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Whitmarsh: "Teams müssen weiter zusammenarbeiten"

01. Februar 2012 - 20:16 Uhr

Trotz des FOTA-Ausstiegs von Red Bull und Ferrari können nach Ansicht von Martin Whitmarsh die Teams nur gemeinsam die Formel 1 weiterentwickeln

Martin Whitmarsh (Teamchef)
Martin Whitmarsh verweist auf die Erfolge der FOTA
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jahrelang herrschet unter den Formel-1-Teams eine trügerische Harmonie. Im 2008 schlossen sich die Rennställe, vor allem vor dem Hintergrund der damaligen Weltwirtschaftskrise, in der Formula One Teams Association (FOTA) zusammen. Unter dem Druck Kosten einzusparen, wurden einige einschneidende Veränderungen wie die Reduzierung der Testfahrten oder das Ressourcen-Restriktions-Abkommen (RRA) beschlossen. Dass HRT die FOTA schnell wieder verließ, wurde nicht als ernsthafter Verlust gewertet.

Ernster ist die Situation seit dem vergangenen Dezember. Mit Red Bull und Ferrari verkündeten zwei Formel-1-Schwergewichte ihren Austritt aus der FOTA, wenig später verließ auch Sauber die Teamvereinigung. Während sich Ferrari vor allem an der Testbeschränkung stört, war Red Bull mit dem RRA nicht einverstanden, welches hauptsächlich die Entwicklung der Entwicklung der Aerodynamik einschränkt, bei den Motoren jedoch gewisse Freiheiten erlaubt.

"Ich hänge nicht zu sehr an der Marke FOTA."
Martin Whtimarsh

Trotz dieser offensichtlichen Schwächung der FOTA gibt sich Martin Whitmarsh, der Vorsitzender der Vereinigung ist, derzeit unbesorgt über die weitere Entwicklung. "Ich hänge nicht zu sehr an der Marke FOTA. Es ist wichtig - ganz egal, ob es ein FOTA-Etikett gibt, oder nicht -, dass die Teams weiterhin zusammenarbeiten", so Whitmarsh im Rahmen der McLaren-Präsentation in Woking. Er erklärte jedoch, dass das Spannungsfeld zwischen Zusammenarbeit auf der einen Seite und sportlicher Konkurrenz auf der anderen Seite nicht immer einfach sei.

"Nach wie vor halten sich alle Teams an das Testabkommen."
Martin Whtimarsh

Whitmarsh betonte, dass der Ausstieg der Teams aus der FOTA bisher in der Praxis noch keine Auswirkungen gehabt hätte: "Nach wie vor halten sich alle Teams - auch Red Bull und Ferrari - an das Testabkommen, sie haben die gleichen Verträge unterschrieben, die das Testreglement mit den Kursen bestimmen. Wichtig ist, dass die Teams erkennen, dass es für diesen Sport entscheidende Themen gibt, bei denen wir besser zusammenarbeiten sollten. Ich hoffe, dass das weiterhin möglich ist."

DRS
Die Einführung des DRS ist für Whtimarsh ein voller Erfolg
© xpb.cc

Der McLaren-Teamchef verwies dabei auf die Erfolge der Vergangenheit. Einrichtungen wie die FOTA-Fan-Foren, bei denen die Fans mit den Verantwortlichen direkt in Kontakt treten können, haben seiner Meinung nach einen positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung der Formel 1. "Die Einführung von DRS - eine bezeichnende Verbesserung in Hinblick auf die Überhol-Möglichkeiten - war eine Konsequenz der Rückmeldungen der Fans und eine Bemühung, der von den Teams ausging, um den Sport attraktiver zu machen", führt der Brite als Beispiel an.

Obwohl einige technische Neuerungen der vergangenen Jahre bei vielen Fans gemischte Reaktionen hervorrufen, ist Whitmarsh von deren Erfolg überzeugt. "Die vergangenen beiden Saisons waren aber voller Dramen, fantastischer Überhol-Manöver, großartiger Rennen - es war ein tolles TV-Spektakel. Sie waren spannend, DRS, KERS und vor allem Pirelli haben sehr dazu beigetragen. Es gab ein paar Jahre, da hatten sich die Leute etwas Sorgen gemacht."

In dieser Saison fahren nun sechs Weltmeister in der Formel 1, was die Attraktivität weiter erhöht. Dennoch ist für Whitmarsh noch Luft nach oben: "Natürlich gibt es trotzdem Raum für Verbesserungen. Der Sport ist sehr stark nach innen gerichtet und macht damit nicht immer die beste Werbung für sich selbst. Es gibt vielleicht zu viel Zynismus. Formel 1 und Fußball sind die einzigen wahren Welt-Sportarten. Wir können unseren Sport also viel größer und besser machen."

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