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Hembery über britisches Wetter: "Ich hasse es ..."

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery kommentiert die Unterbrechung des Qualifyings und liefert interessante Fakten zu den Regenreifen

Land unter in Silverstone: Im Qualifying ging nichts mehr
© Caterham

(Motorsport-Total.com) - Regen sorgt in der Formel 1 oft genug für Spannung, doch heute Nachmittag ist es in Silverstone zu viel des Guten. Wegen der Wassermassen auf der Strecke musste das Qualifying aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Selbst Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery, der als Brite solches Wetter gewöhnt sein müsste, kann dem englischen Landregen nichts Positives abgewinnen. "Ich hasse es, daran gewöhnst du dich nie", sagt Hembery im Gespräch mit dem Fernsehsender 'RTL'.

Nach Angaben von Hembery ist das Wetter auf den Britischen Inseln schon seit Längerem derart miserabel: "Es war den ganzen Monat lang fast jeden Tag so." Die Regenmengen der vergangenen Wochen sind seiner Meinung nach auch für die aktuellen Probleme verantwortlich. "Normalerweise läuft das Wasser besser ab, aber alle Gräben und der ganze Boden ist mit Wasser vollgesogen. Jeder hat hier Probleme", so Hembery.

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Auch mit schmaleren Regenreifen wären die Bedingungen nach Angaben des Pirelli-Manns nicht fahrbar gewesen: "Hier steht so viel Wasser, dass das Auto komplette aufschwimmt. Daran sieht man, wie viel Wasser da draußen steht. Es steht in großen Lachen auf der Strecke und es viel zu gefährlich, um bei diesen Bedingungen zu fahren." In die Entscheidung über einen möglichen Neustart war der Motorsportchef des Reifenlieferanten nicht mit einbezogen. "Nein, das entscheidet Charlie alleine. Ich bin sicher, er wird die richtige Entscheidung treffen", so Hembery.

Zum Beginn des zweiten Qualifikationsabschnitts fuhren die Ferrari- und Williams-Piloten mit Intermediates auf die Strecke. Was sich im Nachhinein als Fehler entpuppte, hätte laut Hembery mit etwas Glück ein genialer Schachzug sein können. "Das war ganz knapp. Es hätte eine brillante Entscheidung sein können, wenn ihnen mit den Intermediates unter etwas weniger nassen Bedingungen eine Runde gelungen wäre", sagt der Brite bei 'Sky Sports F1'. "Sie haben dann schnell gemerkt, dass es die Bedingungen nicht zulassen und haben auf die Regenreifen gewechselt."

"Fünf Minuten vor dem Start sah es nach Intermediates aus, es war eine schwierige Entscheidung. Aber Regenreifen waren die richtige Wahl. Ich könnte dazu ein paar langweilige Statistiken liefern (lacht, Anm. d. Red.)", so Hembery und nennt folgende Eckdaten. "Bei 300 km/h verdrängen sie pro Sekunde 60 Liter Wasser, bei den Intermediates sind es 25 Liter. Auch ist der Durchmesser bei den Regenreifen 10 mm und bei den Intermediates 5 mm größer als bei den Trockenreifen."

Jenson Button, für den das Qualifying wieder einmal nach dem ersten Abschnitt beendet war, erhofft sich durch die frischeren Regenreifen im wahrscheinlich nassen Rennen einen Vorteil. Dieser wird laut Hembery jedoch nur gering sein. "Es wird ihm sicherlich helfen, dass er ein paar Runden weniger gefahren ist, aber anhand der Daten von gestern haben wir gesehen, dass der Regenreifen 60 Runden halten sollte. Ein Reifensatz wird als für das Rennen reichen."

Lediglich in der Schlussphase des Rennens könnte sich ein zusätzlicher Satze Regenreifen als strategischer Vorteil herausstellen: "Wenn du noch einen zweiten frischen Reifensatz hast, dann bist du bei der Strategie flexibler und kannst später im Rennen noch einmal die Reifen wechseln", so Hembery.

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