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Nächste Bestzeit! Grosjean trotzt den Unterbrechungen

Romain Grosjean schenkt Lotus auch beim zweiten Testtag in Barcelona die Bestzeit - der Vormittag war von sieben Unterbrechungen gezeichnet

Romain Grosjean
Romain Grosjean beendete seine Tests mit der nächsten Bestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der zweite Testtag in Barcelona hatte zwei Gesichter: Am Vormittag war es für die Piloten kaum möglich, in einen Rhythmus zu kommen, denn geschlagene sieben Mal musste die vierstündige Session unterbrochen werden, ehe die Ampel zu Mittag auf Rot schaltete. Zunächst war es der Nebel, der den Start um eine halbe Stunde verzögerte, später sorgten Pastor Maldonado, zweimal Michael Schumacher, Jean-Eric Vergne, Sebastian Vettel sowie ein auf der Piste liegendes Wrackteil für Unterbrechungen.

Am Nachmittag schien es in ähnlicher Tonart weiterzugehen, als Nico Hülkenberg seinen Force-India-Boliden schon nach wenigen Minuten wegen eines Getriebedefekts abstellen musste. Dabei handelte es sich aber um die achte und letzte Rote Flagge des Tages. Ein Mann, der am Nachmittag kaum noch zum Fahren kam, hielt sich dennoch bis kurz vor Schluss an der Spitze: Jean-Eric Vergne.

Grosjean stoppt Vergne in letzter Sekunde

Der Toro-Rosso-Pilot markierte kurz vor Mittag bei perfekten Bedingungen mit 1:23,126 Minuten die Vormittags-Bestzeit. Der Franzose hatte zu diesem Zeitpunkt die Soft-Reifen aufgezogen und absolvierte eine Qualifying-Simulation: eine Inlap, eine schnelle Runde und eine Outlap. Dabei schien er auf den Geschmack gekommen zu sein, ließ kurz darauf die Supersoft-Reifen aufziehen und war im ersten Sektor noch einmal schneller, ehe sein STR7 in Kurve 7 in einer weißen Rauchwolke ausrollte.

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Erst wenigen Minuten vor Schluss der Nachmittags-Session, die wegen der Unterbrechungen um eine halbe Stunde verlängert wurde, schlug Romain Grosjean noch einmal zu. Vergnes Landsmann hatte bereits am Vortag die Bestzeit inne und besiegte den Toro-Rosso-Rookie mit einer Zeit von 1:22,614 Minuten um eine halbe Sekunde.

Dabei hatte der Lotus-Pilot ebenfalls Soft-Reifen aufgezogen und verbesserte seinen Bestwert vom Vortag um mehr als eine halbe Sekunde, blieb aber doch um drei Zehntel hinter Kamui Kobayashis Bestmarke für 2012er-Autos (1:22,312 Minuten) aus der Vorwoche zurück.

Problemloser Tag für Vettel

Auf Platz drei reihte sich Vettel als bester Nicht-Franzose ein. Der Weltmeister konzentrierte sich am Morgen unter Beobachtung von Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko auf Boxenstopp-Übungen und sorgte kurz vor Ende des Vormittags für eine Unterbrechung, als sein Bolide nach einem Test des Benzinsystems wie geplant ohne Sprit ausrollte. Bei Red Bull wartet man derzeit gespannt auf morgen, wo das letzte Update vor dem Saisonauftakt in Melbourne enthüllt wird. Heute hatte Vettel nur einen modifizierten Heckspoiler am Auto.

Seine schnellste Runde fuhr er am Nachmittag auf Medium-Reifen in 1:23,361 Minuten - dabei fehlten ihm mehr als sieben Zehntelsekunden auf Grosjeans Bestmarke. Der RB7 hatte diesmal keine technischen Probleme, Vettel musste keine größeren Unterbrechungen beklagen. Aufregender war da schon das imaginäre Duell, das sich der Heppenheimer mit Grosjean und Fernando Alonso lieferte, die sich heute beide auf Rennsimulationen konzentrierten.

Ferrari frisst bei Rennsimulation Reifen

Der Spanier sorgte am Vormittag kurz für Jubel bei seinen Landsleuten auf den Tribünen, als er kurzzeitig Bestzeit fuhr - schließlich reichte es mit einem Rückstand von 0,833 Sekunden für Rang vier. Sein F2012 wurde heute mit neuen Teilen ausgerüstet, weshalb das Team am Front- und am Heckflügel die bereits gewohnte gelbe FlowViz-Farbe anbrachte, um die Aerodynamik besser zu verstehen. Zudem zeigte man sich am Vormittag guter Laune, da die Traktionsprobleme, die Ferrari zuletzt gebremst hatten, deutlich gelindert schienen. Das unterstrich eine gute Zeit im letzten Sektor, der dem roten Renner durch seine Schikane zuletzt nicht behagte.

Doch die Rennsimulation war ein weiterer Rückschlag für Ferrari - schuld war der enorme Reifenverschleiß. Alonso begann die Simulation interessanterweise auf Medium-Reifen, was unüblich ist, weil nach dem Qualifying meist die weiche Mischung zum Einsatz kommt, steckte dann aber auf weiche Reifen um. Die Rundenzeiten purzelten in nur acht Runden von 1:29,1 auf 1:32,0 - keine sehr hoffnungsvolle Tendenz. Auch beim dritten Stint machten die Soft-Reifen große Probleme und Alonso fiel nach einem Beginn im Bereich von 1:28 Minuten auf über 1:31 zurück.

Grosjean erging es etwas besser. Er hielt sich in der gleichen Phase immerhin unter 1:30 Minuten. Im Vergleich zu den Rennsimulationen der Konkurrenz von Red Bull liegt aber auch Lotus derzeit zurück. Sogar Mercedes erschien phasenweise eine Spur besser.

Zwei Unterbrechungen durch Schumacher

Michael Schumacher erlebte heute einen ereignisreichen Testtag. Der Deutsche testete am Morgen das Benzinsystem und blieb wie später Vettel liegen, kurz danach ritt der Rekord-Weltmeister aber in Kurve 5 aus und blieb im Kiesbett stecken. Der Mercedes-Bolide musste somit ein zweites Mal mit dem Abschleppwagen zurück an die Box gebracht werden. Auch am Nachmittag trat "Schumi" nicht wirklich in Erscheinung - seine persönliche Bestmarke fuhr er auf weichen Reifen in 1:23,978 Sekunden. Damit kam er aber nicht über Rang acht hinaus.

Für eine positive Überraschung sorgte Caterham-Pilot Heikki Kovalainen. Der Finne, der am Vortag Witali Petrow wegen einer Lebensmittel-Vergiftung Platz gemacht hatte, aber heute wieder fit war, katapultierte sich mit einer Zeit von 1:23:828 Minuten auf den starken fünften Platz nach vorne.

Supersoft-Reifen: Kovalainen schnell

1,2 Sekunden fehlten auf Bestzeit-Halter Grosjean - so wenig Rückstand auf die Spitze hatte die Truppe von Tony Fernandes noch nie. Es sei erwähnt, dass der Finne die Zeit auf Supersoft-Reifen in einem Fünf-Runden-Run fuhr - für Caterham ist dies aber dennoch beachtlich. Sechster wurde Kamui Kobayashi, auf Platz sieben landete Nico Hülkenberg, der wegen seines technischen Defekts auf nur 37 Runden kam und sich mit dem Fahrverhalten des VJM05 am Vormittag wenig zufrieden zeigte.

Unauffällig blieb Lewis Hamilton im McLaren, der zahlreiche Boxenstopps absolvierte. Hinter dem McLaren-Star landeten nur die beiden Williams-Piloten Pastor Maldonado und Bruno Senna. Der Venezolaner hatte am Vormittag für die zweite Rote Flagge gesorgt und stand lange an der Box. Für ihn reichte es insgesamt nur für 20 Runden. Bruno Senna war mit 48 Runden am Nachmittag deutlich fleißiger und gab somit die Rote Laterne an seinen Teamkollegen ab.

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