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Boullier verspricht: "Da wird noch mehr kommen"

Jackie Stewart lobt Eric Boullier dafür, aus den Renault-Scherben ein Topteam geformt zu haben - der Teamchef hat nun Siege im Visier

Eric Boullier, Kimi Räikkönen, Romain Grosjean, Jerome D'Ambrosio
Schlagkräftige Truppe: Boullier, die Fahrer und Technikchef Allison
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Was wurde vor dem Saisonstart nicht alles geschrieben - Kimi Räikkönen würde bald die Motivation verlieren, er würde den gleichen Leidensweg wie vor ihm Michael Schumacher durchmachen... Doch der Stoiker aus Finnland benötigte nur vier Rennen, wozu der Rekordweltmeister in 42 Rennen nicht imstande war - ein Podestplatz nach dem Comeback.

Während manche rätseln, ob es am Alter oder am Instinkt des Finnen liegt, stellte der schon vor Wochen klar, dass er ein so problemloses Comeback erlebt, weil sein Auto im Gegensatz zu Schumachers Mercedes einfach auf Anhieb konkurrenzfähig war: "Das schadet nie." Legende Jackie Stewart, der als Botschafter des Lotus-Rennstalls fungiert, sieht gegenüber 'scotsman.com' ebenfalls das Team als einen der Gründe für das wundersame Comeback des "Iceman".

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"Das war eine wirklich großartige Performance eines sehr guten Teams, das sehr gut zusammenarbeitet", meint der Schotte und führt dies auf die Eigentümer vom luxemburgischen Finanzdienstleister Genii Capital zurück, die den Rennstall 2010 von Renault übernahmen. "Es war nicht leicht, ein Team zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass ein Rad ins andere greift. Es war aber eine tolle Performance, und ich bin sicher, dass alle in Enstone vor Freude völlig aus dem Häuschen sind."

Viele Rückschläge

Zumal das Team zwei harte Jahre hinter sich hat: Nachdem Teamchef Eric Boullier und Besitzer Gerard Lopez den Rennstall um Starpilot Robert Kubica aufgebaut hatten, verunfallte dieser im Vorjahr bei einem Rallyeunfall schwer und fiel damit langfristig aus. Auch mit Ersatzmann Nick Heidfeld und dessen Ersatzmann Bruno Senna wurde man nicht glücklich, zudem funktionierte das innovative Front-Auspuffsystem nicht wie erhofft.

Auch dieses Jahr begann mit zahlreichen Enttäuschungen: In der Vorbereitungsphase auf die Saison wurde die nächste Lotus-Entwicklung - eine reaktive Radaufhängung - von der FIA kurzfristig verboten. Bei den Tests musste man ein Drittel der Testtage streichen, weil offenbar Radaufhängungsteile eines Zulieferers nicht den erwünschten Qualitätskriterien entsprachen. Zu allem Überdruss verletzte sich Räikkönen in Österreich bei einem Schneemobilrennen an der Hand, und bei den ersten drei Rennen konnte man das Potenzial des E20 aus unterschiedlichen Gründen nicht in Ergebnisse ummünzen.

Auch Stewart fällt auf: "Seit das Team auseinanderbrach (Ende 2009, Anm.), hatten sie kaum Erfolg. Ich freue mich für das gesamte Team, und auch Lotus-Gründer Colin Chapman müsste eigentlich ziemlich zufrieden sein, wenn er herunterschaut", verweist er auf den legendären Briten, der Lotus 1952 gegründet hatte und 1982 an einem Herzinfarkt starb.

Räikkönen wurde von vielen unterschätzt

Doch Stewart ist auch der Meinung, dass Räikkönen einen entscheidenden Beitrag geleistet hat: "So viele Leute haben daran gezweifelt, dass er zurückkommen und erfolgreich sein kann, daher ist seine Performance besonders großartig. Viele Leute dachten, er hätte nicht einmal die Fitness, um eine gesamte Renndistanz zu schaffen - viele Leute hatten solche Kommentare gemacht."

Der dreifache Weltmeister ist daher begeistert, dass Räikkönen "so zurückgekommen ist und so eine Antwort gegeben hat - in seinem erst vierten Rennen. Er hätte es sogar gewinnen können, an einem Zeitpunkt war es sehr knapp."

Boullier und das Warten auf den Durchbruch

Auch Teamchef Boullier fiel bei der Zieldurchfahrt ein Stein vom Herzen. Nach den ersten drei Rennen hatte er sein Team noch mit Durchhalteparolen bei Laune gehalten - man wünsche sich endlich einmal ein problemloses Rennwochenende, hatte der Franzose gemeint. Die Plätze zwei und drei beweisen, dass seine Hoffnungen nicht vermessen waren. Das Team aus Enstone liegt nun in der Konstrukteurs-WM auf dem starken dritten Platz.

Kimi Räikkönen, Sebastian Vettel
Beinahe hätte Räikkönen auch noch den späteren Sieger Vettel geschlagen
© xpbimages.com

Doch warum erwies sich Lotus in Bahrain als so konkurrenzfähig? "Ich würde das nicht auf einen einzelnen Faktor herunter brechen", meint Boullier. "Der Grund ist eher eine Anhäufung an kleinen Details, die wir vielleicht bei den ersten drei Rennen nicht so richtig hinbekamen, was unglaublich frustrierend war. Es ist uns aber gelungen, sie an diesem Wochenende hinzubekommen. Alles lief glatt, und wir hatten keine größeren Probleme. Das und der kleine Strategiepoker haben sich ausgezahlt."

Auch das Wetter spielte eine wichtige Rolle: Die Hitze liegt dem E20 deutlich mehr als die niedrigen Temperaturen in China. Boullier gibt zu, dass der Saisonstart auch deshalb so schwierig war, weil man im Team viele Parameter verändert hat. "Dieses Auto ist ganz anders als das letztjährige, wir haben eine völlig neue Fahrerpaarung - es kann dauern, bis diese Dinge eingespielt sind. Jetzt sind wir zu einer wirklich starken Einheit zusammengewachsen - die Fahrer sind nach einer langen Pause voll auf Tempo, und wir sehen langsam wie ein komplettes Paket aus."

Räikkönen und Grosjean waren ein Risiko

Im Angesicht des harzigen Comebacks von Schumacher war Boullier mit der Verpflichtung von Räikkönen und Grosjean durchaus ein Risiko eingegangen, denn beide Piloten waren zwei Jahre lang nicht Formel 1 gefahren. "Kimi fuhr in einer völlig anderen Serie", spielt er auf das Rallye-Abenteuer des Finnen an. "Romain hatte 2009 eine schwierige Zeit mit diesem Team. Dass sie jetzt so rasch mit diesem Auto zurechtgekommen sind, zeigt, wie stark unsere Fahrerpaarung ist. Beide Fahrer haben hier sehr gute Arbeit geleistet, und es ist besonders zufriedenstellend, dass unsere zwei Piloten nicht nur auf dem Podest standen, sondern ihr Tempo auch so ausgeglichen ist."

Diesmal hat endlich alles zusammengepasst, freut sich Boullier. "Wir hatten das gesamte Wochenende über den Speed, aber da es dieses Jahr so eng ist, können ein paar Tausendstel den Unterschied machen", meint der Teamchef. "Und ein kleiner Fehler kann sehr kostspielig sein." Nach einem eher durchwachsenen Qualifying, wo Räikkönen über Platz elf nicht hinauskam, aber Reifensätze sparte, lief das Rennen perfekt. "Das war eine rundum fantastische Performance", lobt Boullier sein Team und schickt eine Drohung in Richtung Konkurrenz. "Da wird noch mehr kommen."

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