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McLaren versteht Ferrari-Strategie nicht

Martin Whitmarsh rätselt darüber, warum Ferrari und Red Bull so viel riskiert haben, und analysiert, was Lewis Hamilton in der entscheidenden Phase richtig gemacht hat

Martin Whitmarsh und Lewis Hamilton
Martin Whitmarsh wundert sich über die riskante Strategie von Ferrari
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Die Entscheidung, als Führender in der 50. Runde ein zweites Mal an die Box zu kommen, erwies sich beim gestrigen Grand Prix von Kanada für Lewis Hamilton als rennentscheidend. Denn sein erster Verfolger Fernando Alonso fuhr ohne zweiten Reifenwechsel bis zum Ende durch und brach komplett ein, während Sebastian Vettels Stopp in Runde 63. zu spät kam.

Bei McLaren darf man sich als großer Sieger des Taktik-Pokers feiern lassen: "Ich war ein bisschen überrascht, dass Ferrari für relativ wenig, das sie gewinnen konnten, so viel Risiko einging", wundert sich Teamchef Martin Whitmarsh. "Unsere Analysen und Daten sagten uns, dass die Reifen am Ende ernsthaft abbauen würden. Aber man ist natürlich immer besorgt, dass andere eine andere Meinung haben und damit richtig liegen könnten."

Vergleich mit Lotus nicht zulässig

Das Argument, dass Romain Grosjean (Lotus) seinen ersten Stopp in der 21. Runde, also nur zwei Runden nach Alonso, absolviert hatte, aber trotzdem problemlos bis ins Ziel durchfahren konnte, und dass Ferrari auch darauf gehofft habe, ist für Whitmarsh unverständlich: "Der Sauber und der Lotus waren wie so oft schonender zu den Reifen. Aber man legt seine Strategie nicht auf das aus, was man sich erhofft, sondern auf das, was die Daten sagen. Das haben wir getan."

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Ganz so geradlinig, wie der Brite behauptet, waren die Diskussionen am Kommandostand aber nicht, denn vor dem zweiten Stopp erkundigte sich Hamilton, ob man sich denn sicher sei, dass auch Alonso und Vettel noch einmal reinkommen würden. Erst als man ihn diesbezüglich beruhigte, steuerte er die Box an. Kaum wieder auf der Strecke, musste sich Renningenieur Andy Latham aber korrigieren: "Nicht unmöglich, dass sie nur einen Stopp machen..."

Schon direkt nach dem Stopp feuerte Latham seinen Schützling energisch an: "In den nächsten drei Runden musst du alles geben!" Denn nach dem schlechten zweiten Reifenwechsel war man sich bei McLaren nicht sicher, ob Alonso mit ein oder zwei schnellen Runden nicht wieder in Führung gehen würde, wie er das schon beim ersten Stopp praktiziert hatte. "Fernando hat in jener Phase gepusht", erinnert sich Whitmarsh.

Blitzstart nach zweitem Stopp entscheidend

"Wenn Ferrari geglaubt hätte, dass sie den Vorsprung vergrößern können, dann wäre Fernando vielleicht noch einmal reingekommen. Umso wichtiger war es in jener Phase, gleich zu pushen", schildert er. "Lewis hatte zwar mit diesen Reifen noch eine lange Distanz vor sich, aber er feuerte sie toll an. Diese Reifen haben ein sehr schmales Betriebsfenster, aber er bekam sie schnell in den richtigen Bereich. Lewis ist gut darin, die Vorderreifen sehr schnell auf Temperatur zu bringen."

"In der zweiten fliegenden Runde fuhr er schon neue Bestzeit", fährt er fort. "An dem Punkt dachte ich, dass sich Ferrari nicht auf das Abenteuer einlassen würde, sondern dass sie sehen, dass sie keinen Vorsprung herausfahren können und das Risiko zu groß ist. Ich bin überrascht, dass sie nicht reingekommen sind. Sie hatten wohl ihre eigenen Daten und ich glaube, sie waren zu sehr auf Vettel fixiert und haben dadurch das Gesamtbild aus den Augen verloren."

Im Finish Nerven bewahrt

Hamilton habe das Rennen zu jeder Zeit im Griff gehabt. Als er in der Schlussphase mit Siebenmeilenstiefeln zu Vettel aufschloss, blieb er ganz cool und wartete für das Überholmanöver auf die sichere DRS-Zone. Vom Team wurde er via Funk aufgefordert: Mach keine Dummheiten, du hast genug Zeit! Bei Alonso steckte er die Nase schon in der Haarnadel rein, zog sie aber wieder zurück. "Der Hamilton von 2012 ist erwachsen geworden", lobt Experte Marc Surer.

Whitmarsh nickt zustimmend: "Lewis hat am Anfang keine Dummheiten gemacht, sondern seine Reifen geschont, und am Ende des ersten Stints konnte er heranfahren. Er hat von der ersten bis zur letzten Runde alles richtig gemacht. Eine überragende Leistung von ihm, eine fantastische Fahrt. Er hat diesen Sieg gebraucht, wie wir alle. Das war aber auch längst überfällig. Eigentlich hätte er schon davor ein-, zweimal gewinnen müssen."

"Lewis hat den Abstand zu Fernando kontrolliert. Wenn wir ihn angefunkt haben, fuhr er Bestzeiten. Ein klassischer Lewis, der sein Tempo kontrollierte und das Rennen im Griff hatte", so der Teamchef. "Er fuhr immer noch Sektorenbestzeiten, als wir ihn reinholten, aber wir hielten das für den richtigen Zeitpunkt für den Stopp. Außerdem wussten wir: Sollten sie wirklich nur einen Stopp versuchen, dann musst du früh genug hereinkommen, um die Zeit wieder aufholen zu können."

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