Aktuelles Top-Video

Inside Grand Prix Singapur - Teil 2

Aktuelle Bildergalerien
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Die aktuelle Umfrage

Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Ferrari-Teamchef?

Gerhard Berger
Ross Brawn
Flavio Briatore
Marco Mattiacci
Jean Todt
Martin Whitmarsh
ein anderer Kandidat
Formel-1-Datenbank

Die "Königsklasse" seit 1950

In unserer ausführlichen Formel-1-Datenbank finden Sie Ergebnisse, alle Fahrer und Teams seit 1950 und unzählige Statistiken!
Zur Formel-1-Datenbank
Aktuelle Top-Formel-1-Videos
Formel-1-Quiz
Folgen Sie uns!
Motorsport-Total.com bei Facebook Motorsport-Total.com bei Google+ Motorsport-Total.com bei Twitter RSS-Feeds von Motorsport-Total.com
Sie sind hier: Home > Formel 1 > Newsübersicht > News

Pirelli-Reifen: Haug teilt Schumachers Meinung nicht

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug findet im Gegensatz zu Michael Schumacher, dass die Formel 1 durch die Pirelli-Reifen an Attraktivität gewonnen hat

Nico Rosberg, Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef), Michael Schumacher
Norbert Haug hat im Gegensatz zu Schumacher kein Problem mit Pirelli
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Grand Prix von Bahrain platzte Michael Schumacher der Kragen. Der Rekordweltmeister, der seit seinem Comeback im Jahr 2010 einem Podestplatz hinterherfährt, übte heftige Kritik an Reifen-Alleinausrüster Pirelli. Schumacher meinte, die Pneus der Italiener ließen es nicht mehr zu, an das Limit des Autos zu gehen, sonst würde man sie kaputt machen. So fahre man hingegen "wie ein Safety-Car".

Tatsächlich steht die Formel 1 von heute in einem krassen Gegensatz zur Königsklasse zu Schumachers Glanzzeiten, denn abgesehen von den rasch abbauenden Einheitsreifen sind die Autos durch das Verbot der Tankstopps zu Beginn der Rennen deutlich schwerer, was die Fahrer zusätzlich zu einem reifenschonenderen Fahrstil zwingt. Früher hatte Schumacher zudem die Möglichkeit, im Reifenkrieg die Entwicklung der Pneus in eine Richtung zu treiben, die seinem Fahrstil entgegenkommt.

ANZEIGE

Der Vorteil der aktuellen Formel 1: Die Rennen sind unberechenbarer als früher, es kommt zu mehr Überholmanövern und Überraschungsergebnissen. Pirelli schreibt es sich seit Anfang 2011, als man die Teams mit einem wenig haltbaren Reifen überraschte, auf die eigenen Fahnen, die Formel 1 attraktiver gemacht zu haben - und setzte damit sogar das eigene Image aufs Spiel (Formel-1-Datenbank: alle bisherigen Reifenhersteller in der Formel 1).

Hembery verteidigt seine Reifen

Daher lässt Pirellis Motorsportchef Paul Hembery Schumachers Kritik nicht gelten. "Bisher war diese Saison fantastisch", sagt er gegenüber 'Autosport'. "Wir hatten vier unterschiedliche Sieger und vier unterschiedliche WM-Leader. Der Wettbewerb war also nie enger, und das liegt zum Teil daran, dass jeder exakt die gleichen Möglichkeiten und Herausforderungen bei den Reifen hat. Es liegt an den Teams, das Beste daraus zu machen."

Damit stellt sich der Brite auch gegen den Vorwurf, die Reifen - und nicht die Fahrer oder die Konstrukteure - würden die Saison entscheiden. "Die Formel 1 war schon immer eine Leistungsgesellschaft - am Ende werden die besten Ingenieure und Fahrer immer gewinnen."

Boullier bricht Lanze für Pirelli

Dennoch ist klar, dass die Bedeutung der Reifen im Vergleich zur Vergangenheit gestiegen ist. "Es ist der Schlüssel", argumentiert Lotus-Teamchef Eric Boullier, "dein Auto soweit zu bringen, dass du die Reifen auf die richtige Art und Weise nutzen kannst. Es hat keinen Sinn, ein paar Zehntel durch Abtrieb holen zu wollen, wenn man die Reifen nicht versteht, denn man kann viel mehr Zeit verlieren. Man muss das Auto aber immer weiterentwickeln, wenn man den Kontakt zu den Topteams nicht verlieren will."

"Am Ende werden die besten Ingenieure und Fahrer immer gewinnen."
Paul Hembery

Boullier stimmt Hembery gegenüber 'Autosport' zu, dass die Rolle der Reifen in der Formel 1 nicht zu groß ist: "Nein. Aber wir müssen verstehen, wie sie funktionieren, wir müssen das Beste aus ihnen herausholen, und wir müssen dafür sorgen, dass sie so lange wie möglich halten."

Haug zeigt Verständnis für Schumachers Kritik

Interessanterweise stimmt auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Kritik seines Fahrers nicht ganz zu. "Die Reifen sind eine Challenge von vielen", sagt der Schwabe. "Wer geht am besten mit ihnen um? Es ist für alle gleich, und das ist wichtig. Es gibt kein verkehrte Startaufstellung oder ähnliche künstliche Eingriffe."

Ihm ist aber bewusst, dass der Reifen in der heutigen Formel 1 "eine erhebliche Rolle" spielt. Er zeigt Verständnis, dass Schumacher seinen Unmut äußerte: "Ich kann die Fahrer verstehen. Das ist auch ein gewisser Frust, wenn man denkt, man könnte schneller fahren, aber man immer haushalten muss. Das ist nicht unbedingt das Naturell des Rennfahrers." Diese Charakteristik treffe aber nicht nur Schumacher, sondern "alle Fahrer".

Mit Schumacher nicht einer Meinung

Für den Mercedes-Motorsportchef ist der Vorstoß seines Starpiloten ein Beweis dafür, dass von einer Sprachregelung bei seinem Team nicht die Rede sein kann: "Es ist zu akzeptieren, wenn ein Rennfahrer wie Michael seine Meinung sagt. Es wird oft reklamiert, dass es angeblich Maulkörbe und so weiter gibt. Das war nun der Beweis, dass es so etwas sicherlich nicht gibt. Wenn ihm danach ist, dann drückt er dies so aus. Aber: Das muss nicht heißen, dass wir sofort eine bessere Lösung parat haben."

"Insgesamt haben wir in der Formel 1 ein sehr gutes Produkt geschaffen."
Norbert Haug

Haug findet im Gegensatz zu Schumacher, dass die wenig haltbaren Pirelli-Reifen die Formel 1 attraktiver gemacht haben: "Insgesamt haben wir in der Formel 1 ein sehr gutes Produkt geschaffen, es gibt sehr gute Rennen. Wir haben verschiedene Sieger, hatten acht Fahrer von sechs unterschiedlichen Teams auf dem Podest. Es ist ein toller Wettbewerb und wir freuen uns, dass wir auch schon unter den Siegern waren. Dazu trägt diese Reifengeneration, an der man durchaus auch Kritik üben kann, eben bei."

Artikeloptionen
Artikel bewerten

 

 
Nach oben