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Karthikeyan und das Dilemma bei HRT

Narain Karthikeyans Wunsch war immer ein Stammcockpit in der Formel 1, bei HRT jedoch befindet sich der Inder in einer misslichen Lage

Narain Karthikeyan
Narain Karthikeyan macht bei HRT gute Miene zum bösen Spiel
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Narian Karthikeyan ist bei HRT nicht zu beneiden. Die Sponsorengelder des Inders und teilweise auch dessen eigenes Geld werden zum Großteil dafür verwendet, offene Rechnungen zu begleichen. An eine konsequente Weiterentwicklung des Autos im Stile der gegnerischen Teams ist derzeit nicht zu denken. Zu viele Baustellen wie der Umzug des Teams nach Spanien stehen diesem Unterfangen im Weg.

Den Mugello-Test in der vergangenen Woche ließ HRT als einziges der zwölf Teams im Starterfeld sausen. Während die Konkurrenz fleißig Updates testete und diese beim Grand Prix von Spanien an diesem Wochenende erstmals im Rennbetrieb einsetzt, tritt HRT auf der Stelle. Dies fällt vor allem seit dem Abgang des ehemaligen Technischen Direktors Geoff Willis noch ärger ins Gewicht. In einer Verzweiflungsaktion wurde Toni Cuquerella kürzlich vom Chefingenieur zum Technischen Direktor befördert.

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Dass der aktuelle Bolide alles andere als ein Geniestreich ist, ist offensichtlich. Der HRT F112 produziert generell zu wenig Abtrieb. Die Folge ist, dass die Reifen schneller verschleißen und die HRT-Piloten im Rennen in aller Regel einen Boxenstopp mehr als die Fahrer der anderen Teams einlegen müssen. Zuletzt gab das Team rund fünf Millionen Euro für ein neues Getriebe aus. Wer den Betrag zum Team brachte, dürfte klar sein. Dennoch reicht die Performance bei weitem nicht aus, um auch nur mit dem Marussia-Team Schritt halten zu können.

Karthikeyan befindet sich in der misslichen Lage, dass seine Sponsoren naturgemäß wenig Interesse daran haben, ihr Geld ins Team zu pumpen. Wie lange der Inder noch in den sauren Apfel beißen wird, bleibt abzuwarten. Womöglich muss er sein Cockpit noch vor Ablauf der Saison zugunsten eines anderen Pay-Drivers räumen. Im ersten Freien Training zum Grand Prix von Spanien sitzt am Freitag erstmals Testfahrer Dani Clos in Karthikeyans Auto.

Anders als sein Landsmann Karun Chandhok, der inzwischen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) fährt, hegt Karthikeyan (noch) nicht die Absicht, sein Glück in einer anderen Rennserie zu versuchen. Zwar bestritt er im Jahr 2010 insgesamt neun Rennen in der NASCAR-Truck-Serie, doch das ultimative Ziel des Inders war immer ein Stammcockpit in der Formel 1. Daran hat sich bis heute nichts geändert und so versucht er weiter, das Beste aus der schwierigen Situation bei HRT zu machen.

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