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Formel-1-Teams im dreifachen Entwicklungsstress

Verbesserung des aktuellen Autos, Neuentwicklung für 2013 und neues Reglement im Jahr 2014: Die Teams haben derzeit alle Hände voll zu tun

Felipe Massa
Fast bei jedem Rennen bringen die Teams neue Teile
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Das einzig konstante ist die Veränderung - dieses Motto gilt in besonderem Maße für die Formel 1. Ein Rennwagen in der Königsklasse ist im Grunde genommen nie fertig, sondern vielmehr eine Dauerbaustelle, auf der an jedem Rennwochenende mehr oder weniger große Änderungen vorgenommen werden. Aufgrund des geltenden Testverbots müssen die Teams an der Rennstrecke überprüfen, ob die neu entwickelten Teile auf der Strecke halten, was sie in der Theorie oder im Windkanal versprochen haben.

Das ist in dieser Saison mehr denn je zu beobachten. Vor allem das erste Freie Training am Freitagvormittag wird von den Teams regelmäßig mehr als Testfahrt denn als Rennvorbereitung genutzt. Dies wird immer dann offensichtlich, wenn Fahrzeuge zur Visualisierung des Luftstroms mit bunter Flow-Viz-Farbe eingefärbt werden oder Fahrer zur Messung aerodynamischer Werte mit konstantem Tempo die Gerade entlangfahren. War dies in früheren Jahren oft nur bei den ersten Saisonrennen in diesem Maße zu beobachten, verliert das Entwicklungstempo in diesem Jahr kaum an Fahrt.

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"Die Entwicklungsrate ist dieses Jahr wirklich enorm."
Sam Michael

Und nach Einschätzung der Teamverantwortlichen dürfte sich daran so schnell auch nichts ändern. "Die Entwicklungsrate ist dieses Jahr wirklich enorm", stellt McLaren-Sportdirektor Sam Michael fest. Der Australier prophezeit: "Es stehen noch viele Entwicklungen bevor. Das wird für den Rest des Jahres die Story sein. Jedes Team, uns eingeschlossen, wird wahrscheinlich zu jedem Rennen neue Teile bringen."

Weiterentwicklungen bei jedem Rennen

Aufgrund der geringen Abstände unter den Teams, in Valencia waren in Q2 die 15 schnellsten Fahrer nur durch 0,869 Sekunden voneinander getrennt, ist eine permanente Weiterentwicklung des Fahrzeugs in diesem Jahr entscheidender denn je. "Früher spielten 50 Millisekunden oftmals keine große Rolle, aber jetzt sind 50 Millisekunden ein Platz - manchmal sogar drei. Die zehn oder 15 vorderen Autos rücken seit Saisonbeginn immer noch weiter zusammen", erklärt Michael.

Doch die Verbesserung des aktuellen Autos ist nicht die einzige Aufgabe für die Teams. Schon jetzt laufen die Planungen für das nächstjährige Auto auf Hochtouren. Allerdings wird diese Aufgabe laut Williams-Chefingenieur Mark Gillan im Vergleich zu früheren Jahren überschaubar. "Für die kommende Saison wird sich in Bezug auf das Reglement sehr wenig ändern. Das sollte den Schritt ins nächste Jahr einfacher machen."

Neues Reglement fordert die Teams

Die Formel-1-Ingenieure müssen jedoch noch weiter in die Zukunft blicken. 2014 erhält die Königsklasse ein völlig neues Reglement. Unter anderem werden die aktuellen 2,4-Liter-V8-Saugmotoren durch 1,6-Liter-Turbomotoren ersetzt. "Im Jahr 2014 gibt es dann komplett andere Motoren. Das erfordert natürlich entsprechende Ressourcen für die Entwicklung", sagt Gillan.

"Es geht darum, kluge Entscheidungen zu treffen."
Martin Whitmarsh

Die Teams arbeiten derzeit praktisch an drei verschiedenen Autos, werden in ihrem Eifer jedoch durch das Ressourcen-Restriktions-Abkommen (RRA) eingebremst, welches den Einsatz von Personal und technischen Hilfsmitteln wie dem Windkanal begrenzt. Ist unter diesen Umständen die Herkulesaufgabe einer dreifachen Entwicklung überhaupt zu stemmen? "Ja, das muss gehen", sagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Seinem Team bleibe auch gar nichts anderes übrig. "Wir wollen dieses Jahr Weltmeister werden und nächstes Jahr ein konkurrenzfähiges Auto haben, und 2014 ist ein großer Schritt."

Daher sind die Teams gefordert, den Einsatz von Personal und Material sorgsam zu überdenken, wie Whitmarsh erklärt: "Es geht darum, kluge Entscheidungen zu treffen, effizient zu arbeiten und Geld dort auszugeben, wo es am meisten bringt." Für den Teamchef ist dies jedoch ohnehin der Weg, den die Formel 1 einschlagen sollte. "Das ist eine gute Herausforderung, darum sollte es gehen in der Formel 1. Zu belohnen, wenn kluge Entscheidungen getroffen werden und man effizient ist, ist der richtige Weg."

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