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Hembery: Autos sind Schuld an der "Reifenlotterie"

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery sieht die Ursache für die aktuelle "Reifenlotterie" vor allem in den Veränderungen der Formel-1-Fahrzeuge

Pirelli-Reifen
Paul Hembery weißt Kritik an den Pirelli-Reifen zurück
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nachdem die Pirelli-Reifen im ersten Jahr ihres Einsatzes in der Formel 1 noch überwiegend positiv bewertet wurden, steht der italienischen Reifenhersteller in dieser Saison mehr und mehr am Pranger. Auch nach acht Saisonrennen haben viele Teams offenbar noch nicht richtig verstanden, wie sie die Pneus optimal nutzen können. Große Leistungsschwankungen oder plötzlich nachlassende Haftung, wie man sie gestern in der Schlussphase des Rennens in Valencia bei Lewis Hamilton beobachten konnte, sind die Folge.

Kritik, Pirelli habe bei der Entwicklung der aktuellen Reifengeneration einen Fehler gemacht, will Motorsportchef Paul Hembery jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Die Reifen würden sich nicht wesentlich von denen des Vorjahres unterscheiden. "Wir haben die diesjährigen Reifen eigentlich nur etwas modifiziert, aber schaut euch das Ergebnis an!" Der Brite sieht als Ursache für die offensichtlichen Schwankungen vielmehr die Änderungen im Reglement der Formel 1.

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"Um ehrlich zu sein, haben sich die Autos dieses Jahr auch stark verändert."
Paul Hembery

"Um ehrlich zu sein, haben sich die Autos dieses Jahr auch stark verändert. Das verändert die Art und Weise, wie Auto und Reifen miteinander interagieren", erklärt Hembery und liefert Beispiele: "Der abgasangestörmte Diffusor ist verschwunden, der flexible Frontflügel existiert nicht mehr. Die aerodynamische Balance hat sich also komplett verändert, das gilt auch für die Belastung der Reifen."

Diese Änderungen kann Pirelli jedoch bei den Testfahrten nur unzureichend simulieren. "Wenn wir mit einem 2010er-Auto testen, dann entgehen uns einige der Herausforderungen, mit denen einige Teams konfrontiert sind", so Hembery. Als Testfahrzeug steht den Italienern derzeit ein zwei Jahre alter Renault R30 zur Verfügung. Bei der Entwicklung der Reifen für die kommende Saison setzt der Sportchef daher auf die Kooperation der Teams.

"Wir wollen natürlich für eine Herausforderung sorgen."
Paul Hembery

"Wir wollen natürlich für eine Herausforderung sorgen, aber wir müssen auch besser verstehen, in welche Richtung die Autos in der kommenden Saison gehen werden. Wenn sie eher den diesjährigen Autos ähneln, dann haben wir ein besseres Verständnis, wohin wir gehen müssen", so Hembery. "Die Entscheidung fällt im Oktober oder November - dann haben wir hoffentlich bessere Indikatoren, was die Teams vorhaben."

Die Entwicklungsarbeit an den neuen Reifen ist jedoch jetzt schon in vollem Gange: "Wir testen bereits", sagt Hembery. So hat Testfahrer Jaime Alguersuari angeblich bereits eine fünfte Reifenmischung erprobt, in dieser Woche ist Lucas di Grassi in Spa-Francorchamps im Einsatz. Die Testarbeit und Weiterentwicklung wird bei Pirelli jedoch ständig vorangetrieben. "In Wahrheit entwickeln wir immer Optionen, damit wir vorbereitet sind. Wenn der Sport von uns einen gewissen Reifen verlangt, dann müssen wir reagieren können. Man will aber nicht reagieren, ohne Lösungen in der Hinterhand zu haben. Darum bemühen wir uns - für den Fall der Fälle."

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