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Williams: Teamabstieg "hatte viel mit Schumacher zu tun"

Frank Williams erklärt, warum er Michael Schumacher für den Abstieg seines Teams mitverantwortlich macht und wieso er gegen Ressourcenrestriktion ist

Frank Williams (Teamchef)
Frank Williams' Team erlebt dieses Jahr nach Jahren der Dürre eine Renaissance
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Frank Williams erlebte dieses Jahr die Rückkehr seines Rennstalls an die Spitze. Als Pastor Maldonado sensationell den Spanien-Grand-Prix gewann, war der 70-Jährige der gefeierte Held - Erinnerungen an die großen Williams-Zeiten Anfang der 1990er-Jahre wurden wach, und für viele hatte der Brite den Jackpot geknackt, denn er hatte einen Fahrer, dessen Sponsorengelder einen Großteil des Teambudgets ausmachen, zum Sieg geführt.

Doch seitdem ist Williams wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Dem Team gelingen zwar immer noch vereinzelte Glanzlichter, doch es wird immer offensichtlicher, dass die Bezahlfahrer Maldonado und Bruno Senna aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung die Schwachstelle des Teams darstellen. Viele glauben, dass ein Fernando Alonso in einem Williams regelmäßig siegen würde.

Williams kontert Pay-Driver-Kritik

Doch Williams wirft seinen Kritikern Kurzsichtigkeit vor. "Wäre ich nicht dumm, wenn ich altmodischen Prinzipien folgen würde und sagen würde, dass ich dich nicht will, weil du ein Pay-Driver bist?", fragt der Teamboss gegenüber 'Formula1.com'. Und holt zum Gegenschlag aus: "Leute, die mir das vorwerfen, befinden sich selbst im falschen Geschäft. Auch sie nehmen Geld für das, was sie tun."

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"Wäre ich nicht dumm, wenn ich altmodischen Prinzipien folgen würde?"
Frank Williams

Er argumentiert die geänderte Herangehensweise mit den enormen Kosten, die ein Formel-1-Team heute verursacht: "In den alten Zeiten kostete der Betrieb eines Formel-1-Teams wahrscheinlich höchstens 15 Prozent von dem, was man heute zahlt. Heute ist es sehr teuer, und die Hersteller haben das Ruder übernommen. Wenn man also teilnehmen will, dann muss man Geld auftreiben. Ein bisschen hier, ein bisschen da - ehrliches Geld. Man muss ein Budget auftreiben, das es einem ermöglicht, nicht nur teilzunehmen, sondern auch konkurrenzfähig zu sein. Da ist es doch keine Schande, einen Fahrer zu verpflichten, der etwas Geld mitbringt."

Schumacher für Williams-Abstieg verantwortlich

Dass Williams im vergangenen Jahrzehnt auf Talfahrt war und vom Hersteller- zum Privatteam wurde, führt er unter anderem auf einen Piloten zurück, der nie für sein Team antrat: "Es ist nicht meine Stärke, die Vergangenheit aufzuarbeiten, aber ich würde sagen, dass Michael Schumacher relativ viel damit zu tun hat. Ich glaube, dass wir unseren letzten großen Titel vor über zehn Jahren gewonnen haben. In der Zwischenzeit ist viel Geld in die Formel 1 gekommen - und viele Hersteller. Die Konkurrenten haben sich also komplett verändert, und wir waren wahrscheinlich nicht gut genug."

Zur Dominanz von Schumacher kam noch ein anderer Faktor, der das Williams-Team hart traf: Stardesigner Adrian Newey verließ nach dem WM-Titel von Damon Hill 1996 das Team - im Jahr danach holte die Truppe aus Grove seinen letzten Titel. Bei allen Teams, für die der Designguru seit der Williams-Ära arbeitete, stellten sich rasch Erfolge ein - das Team des "Rollstuhl-Generals" verkraftete den Abgang bis heute nicht, schließlich war die Aerodynamik jahrelang die Schwachstelle des Teams.

Wie sich Williams aus der Krise rettete

Inzwischen hat man die Einrichtungen in Grove nachgerüstet, wie Williams verrät: "Wir besitzen heute eine unglaubliche Menge an modernem Formel-1-Equipment - dank Patrick, der das ganze Geld ausgegeben hat. Technisch gesehen sind wir in guter Form. Aber wir würden all das immer gegen Adrian Newey eintauschen - wer nicht?"

"Ich war mir nie sicher, warum Adrian Newey gegangen ist."
Frank Williams

Zumal er sich bis heute fragt, warum der Stardesigner mitten in der Williams-Erfolgsära zu McLaren gewechselt war: "Ich war mir nie sicher, warum er gegangen ist." Er hat aber einen Verdacht: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass er ein besseres Angebot bekommen hat."

Dass Williams dieses Jahr eine Art Renaissance erlebt, führt Williams aber nicht nur darauf zurück, dass sein langjähriger Partner Patrick Head die Technikabteilung aufrüstete, sondern auch auf den inzwischen geschiedenen Geschäftsführer Adam Parr. Er hält ihm vor allem zugute, nach der erfolglosen Zeit unter Technikchef Sam Michael das Team erfolgreich umstrukturiert zu haben: "Ich bin sehr traurig, dass er uns verlassen hat, da er ein furchtbar cleverer Kerl ist, der zwei oder drei Leute engagiert hat, darunter zum Beispiel Mike Coughlan, und einige wichtige Ingenieure - und das macht den Unterschied."

Williams gegen Ressourcenrestriktion

Obwohl das Team heute viel besser aufgestellt ist als in den vergangenen Jahren, sieht der 70-Jährige noch Verbesserungspotenzial: "Finanziell gesehen gibt es wahrscheinlich noch effizientere Teams im Fahrerlager, aber wir hören nicht auf zu lernen." Das ist auch der Grund, warum er keine Bewunderung für die reichen Teams hegt: "Red Bull hat vielleicht unendliche Ressourcen. Und vielleicht Ferrari. Aber was ist der Vorteil unendlicher Ressourcen? Man wächst und wächst - nimmt an Gewicht zu -, um am Ende des Jahres festzustellen, dass man schon wieder Geld verloren hat. Das ist nichts für mich!"

"Das ist, als würde man jeden Tag auf den Finanzbeamten warten."
Frank Williams

Trotzdem ist er kein Fan radikaler Ressourcen-Restriktionsmaßnahmen: "Ich bin gegen jede Form von Einmischung. Ich will nicht, dass eine dritte Partei sich in dein Business einmischt, dass Leute herumschleichen und überall hineinschauen wollen. Das ist, als würde man jeden Tag auf den Finanzbeamten warten. Williams stimmt nicht für mehr Restriktionen." Mit einer Einschränkung: "Ich habe immer schon gesagt, dass wir die Fahrergehälter in den Griff kriegen müssen."

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