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Ehefrau eines Hungerstreikenden greift Ecclestone an

Die Ehefrau des oppositionellen Aktivisten Abdulhadi al-Khawaja, der seit zwei Monaten in Hungerstreik ist, kritisiert Bernie Ecclestone persönlich

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone steht dieser Tage international enorm in der Kritik
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In den immer hitziger werdenden Diskussionen um die Richtigkeit des bevorstehenden Grand Prix von Bahrain wurde nun erstmals Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone persönlich angegriffen. Denn Khadija Al Mousawi, die Ehefrau des hungerstreikenden Protestführers Abdulhadi Al Khawaja, der kürzlich wegen seines gesundheitlichen Zustands vom Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt werden musste, um intravenös ernährt zu werden, glaubt, dass Ecclestone die Macht gehabt hätte, ihren Gatten zu befreien.

"Ich bin nicht wütend auf die Regierung, denn deren Zukunft steht auf dem Spiel", erklärt Al Mousawi gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters' und schlägt damit erstaunlich versöhnliche Töne an. Aber: "Wütend machen mich Menschen wie Ecclestone, die entscheiden, nach Bahrain zu kommen, weil sie glauben, dass hier alle glücklich sind. Ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht glücklich bin. Meine Familie ist nicht glücklich."

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Dabei gehört sie keineswegs zu den Gegnern der Formel 1 im Allgemeinen, die in Bahrain ohnehin in der Unterzahl sind - selbst bei Protestmärschen sind immer wieder junge Menschen mit Ferrari- oder anderen T-Shirts anzutreffen. Die Bevölkerung begrüßt den Grand Prix sogar und ist mehrheitlich stolz darauf, reibt sich aber daran, dass die sunnitische Regierung die Formel 1 als politisches PR-Instrument missbraucht.

Dabei glaubt Al Mousawi, dass die Formel-1-Verantwortlichen eigentlich auch Positives bewirken könnten: "Wenn Herr Ecclestone gesagt hätte, dass er nur kommt, wenn Abdulhadi freigelassen wird - er weiß ja von seinem Hungerstreik -, dann glaube ich, dass es eine Chance auf Befreiung gegeben hätte. Aber das Thema komplett zu ignorieren, während die ganze Welt darüber redet, stimmt mich traurig."

Die Formel 1 an sich sei "eine großartige Sache für Bahrain", betont sie: "Dadurch wird Bahrain auf der ganzen Welt bekannt." Ihre Tochter war sogar Stammgast auf den Tribünen, doch jetzt ist das Verhältnis zwiegespalten: "Die Formel 1 sollte den Bahrainern helfen, zu ihren Rechten zu kommen. Ich weiß, dass sie sagen: 'Wir sind nur Rennfahrer.' Ja, aber ihr seid Rennfahrer mit Demokratie und Freiheit in euren Ländern!"

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