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Williams: Überall Baustellen

Pastor Maldonado neben der Strecke, Bruno Senna noch nicht richtig in Fahrt und ein "geteiltes" Cockpit am Freitag: Williams hat derzeit viele Baustellen

Bruno Senna
Bruno Senna würde gerne noch mehr Zeit im Cockpit des Williams-Autos verbringen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Das britische Williams-Team brachte sich in der Qualifikation zum Großen Preis von Malaysia in eine sehr gute Ausgangslage, um im Rennen in die Punkteränge zu fahren. Pastor Maldonado und Bruno Senna klassierten sich auf den Rängen elf und 13, doch vollkommen rund läuft es bei Williams noch nicht - Senna arbeitet noch an seiner Form, Maldonado war erneut neben der Strecke unterwegs.

Der Zwischenfall aus dem Qualifying hat für Maldonado aber keine unmittelbaren Folgen, denn allzu groß fielen die Beschädigungen nicht aus. In Melbourne hatte der Venezolaner sein Auto wesentlich übler zugerichtet. Der neuerliche Abflug war dagegen recht harmlos: "Ich verlor das Auto auf der Bremse, weil ich zu viel Untersteuern hatte. Ich verbremste mich und berührte den Randstein."

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"Dann hatte ich keinen Grip mehr und flog ab", berichtet Maldonado. Vielleicht hätte er ohne diesen Ausrutscher noch den Einzug in die Top 10 geschafft. Der Williams-Pilot zeigt sich aber auch mit Rang elf zufrieden und meint: "Es sieht nicht schlecht aus. Unser Renntempo dürfte recht ordentlich sein. Wir haben eine gute Position inne, um ein gutes Rennen zu haben." Das denkt auch Mark Gillan.

"Wir sind ein bisschen enttäuscht, denn das Auto war sicher gut für etwas mehr."
Mark Gillan

Der Chefingenieur des britischen Traditionsteams hadert jedoch etwas mehr mit dem Ergebnis der Qualifikation. "Wir sind ein bisschen enttäuscht, denn das Auto war sicher gut für etwas mehr", sagt Gillan, möchte aber nicht zu viel Kritik üben. "Andererseits sind wir im Renntrimm sehr gut unterwegs. Das waren wir auch schon in Australien. Deshalb freuen wir uns auf den Grand Prix", erklärt Gillan.

Überhaupt befinde sich Williams auf dem aufsteigenden Ast. "Der Renault-Motor ist ein großer Fortschritt für uns. Das betrifft vor allem den Renntrimm. Insgesamt spielen da viele Faktoren eine Rolle, doch unterm Strich ergeben sie einfach ein besseres Auto. Das gesamte Paket stellt eine Steigerung dar", findet der Chefingenieur. Der Haken daran: Die Fahrer müssen es auch umsetzen.

Maldonado hat weiterhin Williams' Vertrauen

Daran haperte es noch in Australien, als Maldonado einen sicheren Punkterang in die Banden warf. Gillan verzichtet aber auf eine Schelte, sondern sieht in erster Linie das Positive: "Natürlich ist es enttäuschend, die Punkte zu verlieren. Auf der anderen Seite freuen wir uns darüber, in der Position gewesen zu sein, Zählbares einzufahren. Wir haben ihm daher nicht zu sehr die Leviten gelesen."

"Er weiß, was falsch lief."
Mark Gillan

"Ich bin sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Er weiß, was falsch lief. Es war ein Rennunfall. Was er jetzt braucht, ist ein gutes Rennen", sagt Gillan über Maldonado und merkt an: "Dafür hat er in Malaysia eine gute Ausgangslage inne. Wahrscheinlich wird seine Position nicht seiner wahren Leistung gerecht. Ich denke, er sollte auf Platz neun stehen. Im Rennen dürfte er sicher recht gut aussehen."

Und Senna? Der Brasilianer war 0,252 Sekunden langsamer unterwegs als sein Teamkollege, hatte in Malaysia aber auch deutlich weniger Streckenzeit zur Verfügung. Der Grund: Senna musste sein Auto am Freitagmorgen zugunsten von Testpilot Valtteri Bottas räumen. Der dritte Fahrer von Williams darf 2012 gleich mehrfach ein Training bestreiten - und dafür soll jedes Mal Senna den Zuschauer mimen.

Noch ist Senna nicht perfekt ins Team integriert

Spurlos geht das nicht am Neffen von Ayrton Senna vorbei, wie er selbst bestätigt. In der Qualifikation habe ihm schlicht die Erfahrung mit den Pirelli-Pneus gefehlt, wie sie zum Beispiel Maldonado in Ruhe habe aufbauen können. "Deshalb konnte ich nicht das Maximum aus den frischen Reifen machen", sagt Senna. "Insgesamt war es nicht so schlecht, aber es war definitiv noch mehr Leistung im Auto."

"Es war definitiv noch mehr Leistung im Auto."
Bruno Senna

"Das ärgert mich ein bisschen. Wir haben jedoch ein Setup, das uns im Rennen in die Karten spielen könnte", meint der Willliams-Pilot. Dieser Umstand sei aber nicht der einzige Hemmschuh. Weil er noch nicht lange beim Team sei, gehe das gegenseitige Kennenlernen jedes Mal in eine neue Runde. Das Zusammenspiel zwischen Fahrer, Ingenieur und Mannschaft funktioniere noch nicht perfekt.

"Wir lernen uns aber immer besser kennen und probieren verschiedene Dinge aus. Das ist nicht einfach, wenn man weniger Streckenzeit hat als der Teamkollege. Da ist also noch Luft nach oben", erklärt Senna. "Auch, weil wir an jedem Wochenende ein paar Lektionen lernen. So können wir uns verbessern. Das Team erwartet, dass wir beide im Rennen auf einem ähnlichen Niveau fahren."

Senna sieht auch sich selbst in der Pflicht

Das müsse auch die Erwartungshaltung an die Piloten sein, meint Senna, schließlich verfüge Williams 2012 über ein "starkes Auto", sagt Senna. "Es ist offensichtlich, dass es schnellere Fahrzeuge gibt, doch wenn wir alles auf die Reihe kriegen, können wir in die Top 10 fahren. Es ist nur sehr schwierig, diesen Punkt perfekt zu treffen. Außerdem ist die Startaufstellung ungeheuer eng", hält er fest.

"Die Fahrer müssen ihre Hausaufgaben machen."
Mark Gillan

"Das wird auch künftig nicht einfach, wenn derart kleine Zeitabstände über die Plätze entscheiden. Am besten ist, ich mache einfach einen Teil gut", meint Senna. Dabei erfahre er eine gute Hilfestellung vom Team, auch wenn er in einem der Trainings nicht antreten könne. "Die Fahrer müssen aber auch ihre Hausaufgaben machen", stellt Chefingenieur Gillan klar. Dieser Einsatz sei unbedingt erforderlich.

Ebenso wichtig sei die Zusammenarbeit im Team. "Bruno steigert sich und wir geben ihm jede Unterstützung, die er braucht. Ich denke, wir werden bei ihm eine kontinuierliche Verbesserung sehen", sagt Gillan. Eine solche will er bei Maldonado bereits ausgemacht haben. "Er hat sich seit seinem Einstand bei uns doch sehr gesteigert. Er ist mittlerweile prima ins Team integriert."

Wer bekommt wie viel Streckenzeit im Training?

So weit, so gut - nur sei es damit eben noch nicht getan, meint Gillan. "Beide Fahrer sind, was die Streckenzeit in einem Formel-1-Auto anbelangt, noch immer recht unerfahren. Beide machen aber gute Fortschritte, weil auch das Fahrzeug in diesem Jahr etwas einfacher zu fahren ist." Davon profitiert auch Testpilot Bottas, der sich am Freitag auf Anhieb gut in Szene setzte - statt Senna.

"Unser Eindruck ist: Valtteri erledigte seine Aufgabe perfekt."
Mark Gillan

Das Lob des Chefingenieurs ist Bottas schon einmal gewiss: "Er schlug sich sehr gut und war auch sofort auf Tempo. Natürlich muss er noch einiges lernen, doch das kommt mit der Zeit, die er im Auto verbringt. Er macht seine Sache sehr gut und professionell. Sein Feedback ist prima. Unser Eindruck ist: Valtteri erledigte seine Aufgabe perfekt", sagt Gillan. Kommt Senna dabei nicht doch zu kurz?

Nicht unbedingt, wie der Williams-Chefingenieur erläutert: "Bruno hat weniger Streckenzeit, doch Valtteri fuhr am Freitag ein ähnliches Programm wie Pastor. Dafür erhielt Bruno im zweiten Freien Training etwas mehr Streckenzeit. Wir passten unseren Fahrplan entsprechend an." Ob mit Erfolg, das wird sich zeigen. Williams schien den Punkten 2012 schon einmal richtig nahe zu sein...

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