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Alonso: "Der Start war meine größte Sorge"

Der Ferrari-Pilot schildert, wie sein Team die Reifenstrategie geplant hatte und wieso er gut damit leben kann, sieben Punkte auf Mark Webber verloren zu haben

Fernando Alonso
Erst enttäsucht, aber zunehmend glücklicher: Fernando Alonso
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Den Sieg beim Großen Preis von Großbritannien musste Fernando Alonso kurz vor Schluss noch an Mark Webber abtreten. Mit wachsendem Abstand zu dem Manöver, dem er nach eigener Aussage schutzlos ausgeliefert war, fühlt sich der Spanier zufriedener mit dem zweiten Platz. In der FIA-PK erklärt er außerdem, warum er am Start auf die harte Pirelli-Mischung setzte.

Frage: "Fernando, ich dachte, du gewinnst das Rennen."
Fernando Alonso: "Ich war sehr nahe dran am Sieg. Am Ende, im letzten Stint, war Mark schneller als wir und er hat den Sieg verdient. Ich gratuliere ihm und dem Red-Bull-Team. Ich bin sehr stolz auf Ferraris Rückkehr in den vergangenen Wochen, jetzt kämpfen wir um Siege - in den vergangenen drei oder vier Grand Prix war das der Fall. Wir steuern also in die richtige Richtung. Ich danke allen Fans. Wir hatten kein gutes Wetter und sie haben uns trotzdem die ganze Zeit zugejubelt. Hoffentlich hat ihnen die Show gefallen und sie kommen im nächsten Jahr wieder."

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Frage: "Was ist mit der Meisterschaft? Du führst sie noch immer an."
Alonso: "Ja, ich bin noch da. Sie ist mein Hauptziel. Heute haben wir sieben Punkte auf Mark verloren, aber einige Zähler auf den Rest des Feldes gutgemacht. Ich denke also, dass es ein guter Sonntag war, wenn es um die Meisterschaft geht."

Frage: "So nah aber doch so fern: Als du die Reifen der Konkurrenten gesehen und an deine eigenen gedacht hast, warst du da besorgt?
Alonso: "Nicht wirklich. Früher oder später vermischt sich das ohnehin. Du musst in den ersten 14 oder 15 Runden die weichen Reifen nutzen oder in den letzten oder 14 oder 15 Umläufen. Es waren also letztendlich ähnlich geplante Rennen über 52 Runden. Ich war nicht besorgt. Wahrscheinlich war der Start meine größte Sorge. Wir haben versucht die Position zu verteidigen."

"Danach haben wir das Rennen kontrolliert, mehr oder weniger bis zum letzten Stint. Wir waren nicht schnell genug, Mark schloss auf, überholte mühelos und ich konnte nichts unternehmen. Ich bin glücklich mit dem zweiten Platz. Zehn Minuten nach dem Rennen ist da ein komisches Gefühl: das, den Sieg verloren zu haben. Aber es sind die gleichen 18 Punkte, die du bekommst, wenn du Dritter bist und in der letzten Runde den Zweiten überholst. Aber es sind andere Gefühle. In einer Stunde genieße ich es."

Frage: "Du hast jetzt zwei Rennen in Folge angeführt."
Alonso: "Das Auto war in Valencia gut und hier - auf einer komplett anderen Strecke mit vielen Hochgeschwindigkeitskurven - schien es auch gut zu funktionieren. Auch ein fantastisches Rennen von Felipe, der Vierter geworden und so glücklich mit den Verbesserungen ist. Ich denke immer noch, dass es noch einen Schritt zu gehen gibt. Vielleicht sind andere etwas schneller unter bestimmten Bedingungen und auf manchen Kursen, also müssen wir uns dort verbessern."

Frage: "Dann war da noch ein interessantes Duell mit Lewis Hamilton."
Alonso: "Das war knapp. Ich war auf neuen Reifen, also hatte ich eine Vorteil. Aber der McLaren ist schnell auf den Geraden, also überholte ich ihn ausgangs einer Kurve - dank der Pneus. Dann überholte er mich wieder auf der Geraden und dann war es ein schwieriger Augenblick im Rennen: Wenn du auch nur etwas Kontakt hast, kannst du den Frontflügel verlieren und der Grand Prix ist vorbei. Du musst aggressiv sein, um nicht zu viel Zeit zu verlieren, aber gleichzeitig auch vorsichtig."

Frage: "Wie sehr hat die Pole-Position deine Reifenwahl beeinflusst?"
Alonso: "Ich denke, die Wahl der Reifen war davon geprägt, wie schnell wir im dritten Freien Training waren. Der kurze Lauf im Trockenen. Wir fühlten uns sicherer auf den harten Reifen, also war das unsere erste Wahl. Und wenn es irgendwann geregnet hätte und wir Intermediates hätten aufziehen müssen, hätten wir die weiche Mischung nicht mehr benutzen müssen. Es war die größere Optionsvielfalt mit den harten Reifen.

Frage: "War die Länge der Stints nach Mark Webber ausgerichtet? Wärst du lieber im zweiten Stint länger gefahren und hättest die Reifen voll ausgenutzt?"
Alonso: "Der zweite Stint war ziemlich nahe am Limit, was die Zahl der Runden betrifft. Vielleicht hätten wir einige Runden länger im ersten Stint fahren können."

Fernando Alonso, Mark Webber
Fernando Alonso war auf weichen Reifen gegen Mark Webber chancenlos
© xpbimages.com

Frage: "Als du in Runde 37 an die Box gekommen bist, lagen 15 Runden auf weichen Reifen vor dir. Du bist aber auf den harten am Anfang nur zwölf gefahren. Dachtest du, die Reifen halten durch?
Alonso: "Ich war wirklich zuversichtlich, weil Felipe den weichen Reifen im ersten Stint benutzt hatte und er 14 Runden gefahren ist. 14 Runden mit einem schwereren Auto am Anfang - und wir hatten 15 Umläufe mit einem leichteren Wagen am Ende. Wir waren ziemlich überzeugt, dass die weichen Pneus in Ordnung sein würden, aber sie waren etwas langsamer und untersteuerten zu sehr."

"Das veränderte die Balance und kostete Leistung. Wir wussten, dass der weiche Reifen etwas langsamer sein würde. Wir mussten also in den ersten zwei Stints unbedingt einen Vorsprung herausfahren, als wir noch auf anderen Reifen als Mark unterwegs waren. Wir wussten, dass der Abstand am Ende auf jeden Fall geringer wird und als wir dann die weichen Reifen aufgezogen haben, war das nicht genug."

Frage: "Ist der zweite Saisonsieg von Mark Webber eine Überraschung?"
Alonso: "Nein, nicht wirklich. Mark hatte im vergangenen Jahr eine schwierige Saison und der Abstand zu Sebastian war größer als normal. Aber 2010 hatte er bis zum Rennen in Korea die Meisterschaft angeführt. Es ist also nicht neu für ihn, um den Titel zu kämpfen. Dieses Jahr, mit all den trickreichen Bedingungen und den verschiedenen Siegern, die wir in dieser merkwürdigen Meisterschaft erlebt haben - damit kommt Mark gut klar."

Frage: "Bist du eher frustriert wegen der verlorenen sieben Punkte auf Mark Webber oder glücklich, welche auf Sebastian Vettel herausgefahren zu haben?"
Alonso: "Im Moment bin ich eher glücklich als traurig, weil ich die Meisterschaft anführe. Wenn Mark das täte, wäre ich enttäuscht wegen der sieben Punkte. Das Wochenende war fantastisch für uns, weil wir Valencia mit einem emotionalen Sieg verlassen haben und mit vielen Punkten im Gepäck - gerade im Vergleich mit unseren Konkurrenten in der Meisterschaft."

"Wir kamen in Silverstone, einer ganz anderen Strecke, an und wussten nicht, wie das Auto funktionieren würde. Wir hatten ein schwieriges Qualifying wie alle anderen auch und haben es mit der Pole-Position überlebt. Auch heute war es wieder ein kniffliges Rennen. Wir wussten nicht, wie sich das Wetter entwickelt. Aber das Auto funktionierte gut. Wir haben jede Kollision vermieden, jeden Unfall der im Startprozedere hätte passieren können."

"Wir bringen wieder mehr Punkte mit nach Hause, als wir erwartet hatten. Denn wenn uns jemand dieses Ergebnis vorhergesagt hätte, als wir am Donnerstag ankamen, wären wir wohl sehr glücklich gewesen."

"Ich bin extrem glücklich mit Felipe als Teamkollegen."
Fernando Alonso

Frage: "Wenn sich im Team etwas verändern sollte: Würde es dir gefallen, Mark als Teamkollegen zu haben?"
Alonso: "Das weiß ich nicht. Das ist nur Fantasie. Ich müsste mir jedenfalls etwas unter die Schuhe schieben, um größer zu wirken. Das wäre das Einzige, wenn ich einen neuen Teamkollegen hätte. Ich sage nochmals, dass ich extrem glücklich mit Felipe bin. Heute hat er erneut die Leistung gezeigt, die in ihm steckt - in einem normalen Rennen ohne Zwischenfälle. Wir werden sehen, was das Team entscheidet."

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