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Ferrari-Chefdesigner: "Wollen wieder Rennen dominieren"

Ferrari-Chefdesigner Nikolas Tombazis über Ferraris Entwicklung seit den Winter-Testfahrten, die anstehenden Updates und die Erwartungshaltung bei der Scuderia

Nicolas Tombazis und Ferrari wollen wieder zurück an die Spitze
© Ferrari

(Motorsport-Total.com) - Das Ferrari-Team ist noch lange nicht da, wo es gerne wäre. Zu Saisonbeginn fuhr das italienische Traditionsteam den Top-Teams größtenteils hinterher, man hatte bei den Entwicklungen im Winter die falsche Richtung eingeschlagen, musste sich anschließend wieder neu orientieren, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der Sieg von Fernando Alonso beim Großen Preis von Malaysia war die große Ausnahme, bei den folgenden beiden Rennen brach die Leistung wieder deutlich ein, um sich schließlich erst beim Europa-Auftakt in Barcelona wieder zu erholen. Es war die Konsequenz monatelanger Entwicklungsarbeit seit den Winter-Testfahrten in Jerez de la Frontera, als Ferrari erste Probleme mit dem neuen F2012 ortete.

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"Wir haben seit Saisonbeginn das Auto praktisch in allen Bereichen verändert", erklärt Nikolas Tombazis, Chefdesigner bei Ferrari. "Die Absicht war dabei, alle negativen Dinge, die beim ersten Test auftraten, zu beheben. Es gab also nicht einen Bereich, den wir verbesserten, sondern eine Vielzahl."

"Wir veränderten also praktisch die gesamte Aerodynamik des Autos."
Nikolas Tombazis

Dabei stand vor allem die Aerodynamik im Fokus, bei der laut Tombazis Nachholbedarf bestand: "Von Ende Februar bis Mai konzentrierten wir uns dann auf die anderen Schwächen des Autos, von denen es einige gab", so der Grieche.

"In Spanien erzielten wir dann den ersten großen Fortschritt. Dabei überarbeiteten wir das gesamte Auto: Vom Frontflügel, über den Diffusor bis hin zum Heckflügel. Wir veränderten also praktisch die gesamte Aerodynamik des Autos. Außerdem arbeiteten wir weiter am Auspuff um ein robusteres, einfacheres System zu entwickeln, das wir dann in Kanada einsetzten und das einen großen Schritt nach vorn bedeutete."

Äußerlich scheint sich der Ferrari-Bolide seit dem Winter nicht merklich verändert zu haben. Während Teams wie McLaren etwa die Aerodynamik durch eine neue Nase anpassten oder eine neuartige Hinterachse einsetzten, konzentrierte man sich bei Ferrari vielmehr auf das Feintuning des Autos.

Im Winter erst in die falsche Richtung gearbeitet

"Die Konfiguration, die wir in Montreal einsetzten, war quasi ein 'Cousin' von der, die in Jerez zum Einsatz kam", schildert Tombazis, wie man nicht radikal umdachte, sondern durchaus einige Dinge beibehielt. "Damals verwendeten wir allerdings ein komplizierteres System, bei dem wir in Sachen Stabilität und aerodynamischem Verhalten auf einige Probleme stießen. Es sah zwar viel versprechend aus, führte aber letztendlich nicht dazu, dass die Rundenzeiten besser wurden oder sich der Fahrer in den Kurven besser fühlte. Also verwarfen wir dieses System."

Fernando Alonso
Fernando Alonso fuhr in dieser Saison bislang bei allen Rennen in die Punkte
© Ferrari

Momentan liegt man mit 97 Punkten auf Rang vier der Teamwertung, lediglich elf Punkte hinter Lotus. Fernando Alonso liegt zudem durch seine permanenten Zielankünfte in den Punkterängen aussichtsreich auf Platz zwei der Fahrerweltmeisterschaft, lediglich zwei Punkte hinter WM-Leader Lewis Hamilton.

Dementsprechend zufrieden ist man auch bei Ferrari: "Momentan sind wir angesichts unserer Ausgangslage ziemlich zufrieden damit, wo wir sind", sagt Tombazis. Allerdings wolle man sich nicht darauf ausruhen und wieder zurück an die Spitze: "Wir sind noch nicht vollkommen zufrieden, weil wir noch nicht in der Lage sind, Rennen zu dominieren, was unser Ziel ist. Wir haben zudem sehr starke Konkurrenten, die auch stetig ihre Autos weiterentwickeln. Das bedeutet, dass die Entwicklungen, die wir seit dem Winter durchgeführt haben, mit der gleichen Intensität fortgesetzt werden müssen."

Weitere Updates bis zum Saisonende

Um bei der Entwicklung Schritt halten zu können, setzt man daher auf weitere Upgrades, die in regelmäßigen Abständen bis zum Saisonende gebracht werden sollen. Tombazis: "Bei den kommenden Rennen, angefangen in Valencia, werden wir deshalb weitere Neuerungen einführen. Wir werden unter anderem Tests mit dem Frontflügel, dem Heckflügel und dem Unterboden durchführen und zudem das Auspuffsystem weiterentwickeln. Es stehen also bis zum Saisonende noch einige Entwicklungen an."

"Bei Ferrari finden wir eine außergewöhnliche Situation vor."
Nikolas Tombazis

Die Erwartungen, die an Ferrari gestellt werden, sind vor allem in Italien enorm hoch. Die Scuderia hat Fans auf der ganzen Welt, die aus der Vergangenheit Siege wie am Fließband gewohnt sind. Nicht an der Spitze zu sein, grenzt angesichts der großen Tradition bei den "Roten" schon an Majestätsbeleidigung. "Bei Ferrari finden wir eine außergewöhnliche Situation vor", schildert Chefdesigner Tombazis. "Es wird erwartet, dass wir jedes Rennen gewinnen und immer konkurrenzfähig sind. Dann in die Saison zu gehen und gegenüber vielen Autos das Nachsehen zu haben, war für mich und meine Kollegen ein großer Schock. Das waren keine einfachen Monate."

Man sei jedoch fokussiert geblieben und nicht in Panik verfallen: "Wir haben dann ruhig analysiert, was falsch gelaufen ist, wodurch wir die Situation in den Griff bekamen. Ich denke, dass uns die vergangenen Rennen einen großen moralischen Schub und die Gewissheit gegeben haben, dass wir es schaffen können. Das hat unsere Arbeit sehr viel angenehmer gemacht, da es natürlich schöner ist, sich einen Grand Prix anzuschauen, bei dem man auf Pole-Position fahren oder sogar gewinnen kann anstatt nur zu hoffen, dass man es in Q3 schafft."

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