatz dem weiblichen Geschlecht gegenüber, den man dem Formel-1-Geschäftsführer nachsagt. So meinte er etwa zum vierten Platz von IndyCar-Beauty Danica Patrick im Jahr 2005 zur 'Los Angeles Times' nur: "Wissen Sie, ich habe eine dieser wunderschönen Ideen, dass Frauen ganz in Weiß angezogen sein sollten, genau wie all die anderen Haushaltsgeräte."

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Freilich darf man dem 82-Jährigen daraus nicht generell eine frauendiskriminierende Haltung stricken, schließlich umgibt er sich schon seit einer gefühlten Ewigkeit unter anderem mit der Juristin Sacha Woodward-Hill, die von Paddock-Insidern als "eigentliche rechte Hand" Ecclestones beschrieben wird und in den Augen vieler sogar noch einflussreicher ist als der in der Öffentlichkeit wesentlich präsentere Fahrerlager-Manager Pasquale Lattuneddu.

Männer-Dominanz beginnt zu bröckeln

Überhaupt gibt es im Formel-1-Paddock eine sehr hohe Frauenquote, doch während die freundlichen Damen von der in der Branche dominanten Männerwelt schon seit Jahren als selbstverständlich empfunden werden, um in den Hospitalitys Essen zu servieren und Wein einzuschenken (oder auch um freundlich lächelnd und knapp bekleidet Startnummern in die Kameras zu halten), geben auf den einflussreicheren Positionen nach wie vor die Männer den Ton an.

Giovanna Amati
Giovanna Amati qualifizierte ihren Brabham 1992 für kein einziges Rennen
© GPP/xpb.cc

Aber genau das scheint langsam zu kippen (Zur Fotostrecke: Frauen erobern die Formel 1). Für die Öffentlichkeit am präsentesten war 2012 wohl, dass es endlich wieder zwei Frauen am Steuer gab: Am 7. März wurde Maria de Villota (32) als Testfahrer des Marussia-Teams präsentiert, am 11. April stellte Williams Susie Wolff (30) als Entwicklungsfahrerin vor. Damit wurden die beiden zu den ersten Frauen mit festem Formel-1-Vertrag seit Giovanna Amati im Jahr 1992.

Kurze Rückblende: Amati, der man später Liebschaften zu Flavio Briatore und Niki Lauda nachsagte, besuchte in den frühen 1980er-Jahren gemeinsam mit einem gewissen Elio de Angelis eine italienische Rennfahrer-Schule. 1992 unterschrieb sie beim Brabham-Formel-1-Team, doch das erste Rennwochenende in Südafrika wurde zur Blamage: Im Training drehte sie sich sechsmal - und an der Qualifikation scheiterte sie mit vier Sekunden Rückstand auf Teamkollege Eric van de Poele.

Nach Giovanna Amati kam Damon Hill

Nach zwei weiteren erfolglosen Versuchen in Mexiko und Brasilien platzte den damaligen Teameigentümern der Kragen und sie verpflichteten einen gewissen Damon Hill als neuen Fahrer - der Beginn einer Weltmeister-Karriere. Bis dann de Villota und Wolff zumindest auf der "Ersatzbank" Platz nehmen durften, kamen nur Sarah Fisher (2002 in Indianapolis auf McLaren) und Katherine Legge (2005 in Valellunga auf Minardi) zu ernsthaften Formel-1-Runden.

Doch ganz vorbehaltslos wird das Thema Frau am Steuer weiterhin nicht betrachtet: "De Villota ist mit 32 Jahren 'Young Driver' und Susie ist Entwicklungsfahrerin. Das ist eine sehr mutige Bezeichnung für eine Tourenwagen-Fahrerin, dass sie jetzt plötzlich Formel 1 entwickeln kann", meint zum Beispiel 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer, der jedoch nicht alles kritisch bewertet: "Sie bringen Farbe in die ganze Geschichte und wir sehen sie gerne."

Schwerer Stand für Susie Wolff

Nun liegt es an den beiden Damen selbst, etwaige Vorurteile aus der Welt zu schaffen und sich durch sportliche Leistung zu etablieren. Besonders Wolff hat diesbezüglich in der Öffentlichkeit einen schweren Stand, weil ihr Ehemann Toto Großaktionär des Williams-Teams ist und daher viele Beobachter nicht so recht daran glauben wollen, dass seine Frau den Vertrag als Entwicklungsfahrerin nur aus rein fachlichen Gründen erhalten hat.

Aber selbst als "PR-Gag" würde eine bildhübsche Blondine im Team ihre Verpflichtung rechtfertigen, wenn man den Werbewert der vielen veröffentlichten Fotos gegenrechnet, und obendrein soll im konkreten Fall Wolff auch Sponsor Randstad, eine Personalvermittlungs-Firma, der Idee aufgeschlossen gegenübergestanden sein. Alles richtig gemacht also soweit - und wenn die 30-Jährige obendrein auch noch Autofahren kann, umso besser.

Am 17. Oktober war es dann so weit: Wolff durfte im Rahmen eines PR-Tages in Silverstone einen FW33 aus dem Jahr 2011 mit Pirelli-Demonstrationsreifen testen. Anfangs war die Strecke noch nass, später trocknete sie ab - aber der Tag verlief unfallfrei und ohne Zwischenfälle. Dass das Team weder eine Rundenanzahl noch Rundenzeiten herausgab, ist verständlich, weil diese Zahlen ohnehin nicht repräsentativ gewesen wären.

Toto Wolff von fahrerischen Qualitäten überzeugt

Aber: "Für mich war das Schöne, dass sie sich auch gegen die eigenbrötlerischen Engländer gut verkauft hat", freut sich Ehemann Toto Wolff im Interview mit dem 'ORF' und ergänzt zufrieden: "Selbst die hartgesottensten Techniker, die das am Anfang vielleicht als einen Gag abgetan haben, waren sehr verwundert, wie professionell der Test abgelaufen ist. Sie war absolut konkurrenzfähig, hat keinen Fehler gemacht."

Für Frau Wolff war der Testtag "ein Traum", denn: "Ich habe immer davon geträumt, eines Tages ein Formel-1-Auto zu fahren, und dieser Tag war etwas ganz Besonderes. Als ich nach der letzten Runde in die Boxengasse gefahren bin, dachte ich nur: 'Ich muss schauen, dass ich wieder in diesem Auto sitzen darf!' Es war ganz wichtig, einen guten Test zu machen, und er war ganz okay. Hoffentlich kommt mehr!"

"Ich bin nächstes Jahr wieder als Entwicklungs- und Testfahrer dabei. Hoffentlich kann ich öfter im Auto sitzen", kündigt sie an. Eine Entscheidung, die übrigens nicht bei ihrem Mann liegt: "Ich halte mich aus dieser Entscheidung total heraus, denn ich habe de facto einen Interessenskonflikt. Es ist nicht auf meinem Mist gewachsen, wenn sie wieder als Entwicklungs- und Testfahrerin angestellt wird, und ich glaube, es sieht gut aus, dass es die technische Leitung wieder so machen möchte."

Die Beinahe-Tragödie von Duxford

Für Maria de Villota hingegen hätte die Testpremiere am 3. Juli beinahe ein tragisches Ende genommen. Die Spanierin saß zum insgesamt vierten Mal in einem Formel-1-Auto, aber zum ersten Mal in einem Marussia, als sie bei Geradeaus-Tests auf dem Flugfeld in Duxford mit geschätzten 50 bis 65 km/h gegen die offenstehende Laderampe eines am Streckenrand stehenden Team-LKW fuhr und sich dabei lebensgefährlich verletzte.

"Einer der Chirurgen kam zu mir und sagte: 'Maria, wir haben dein Leben gerettet.'"
Maria de Villota

Es dauerte rund eine Stunde, bis de Villota aus dem Cockpit geborgen und mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus transportiert werden konnte. Erst im Nachhinein wurde bekannt, dass sie das Bewusstsein während des Unfalls nie verloren hatte. Nicht mehr retten konnten die Ärzte allerdings die Sehkraft ihres rechten Auges. Am 16. Juli ergab dann eine Untersuchung des Marussia-Teams, dass kein technisches Versagen festgestellt werden konnte.

De Villota erholt sich derzeit im Kreis ihrer Familie von ihrer bisher letzten Operation, die Ende November stattgefunden hat, und bittet daher über ihre Schwester Isabel um Verständnis dafür, dass sie erst nach dem 9. Januar wieder für Interviews zur Verfügung steht. Doch wie sie mit ihrem Schicksal umgeht und der neuen Lebenssituation sogar Positives abgewinnen kann, ringt allen Mitgliedern der Formel-1-Gemeinde Respekt ab.

Schock nach dem Verlust des rechten Augenlichts

An eine Situation im Krankenhaus erinnert sie sich noch ganz genau: "Einer der Chirurgen kam zu mir und sagte: 'Maria, wir haben dein Leben gerettet. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst, dass du einen schweren Unfall hattest, aber nun bist du hier bei uns. Es war knapp, aber wir konnten dein Leben retten. Wir müssen dir aber mitteilen, dass du dein Auge verloren hast.'" Worauf sich natürlich sofort ein Schock-Gefühl einstellte.

"Brauchen Sie beide Hände, um zu operieren? Ich bin ein Formel-1-Fahrer und brauche beide Augen."
Maria de Villota

De Villota stellte im ersten Moment die Gegenfrage: "Brauchen Sie beide Hände, um zu operieren?" Als der Chirurg mit "Ja" antwortete, entgegnete die Spanierin eigener Aussage zufolge: "Nun, ich bin ein Formel-1-Fahrer und brauche beide Augen." Sie erinnert sich noch, wie sie dem Arzt die Entscheidung über die Entfernung ihres Auges am liebsten abgenommen hätte: "Ich redete auf ihn ein, als ob er eine Wahl gehabt hätte."

Aber: "Vor dem Unfall sah ich nur die Formel 1 und den Wettbewerb aus der Cockpit-Perspektive", sagt sie mit einem versöhnlichen Lächeln im Gesicht. "Ich sah aber nicht die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind - genau wie ich in dem Moment, als der Chirurg vor mir stand, nicht das Ganze sah: dass er mein Leben gerettet hatte. Rückblickend betrachtet hat mir der Verlust des Auges neue Möglichkeiten eröffnet. Ich werde diese zu 100 Prozent ausleben."

Erinnerung an den Unfall komplett präsent

Da sie das Bewusstsein nie verlor, erinnert sie sich ganz genau an den Tag des Unfalls: "Ich erinnere mich an alles, sogar an den Moment des Aufpralls", beschreibt die 32-Jährige. "Als ich aufwachte, hatte ich jede Menge Leute um mich herum, und keiner wusste, ob beziehungsweise wie ich sprechen würde. Ich redete zunächst Englisch, weil ich dachte, es handle sich um einen FIA-Check, und ich die Krankenschwester für einen Trainer hielt."

Erst als sie ihr Vater darauf hinwies, dass ihre ebenfalls am Krankenhausbett stehende Mutter nur die Hälfte verstand, wechselte sie eigener Aussage zufolge auf Spanisch: "Dann wurde mir alles klar: Was passiert war, wo ich war und warum." Dr. Cesar Casado, Spezialist für Mikrochirurgie, analysiert: "Bei so schweren Unfällen ist unser Hauptziel, dass der Patient überlebt. Danach versuchen wir, alle Körperfunktionen wiederherzustellen, was leider oft nicht zu 100 Prozent gelingt."

Aber wenn Susie Wolff zugibt, dass sie zwar einerseits auf der Rennstrecke zum Tier werden kann, sich andererseits aber natürlich für Girl-Themen wie Kosmetik und ihr äußeres Erscheinungsbild interessiert, so kann man davon ausgehen, dass Gesichtsverletzungen eine Frau psychologisch noch härter treffen als jemanden wie zum Beispiel Nürburgring-Feueropfer Niki Lauda, der mit seinen Brandwunden und dem verlorenen Ohr einen recht pragmatischen Umgang pflegt.

Ästhetische Aspekte führten zum Schock

"Anfangs deckten sie mir mein Auge ab, sodass ich es nicht sehen konnte", erinnert sich de Villota. "Als ich mich dann erstmals im Spiegel betrachtete, sah ich, dass ich 140 Stiche im Gesicht hatte. Da geriet ich in Panik. Es sah so aus, als seien es Schläge gewesen, die mit einem Schiffstau vorgenommen wurden." Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt danach trug sie zwar eine Augenklappe und kurze Haare, dennoch sah die Spanierin blendend aus, wie ihr Boulevardmedien attestierten.

Maria de Villota und Valtteri Bottas
Maria de Villota in Monaco an der Seite von Williams-Testfahrer Valtteri Bottas
© xpbimages.com

Viel schwerer als das Optische wirken jedoch die physischen Folgen nach: "Ich weiß nicht, wie lange diese Schmerzen noch anhalten werden - vielleicht Jahre. Aufgrund des spürbaren Drucks im Kopf muss ich mich zurückhalten. Zudem habe ich meinen Geruchs- und meinen Geschmackssinn verloren", seufzt sie. Inzwischen isst de Villota am liebsten "Speisen mit sehr intensivem Geschmack", wie sie zugibt - um überhaupt etwas schmecken zu können.

Ob sie je wieder Autorennen fahren wird, steht derzeit in den Sternen; ihre eingeschränkte Sehfähigkeit könnte ein Comeback jedoch verhindern: "Es stimmt, dass man das Gefühl für die Tiefe verliert, denn erst durch beide Augen wird das perspektivische Sehen möglich. Ich weiß noch nicht, ob ich in Zukunft weiter Rennen fahren oder aber etwas anderes mit meinem Leben anfangen möchte", gesteht sie sich ein.

Nun die richtigen Lehren ziehen

Aber: "Es war immer mein Traum, Formel 1 zu fahren. Diesen habe ich erreicht", hält de Villota fest. Nun will sie sich der Aufarbeitung widmen: "Ich möchte herausfinden, ob es Lehren aus meinem Unfall gibt, um solche Dinge in Zukunft zu vermeiden. Meine Absicht ist es, die Sicherheit speziell bei Aerodynamik-Tests zu verbessern, denn anders als an einem Rennwochenende ist bei diesen Tests nicht alles unter Kontrolle."

Das Bild der starken Frau 2012 prägt sie trotz (oder gerade wegen) der Beinahe-Katastrophe von Duxford, aber das Bild der starken Frau prägte in diesem Jahr auch Monisha Kaltenborn. Im Mai gab Peter Sauber bekannt, seiner langjährigen Geschäftsführerin ein Drittel der Teamanteile überschrieben zu haben, und am 11. Oktober wurde die in Indien geborene Österreicherin sogar zur ersten Teamchefin der Formel-1-Geschichte bestellt.

Die erste Teamchefin der Formel 1

Kaltenborn, die einige Teamchef-Kollegen von Sauber anfangs nur für die Dolmetscherin des gebrochen Englisch sprechenden Schweizers hielten, sitzt damit in allen wichtigen Teamchef-Gremien der Formel 1. Der Illusion, sie könne in technischen Fragen entscheiden, gibt sie sich gar nicht erst hin, aber wenn die hierarchisch unter ihr angesiedelten Ingenieure nicht zu einer Entscheidung finden, kommt das starke Wort von der Frau im Team.

Monisha Kaltenborn und Peter Sauber
Peter Sauber übergibt das Lenkrad des Teamchefs an Monisha Kaltenborn
© xpbimages.com

Heimlich, still und leise fand 2012 auch bei Williams eine wichtige Personalrochade statt: Frank Williams bleibt zwar als Teamchef die repräsentative Integrationsfigur des gleichnamigen Rennstalls, die operative Kontrolle liegt aber de facto bei Großaktionär Toto Wolff. Der hat strukturelle Veränderungen in die Wege geleitet - und an seiner Seite sitzt seit 2. März Williams-Tochter Claire, zuvor jahrelang Leiterin der Presseabteilung, im Vorstand des Traditionsteams.

Im Presse- und PR-Bereich sind Frauen ohnehin seit Jahren stark in der Formel 1 vertreten. Man denke nur an Sabine Kehm, die als Medienberaterin (und später Managerin) von Michael Schumacher seit 1999 so manche Gepflogenheit im Paddock umgekrempelt hat, oder an Britta Roeske, die stets lächelnde Blondine an der Seite von Dreifach-Champion Sebastian Vettel. Auch Timo Glock schwört in Form von Zsuzsa Szalontai auf Blond.

Wichtige Frauen auf vielen Positionen

Russlands Präsident Wladimir Putin tanzt zumindest in allen Fragen zum Grand Prix in Sotschi nach der Pfeife von Petrow-Managerin Oksana Kossatschenko, und bei Pirelli gibt PR-Chefin Alexandra Schieren, ehemalige Pressedelegierte der FIA, die Außendarstellungs-Strategie vor. Zu Amber-Lounge-Chefin Sonia Irvine kommt man Party feiern, zu Shells Cara Tredget kommt Stefano Domenicali, wenn er einen neuen Wunder-Treibstoff braucht.

Claire Williams und Toto Wolff
Claire Williams und Toto Wolff leiten bei Williams inzwischen das Tagesgeschäft
© xpbimages.com

Eine ganz besondere Premiere gab es bereits 2011 beim Grand Prix der Türkei, als mit Silvia Bellot erstmals eine Frau als FIA-Rennkommissarin nominiert wurde. Die damals 25-Jährige begann schon mit 16 eine Karriere mit dem Fernziel "Formel-1-Schiedsrichter" und wurde Anfang Dezember 2012 bei der FIA-Gala in (welch schöner Zufall) Istanbul für ihre Verdienste als freiwillige Helferin des Automobil-Weltverbandes ausgezeichnet.

Eine der Nachrichten des Jahres war aber auch, dass die Formel 1 eine neue "First Lady" hat: Im August wurde bekannt, dass Bernie Ecclestone in seinem Ski-Chalet im Schweizer Gstaad seine Lebensgefährtin Fabiana Flosi geheiratet hat. Flosi (pardon, Frau Ecclestone) ist um 46 Jahre jünger als der Formel-1-Geschäftsführer und lebte bis 2009 in Sao Paulo mit einem Kinderarzt zusammen, wie britische Boulevardmedien berichten.

Das Model und die Marketing-Vizepräsidentin

Die Südamerikanerin stammt jedoch aus einem ganz anderen Hintergrund als ihre "Vorgängerin" an Ecclestones Seite, Slavica. Slavica war ein kroatisches Model, das Ecclestone beim Grand Prix von Italien 1982 kennenlernte und für die er wenig später seine erste Ehefrau Ivy und Tochter Deborah verließ. 2009 ließ der Brite jedoch (widerwillig, wie er damals selbst zugab) auch seine zweite Ehe scheiden und überließ Slavica sowie seinen Töchtern Tamara und Petra ein Milliardenvermögen.

Slavica zählt immer noch zu den mächtigsten Frauen hinter den Kulissen der Formel 1, denn der Ecclestone'sche Familien-Treuhandfonds Bambino kontrolliert 8,5 Prozent der obersten Formel-1-Holding Delta Topco, während Ecclestone selbst nur 5,3 Prozent besitzt. Man geht davon aus, dass Bambino inzwischen den Ecclestone-Frauen gehört, auch wenn diese öffentlich nicht den Anschein erwecken, als hätten sie ein Geschäftsinteresse an der Königsklasse des Motorsports.

Fabiana Ecclestone wächst indes mehr und mehr in ihre repräsentative Rolle als "First Lady" hinein und kümmert sich zunehmend um wichtige Formel-1-Gäste, wie dies früher auch Slavica getan hat. Als ehemalige Marketing-Vizepräsidentin des Grand Prix von Brasilien ist sie mit den Abläufen auch bestens vertraut - und theoretisch sogar für höhere Aufgaben gewappnet, sollte sich eines Tages irgendeine Notwendigkeit dazu ergeben...

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